Alle Christen arbeiten am Reich Gottes mit. In der Gemeinde hat jeder Mensch seinen gottgegebenen Platz – auch du.
Von Laura Schwarz
Wenn Sie ein Körperteil wären, welches wären Sie? Eine Frage, die durchaus in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden könnte. Doch diese Frage hat vielmehr etwas mit der Gemeinschaft von Christen zu tun. Es gibt viele verschiedene Bilder für die Gemeinde – Familie, Weinstock oder Herde. Doch eins dieser Bilder sticht besonders heraus: Die Verbundenheit von Jesus-Nachfolgern als Leib Christi. Wir lesen davon im ersten Korintherbrief, Kapitel 12.
Paulus geht es hier um die Einheit der christlichen Gemeinschaft. In Korinth, an dessen Christengemeinde Paulus den Brief schreibt, gibt es nämlich Streitigkeiten um das wahre beziehungsweise richtige Christsein. Er führt dazu sehr grundsätzliche Erwägungen an. Am Ende seiner Gedanken schreibt er den Satz: „So bildet ihr gemeinsam den Leib von Christus, und jeder Einzelne gehört als ein Teil dazu.“ (1. Korinther 12,27). Damit macht Paulus deutlich: Alle Glaubenden bilden zusammen den Leib Christi.
Alle Christen arbeiten am Reich Gottes mit. Sie dürfen ein Teil dessen sein, was der dreieinige Gott angefangen hat. Sie leben das Evangelium und sollen es weitertragen. Gott traut uns als Menschen zu, als Leib Christi in dieser Welt das weiterzugeben, was Jesus vor über 2.000 Jahren in Gang gesetzt hat. Dadurch sind wir Menschen nicht nur passiv Glaubende, sondern als Teil des Leibes Christi haben wir auch ganz aktiv Anteil daran, das Wirken Gottes in die Welt zu tragen und mit Kräften mitzumachen. Ich finde das immer wieder faszinierend, zu sehen, was Gott uns Menschen da zutraut, was er uns anvertraut und wozu er uns befähigt.
Ein Leib, viele Glieder
Wie der Leib eine Einheit ist und gleichzeitig viele unterschiedliche Körperteile hat, alle Glieder aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit der Gemeinde. Paulus beschreibt es so: „Einige von uns sind Juden, andere Nichtjuden; einige sind Sklaven, andere frei. Aber wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören durch die Taufe zu einem einzigen Leib.“ (Vers 13)
Die Gemeinschaft der Christen, so macht Paulus deutlich, ist eine ganz eigene Einheit. Das Besondere ist, dass ihre Zusammengehörigkeit nicht in dem liegt, was die Glaubenden von sich aus verbindet, sondern darin, dass Gott sie miteinander vereint. Ja, Jesus Christus selbst ist das Haupt dieses Leibes. Er ist der, der alles zusammenhält und an dem sich alles orientiert.
Da spielen die äußeren Verschiedenheiten keine Rolle. Die sozialen Unterschiede und die damit verbundenen ungleichen Möglichkeiten, die jeder hat, haben dabei keine Bedeutung. Auch das Alter ist hier nicht wichtig – denn alle können Teil von Gottes Reich sein. Jeder, der durch den Glauben an den lebendigen, dreieinigen Gott ein Kind Gottes geworden ist, gehört hinein in den einen Leib Christi – unabhängig von dem, was wir Menschen an Verschiedenheiten an uns auch wahrnehmen mögen. Das Bild der Gemeinde als Leib macht deutlich: Nicht unsere Unterschiede zählen, sondern die Gemeinschaft, die Gott will.
Einzigartig bleiben
Ich selbst ertappe mich schnell dabei, diese Gemeinschaft auflösen zu wollen, ihr lieber ein menschliches Gesicht zu geben als das Gesicht, das Gott ihr geben will. Und dies geschieht auf verschiedenste Weise. Paulus nimmt das in seinem Bild mit auf: Da gibt es zum Beispiel diejenigen, die sich selbst nicht dazugehörig fühlen, weil sie irgendetwas nicht können oder nicht so sind wie die anderen. „Wenn der Fuß sagen würde: ‚Ich bin kein Teil des Körpers, weil ich keine Hand bin‘, sollte er deshalb nicht zum Körper gehören? Und wenn das Ohr erklären würde: ‚Ich bin kein Teil des Körpers, weil ich nur ein Ohr und kein Auge bin‘, sollte es deswegen etwa nicht mehr zum Körper gehören?“ (Verse 15 bis 16).
