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Christi Himmelfahrt: „Eine Wolke nahm ihn auf“

Seit dem vierten Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostern Himmelfahrt. Diese wird allerdings in der Theologie kaum noch wörtlich als wirkliche Reise verstanden.

Christi Himmelfahrt ist fester Teil des christlichen Festkalenders: Der Feiertag wird seit dem vierten Jahrhundert immer 40 Tage nach Ostern begangen, 2024 am 9. Mai. Biblische Grundlage ist neben dem Markus- und dem Lukas-Evangelium das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Dort steht, dass der nach seiner Kreuzigung vom Tod auferstandene Jesus Christus vor den Augen seiner Jünger «aufgehoben» wurde: «Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken» (Apostelgeschichte 1,9). Dies ist auch ein bevorzugtes Motiv in der bildenden Kunst.

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Himmelfahrt wird allerdings in der Theologie kaum noch wörtlich als wirkliche Reise verstanden. Der Himmel ist danach kein geografischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im Glaubensbekenntnis heißt «aufgefahren in den Himmel», bedeutet dies nach christlichem Verständnis, dass der auferstandene Christus «bei Gott ist».

Himmelfahrt wird so auch als Symbol der Wandlung und spirituellen Entwicklung der Persönlichkeit gedeutet. Theologen verweisen zur Erläuterung auf den englischen Sprachraum, wo es für das deutsche Wort Himmel zwei Begriffe gibt: «sky» (profan) und «heaven» (religiös). Der Tag wird in den Kirchen traditionell mit Gottesdiensten in Pfarrgärten, im Wald und auf Bergen gefeiert.

Das Fest fällt stets auf einen Donnerstag und ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. An dem Termin wird auch Vatertag gefeiert.

Quelleepd

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7 Kommentare

  1. Na ja, dass so vieles nicht wörtlich genommen wird oder umgedeutet wird, das sehe ich als großes Problem der ev. Theologie an. Kein Wunder, dass so vielen Leuten dieser „Glaube“ überhaupt nichts sagt. Das ist doch irgendwo absurd.

  2. Und die Schöpfungsgeschichte ist bestenfalls allegorisch zu verstehen, die Geschichte mit den Plagen in Ägypten und der Teilung des Meeres vergessen wir auch, die Eroberung Kanaans durch die Stämme Israels ist aus humanistischen Gründen abzulehnen. Maria wurde auch nicht schwanger durch den hl Geist, vermutlich steckt doch Josef dahinter. Die Geschichten über Wasser zu Wein, ein paar Brote und Fische für 5000 Menschen, das Gehen über den See Genezareth und Heilungen aller Art muss der überbordenden Phantasie der Jünger zugerechnet werden, oder noch mit der erwähnten Weinverköstigung in Zusammenhang stehen. Die Kreuzigung könnte zwar geschehen sein, die Auferstehung hingegen, ist vermutlich Wunschdenken. Von der Apostelgeschichte bis zur Offenbarung haben fromme PR-Strategen eine neue Religion entstehen lassen und das wirklich mit Erfolg. Einfach so stehen lassen kann man das Inhaltsverzeichnis unserer Bibel, da gibt es bislang wenig zu meckern. Eine schöne Grundlage um darauf aufzubauen !
    Die Himmelfahrtsgeschichte habe ich jetzt nicht extra erwähnt, aber die wurde ja ausgiebig und überzeugend im Artikel behandelt.
    Also wirklich, gerade Im Hinblick auf moderne, wissenschaftliche Bibel-Exegese, habe ich einen riesen Respekt vor Leuten die jeden Sonntag in die Kirche gehen !

    • Die Bibel darf und muss man auslegen

      Lieber Stammtischbruder: Diese Form der Argumentation ist zutiefst einerseits unsachlich – und sie arbeitet nach der Rasenmähermethode. Sie suggeriert, alles was viele gläubige Christinnen und Christen sagen, zumal wenn sie sich mit Bibel, Theologie und also dem Glauben (auch als Nichtberufschristen) befassen, stelle zutiefst den Glauben selbst infrage. Bei mir ist das Gegenteil wahr: Ich habe großes Vertrauen in Gott. Aber ich habe mir meinen Gott nicht als Westentaschengott zurecht geschnitzt, damit er zu meiner Einstellung passt. Gottes Gedanken sind viel höher als meine Gedanken.