Für mich heißt das: Ich muss nicht so sein wie andere. Ich muss nicht so sein, wie andere mich haben wollen. Ich darf so sein, wie ich bin. Ich darf als ich selbst, mit meinen Möglichkeiten und Gaben, Teil dieser Gemeinschaft sein, mich dort zu Hause wissen, mich als dazugehörig ansehen.
In der Vielfalt liegt die Kraft
Paulus sagt: Ein Leib, der nur aus Augen besteht, ist kein Leib. Eine Gemeinschaft, in der es nur Ohren gibt, da kann nicht die Fülle des Leibes Christi wirksam werden. In der Vielfalt liegt die eigentliche Kraft, die sichtbar wird in der Vielfalt der Menschen mit ihren so unterschiedlichsten Gaben und Möglichkeiten. Jedes Glied ist wichtig in dem ganzen Leib Christi, jeder hat seine Aufgabe, wird gebraucht und wird von Gott in den Dienst genommen. Dabei gibt es auch keine bessere oder schlechtere Stellung. Im Gegenteil – wenn wir im ersten Korintherbrief weiterlesen, heißt es: „In Wirklichkeit sind oft gerade die scheinbar schwächeren oder unwichtigeren Körperteile besonders notwendig.“ (Vers 22).
Das bedeutet, dass das, was eher im Hintergrund steht, das Schwache, das Unansehnliche – etwa das Toilette putzen – das soll seine Bedeutung haben. Ja, es soll sogar noch mehr positive Beachtung finden als die anderen, denn es ist notwendig.
Die Starken und Auffälligen haben ihren Teil der Beachtung schon, aber die anderen, die oft genug mit Füßen getreten werden, die brauchen und bekommen ganz besondere Zuwendung, damit der Leib als Ganzer bedeutsam bleibt. Es soll kein Zwiespalt entstehen, kein Oben und Unten, kein Wichtig und Unwichtig, kein Bedeutsam und Unbedeutsam, nicht Freund und Feind, sondern alle zusammen bilden einen Leib. Dabei gilt es, füreinander einzustehen, füreinander da zu sein und die Gesamtverantwortung für alle wahrzunehmen.
Andere sehen
Zurückstehen, eigene Ansprüche nach hinten stellen, den anderen groß machen, ihm Bedeutung verleihen: Das ist die soziale Dimension des christlichen Glaubens. Das bedeutet konkret, für die Schwachen einzutreten. Diese Aufgabe ist für jeden Christen persönlich, aber natürlich auch für Gemeinden eine Herausforderung.
Und dann heißt es bei Paulus: „Wenn eines leidet, leiden alle anderen mit, und wenn eines geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.“ (Vers 26). Ist das nicht besonders? Konkret bedeutet das: weinen mit den Weinenden, lachen mit den Lachenden. Das ist die Aufforderung. Nicht nur das eigene Empfinden zum Maßstab zu machen, sondern immer auch den anderen zu sehen.
Das Bild der Gemeinde als ein Leib macht deutlich, dass jeder Christ ein Teil dieser Gemeinschaft ist, weil Gott es will. Und er ruft seine Kinder zueinander, er führt sie zueinander und er gibt ihnen die Kraft, diese Gemeinschaft zu leben. Auch dort, wo man unter den Brüchen dieser Gemeinschaft des Leibes Christi leidet, schenkt er immer wieder die Stärke, diese Brüche zu überwinden – auf dass sein Leib in Liebe miteinander leben kann.
Laura Schwarz ist Pastorin der Freien evangelischen Gemeinde Schwelm.


Jesus sagte:: Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr. Klare und deutliche Ansage. Jesus liebt den Sünder, aber hasst die Sünde. Alles ist bei Herrn Hehner erlaubt, es ist ja nur Jesus und sein billiges oder williges Opfer am Kreuz. Jesus darf wohl jeder beleidigen, wie er will.
[Gestrichen. Sie können den Glaubensansichten von Herrn Hehner oder jedem anderen hier gerne sachlich widersprechen, gerne auch deutlich. Aber das geht ohne die gestrichene Vokabel – MfG, das JDE-Team]
Geht um (eigentlich) um die Homosexuellen?
Hallo Marita, sicher hat sich Jesus, zumindest wie es die Bibel auch überliefert, dem Willen seines Vaters gebeugt und in seiner Aufopferung für die Sünde zugestimmt. Der Widerspruch, nun doch die Sünde der Welt auf seine Schultern zu laden, war vorher deutlich in dem „mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“! Dies ist durchaus das Ärgernis der Welt am Kreuz und letztlich, dass Gott dann auch ein gekreuzigter Gott ist. Die damalige Philosophie war davon sehr befremdet. Ich weiß also nicht. was Sie so furchtbar daran finden. Jesus kann dies nicht für falsch halten.
Oder gefällt Ihnen nicht, dass Homosexuelle genauso, auch so wie sie immer biologisch auf die Welt kamen, von Gott geliebt werden. Darüber darf sich jeder ärgern, dann hätte mein Widerspruch wenigstens Sinn, darüber doch sehr nachzudenken. Aber der zweitletzte Satz war auch nur meine Vermutung. Immerhin haben früher sich die Menschen mit einer anderen Sexuellen Richtung eher selbst beschmutzt, eher als eine falsche Art Selbstschutz, oder sie haben sich damit abgefunden, von allen gebrandmarkt zu werden und waren mit sogenánnten Normalos auf Abstand. Aber eine solche Haltung gegenüber Mitmenschen halte für unerhörte Grenzüberschreitung in der Menschlichkeit, dass man heute darüber nicht mehr schweigen darf. Übrigens: Ich bin ein Normalo. Nochmals ein Hinweis: Die Homos haben den solchen schlechten Ruf, weil man sie nach einziger Deutung in der Antike (und im nachfolgenden Mittelalter) für Menschen hielt, die in Sodom oder sonst irgendwo Orgien feierten. Die waren aber dann zumeist von der Art heutiger gefährlicher Psychosekten. Dabei können alle Theologen wissen, dass es sich nicht so verhält. Es wäre für sie ein Problem, eine solche Falschdeklarierung von Sünde aufzuklären. Insbesondere wenn dies auch zur katholischen Lehre gehörte. Wobei leider hier manche auch der guten Katholiken nicht wissen, dass jede Gewissensentscheidung immer über einer Glaubensaussage des Papstes steht. Dabei besteht eine völlige Absurdität leider auch die Ansicht, es gebe das irrende Gewissen, was ja dann immer auch angeführt werden könnte. Irrendes Gewissen ist kein Gewissen. Nochmals: Menschen die sich lieben und eine gute Partnerschaft führen, sind niemals deshalb Sünder. Begnadigte Sünder sind alle Menschen, die heute schon mit Gott versöhnt sind, und gute Christinnen und Christen hoffen, dass dies in Zeit und Ewigkeit auch noch möglich ist. Sonst gibt es am Ende einen ziemlich leeren Himmel. Oder? (Sie können immer eine andere Meinung haben, aber dann bitte deutlich und sachlich antworten). Ich werde, auch wenn mich manches kränkt, meine sinnvolle Rolle als christlicher Querdenker auch beibehalten. Ich würde jedem empfehlen, die Bergpredigt zu lesen oder 1. Korinther 13. Beide Texte verbieten es indirekt, Menschen heute wie Unberührbare zu behandeln, in man dies früher sogar als Todsünde betrachtete, oder in anderen Ländern und Gesellschaften durchaus noch so behandelt wird.
Die Kirche hat im Umgang mit homosexuellen Menschen viel Geschirr zerschlagen. Verletzungen, Ausgrenzung und mangelnde pastorale Sensibilität widersprechen dem Geist Jesu und dürfen nicht relativiert werden. Jede Gemeinde ist aufgerufen, ein Ort zu sein, an dem Menschen Würde, Respekt und Zuwendung erfahren.