      Erstens ist die Schöpfungsgeschichte eher vergleichbar mit einem Antiken Glaubensbekenntnis, denn der Redakteur hat zwei inhaltlich etwas abweichende Schöpfungserzählungen hintereinander gestellt. Es geht also da nicht um eine wissenschaftliche Annahme, sondern darum dass Gott die Welt schuf – und weil sie aber auch nicht (mehr) heil ist. Dann ist die Schöpfiungsgeschichte auch ein Schöpfungshymnus, zumindest der 1. Schöpfungsbericht („und siehe, es war sehr gut“). Das Wunder bei der Speisung der 5000 Menschen dreht sich ja um das Bemühen Jesu, die vielen Menschen fürsorglich zu ernähren. Damals nahm man, weil man nicht in moderner Zeit lebte und meist mehrere Tage unterwegs war, eine Not-Verpflegungsration mit. Das (eigentliche) Wunder ist, dass die Menschen geteilt haben, dann kann man von ganz wenigen Lebensmitteln, die besorgt werden, auch leben. Und beiliebe behaupten fast alle Christen eben nicht, dass Jesus nur in der Verkündigung der Jünger auferstanden ist. Zur Himmelsfahrtsgeschichte muss ich sagen, habe ich noch nie eine wirklich befriedigende Predigt gehört in mehr als 50 Jahren, auch wenn ich an die guten Pfarrer/innen denke. Dies liegt am Thema. Wenn der Himmel als der „Neue Himmel und die Neue Erde“ begriffen werden, also dann also als Ewiges Leben, dann liegt nahe dass es dort in der Ewigkeit keine (irdische) Zeit gibt. Sonst würde das niemand aushalten. Eigentlich gehen wir dahin zurück bei unserer menschlichen Himmelfahrt, wo wir herkommen. Aber trotzdem liegt dann die Ewigkeit nicht in der Zukunft, auch nicht in der Vergangenheit, sondern auf einer Metaebene. Man könnte fast behaupten, wir gehen in das Paradies von Adam und Eva zurück, wo wir alle vorher waren. Dies ist in vielen Gemütern und Gehirnen so als eine (bildhafte!!) Vorstellung abgespeichert. Da müsste man also (fast) davon sprechen, wir bzw. unsere Seelen seien präexistent. Ich würde dies aber so nicht formulieren wollen, denn dies beflügelt das Vorurteil von Esoterik und Seelenwanderung völlig unberechtigt. Ein Gott, der in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, kann niemand wirklich begreifen. Aber dafür ist es eben Gott und nicht eine Projektion menschlicher Vorstellungen.

      Im übrigen legen (mindestens) 95% der Theologen die Bibel aus. Immerhin haben sogar unsere evangelikalen Geschwistern mit unterschrieben, dass Gottes Wort immer Gottes Wort durch Menschenwort ist. Menschen haben Glauben überliefert seit 3000 Jahren und so wird die Bibel auch Vorurteile enthalten, alte Weltbilder (böse Geister und Dämonen) und schlicht menschliche Meinung. Da werden die Kriege der Israeliten im Alten Testament zu den Kriegen Gottes in der Bibel. Aber wenn Sie – lieber Stammtischbruder – dies wirklich glauben, dass Gott Kriege führen würde, dann wäre doch das Gebot „du sollst nicht töten“ ein eklatanter Widerspruch. Auch der zornige Gott, der tötet, ist nicht biblisch. Denn am Kreuz von Golgatha ist Gott absolut gewaltlos und auf Golgatha liebt Jesus, und damit Gott, seine Feinde. Man muss also die Bibel auslegen, von Jesus her und vom Kreuz, dann wird was draus. Dies ist aber weder Willkür, noch schneidet man mit dem Auslegen aus einem (faulen) Apfel immer mehr heraus, sodass nichts übrig bleibt. Jesu Verbot, nur ein Jota am Gesetz zu ändern, ist eher eine Mahnung an die Schreiber an den Thorarollen, kein falsches Wort abzuschreiben und damit einen völlig verdrehten Sinn. Gleiches gilt für die späteren Mönche, welche die Bibeltexte abschrieben

      Herr Bultmann, auf den die Entmythologisierung zurück geht, war sein ganzes Leben lang ein sehr frommer Mann. Er hat nur Jesus durch die Augen eines frommen jüdischen Glaubenslehrers wie Jesus gesehen, und auch die Vorstellung damaliger (und heutiger) Juden von Gott. Das kleine Büchlein „Jesus“, gut verständlich für fast alle Leute geschrieben, müssten Sie lesen, wenn Sie Vorurteilen und Narrativen nicht immer folgen wollen. Wenn Sie die wissenschaftliche Bibel-Exegese abschaffen möchten, dann müssten sie dann auch mit den Studien-Bibeln so verfahren, oder mit den Bibeln mit Erklärungen. Ich glaube dass Gott die Wahrheit in Person ist. Sogar der Paulus, dem keiner zu wenig Glauben unterstellt, war davon überzeugt: Wir sehen die Wahrheit (über Gott) heute nur in einem dunklen Spiegel, aber dereinst von Angesicht zu Angesicht. Schönen Sonntag wünsche ich.

  3. Hier sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich Dinge in der Bibel und in der „Theologie“ gesehen werden.
    Man muss sich tatsächlich entscheiden, wem man glaubt …

    • Dem stimme ich zu, denn

      „ Himmelfahrt wird so auch als Symbol der Wandlung und spirituellen Entwicklung der Persönlichkeit gedeutet“

      passt so überhaupt nicht zu Jesus, dem Schöpfer aller Dinge. Es hört sich sehr nach antibiblischem New Age und Spiritualismus an.

      • Lieber Markus, leider halte ich auch was Sie schreiben (leider) für reine Vorurteile. Lesen Sie oben meinen langen Sermon. Aber niemand kann über ein schwieriges Thema in drei Sätzen schreiben.

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