Gleichzeitig möchte ich aus christlicher Sicht einen Punkt klar benennen: Es kann nicht der Weg der Kirche sein, Gottes Gebote oder das biblische Zeugnis für ungültig zu erklären – auch nicht aus gut gemeinter Absicht. Wir leben nach christlichem Verständnis in einer gefallenen Welt, und die Bibel beschreibt Sexualität immer wieder als einen Bereich, in dem sich die Realität der Sünde besonders deutlich zeigt – übrigens bei allen Menschen, unabhängig von ihrer Orientierung.
Der Kern des Evangeliums ist dabei nicht moralische Überlegenheit, sondern die vergebende und verwandelnde Kraft Jesu Christi. Diese gilt allen Menschen ohne Ausnahme. Es gibt keinen einzigen Vers in der Heiligen Schrift, der im hehnerschen Sinne sagt, dass wir „gut sind, so wie wir sind“. Im Gegenteil: Jesus ruft zur Buße, zur Umkehr und zur Erneuerung des Lebens. Christlicher Glaube bedeutet Vertrauen darauf, dass Gott uns liebt, wie wir sind – aber uns nicht so lässt.
Demut und Liebe heißen daher nicht, Maßstäbe aufzugeben, sondern Menschen geduldig, barmherzig und ehrlich auf dem Weg der Nachfolge zu begleiten. Die Gemeinde soll kein Gerichtshof sein, sondern ein Ort, an dem Vergebung, Wahrheit und Hoffnung zusammengehören.
Dass Gott Liebe ist, daran halte ich ebenso fest wie Sie. Und gerade deshalb glaube ich, dass seine Liebe immer auch zur Wahrheit und zur Verwandlung ruft.
Falls Sie Englisch verstehen, von Jon Tyson gibt es zu diesem Thema eine wunderbare Predigt auf Youtube: The Controversial Jesus – Jesus and the Gay Community
P.S.:
Die Liste meiner eigenen sexuellen Sünden ist unüberschaubar lang. Sie hat mich in allen Bereichen, vor allem auch gesundheitlich mein Leben an die Wand fahren lassen. Wer mich in diesem schwerst depressivem Loch gefunden hat, war Jesus Christus. Die aus Liebe und Gnade folgende Züchtigung des Herrn war das Schmerzhafteste, was ich in meinem Leben erfahren habe.
1. Kor. 6,18: Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib.
Am Kreuz hat Christus mehr Gnade für mich gefunden als ich Sünde für ihn. Warum er mich nicht losgelassen hat, weiß ich nicht – ich weiß nur, dass ich ohne seine Vergebung verloren wäre.
P.P.S.:
Einer meiner besten und engsten Freunde ist homosexuell. Ich liebe ihn.
Ich werde die Angelegenheit in jesus.de ad acta legen
Lieber Adrian: Da sind aber (leider, oder Gott sei es gedankt), sehr viel Theologen, eben vor allem aus theologischer Sicht, einer völlig anderen Auffassung, die ich hier nicht nochmals – wie so oft – wiederholen möchte. Um es nur an einem (eher sehr banalen) Punkt zu tun, wobei ich voraussetze, dass Jesus auch Menschensohn (Mensch) war und zugleich auch als zweite Person Gott: Jesus war ein Mensch vor 2000 Jahren. Er kann als solcher nicht gewusst haben, dass heute Menschen, unabhängig von der Art ihrer Liebe, auch sehr den Wunsch und die Fähigkeit haben, gute Beziehung zu leben. Und ich will Sie gar nicht ändern und will Sie hier nicht überreden, zumal ich glaube dass dies völlig unmöglich ist. Daher möchte ich, nachdem ich jahrelang auf diesem Thema auch herum reite, es jetzt ad acta lege. Ich glaube, dass eine andere Meinung in einer sehr ethischen Frage immerzu auch erlaubt sein müsste. Ich stelle mir hier nur vor, wie unerträglich auch das religiöse Leben wäre, wenn irgendwo (nehmen wir an in New York) ein Mensch oder eine Institution sitzt, die in Satz und Komma, wie in einem Gesetzbuch, festzulegen befugt ist, was ich und alle Menschen gefälligst zu glauben und zu hoffen haben. Oder was detailverliebt ganz genau heute Sünde ist und schon vor 3000 Jahren Schuld vor Gott bedeutete. Vor dieser Enge (und sogar völliger Unwissenschaftlichkeit) sollen Freiheitsliebende sofort fliehen. Und einen Gott, der ein fast unendliches Universum erschuf und eine für uns wohl für immer unbegreifliche Natur (nur 1% davon können wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen), der wird uns solche Begrenzungen niemals auferlegen. Dazu hätten wir auch das Großhirn dann völlig nutzlos. Wir wären viel glücklicher, hätten wir kein Bewusstsein, sondern nur ein Sensorium, um hier gut zu überleben. Auch gibt es daneben auch noch die Irrlehre, in Wirklichkeit gäbe es keine freien Willen.
Lieber Herr Hehner,
wenn wir über Liebe sprechen, müssen wir zuerst klären, wer liebt und wie Gott liebt. Die Heilige Schrift lässt daran keinen Zweifel: Gottes Liebe besteht nicht darin, die Sünde umzudeuten, sondern darin, sie zu tragen, zu richten und zu vergeben – im Leib seines Sohnes.
Das Doppelgebot der Liebe hebt Gottes Wort nicht auf, es fasst es zusammen. Wer den Menschen liebt, ohne ihn unter Gottes Wort zu stellen, liebt ihn nicht christlich, sondern menschlich. Und wer Gottes Gebote relativiert, um den Menschen zu entlasten, nimmt ihm am Ende das Evangelium selbst – denn wo keine Sünde mehr benannt wird, braucht es auch keinen Retter mehr.
Jesus sagt nicht: Du bist gut, so wie du bist. Er sagt: Du bist verloren – und ich bin für dich da. Darin liegt die eigentliche Würde des Menschen: dass er einer ist, für den Christus sterben musste und wollte.
Sie sprechen von biologischen Gegebenheiten und historischer Begrenztheit Jesu. Doch der gekreuzigte Christus ist nicht bloß ein Kind seiner Zeit, sondern das fleischgewordene Wort Gottes, durch das alles geschaffen wurde. Wenn dieses Wort uns heute widerspricht, dann nicht, um uns zu zerstören, sondern um uns zu retten.
Die Kirche ist kein Ort der Ausgrenzung – aber auch kein Ort der Selbstrechtfertigung. Sie ist ein Lazarett für Sünder. Und in einem Lazarett wird die Krankheit (damit meine ich jegliche Sünde) nicht umbenannt, sondern behandelt. Das tut weh. Aber es heilt.
Am Ende bleibt nicht unsere Auslegung, nicht unser Gewissen und nicht unser Zeitgeist, sondern Christus allein: der für Sünder starb, nicht für Gerechte. Diese Wahrheit ist hart für den alten Menschen – und die einzige Hoffnung für den neuen.
In diesem Sinne: Vor Gott können wir nicht fliehen und unter dem Kreuz sind wir alle gleich.
So stellt sich Paulus die Gemeinde vor
„Die Urgemeinde zur Zeit des Paulus akzeptierte die gesellschaftliche Realität der Sklaverei, stellte sie aber innerhalb der christlichen Gemeinschaft auch radikal infrage. In der Gemeinde galten Sklaven als vollwertige Geschwister, gleichberechtigt vor Gott – auch wenn Paulus die Institution der Sklaverei nicht politisch bekämpfte. Diese Spannung prägte das frühe Christentum“! Diese quellenmäßig richtige Deutung mag auch für uns heute gelten, wenn wahr werden soll, DASS IN DER GEMEINDE JEDER MENSCH SEINEN GOTTGEGEBENEN PLATZ FINDET. Ich hoffe daher, dass wir dort, egal wie eine Gemeinde geprägt ist, hier keine Unterschiede praktizieren. 2000 Jahre sind seit der Jesus Ankunft im kleinen Baby, auch dem irdischen Missionsweg, dem sehr brutalen Tod am Kreuz und seiner Auferstehung nun vergangen. Trotzdem haben wir in all jenen Jahren – (fast) bis heute – nicht voll mit jenem Aberglauben völlig gebrochen, Menschen mit einer anderen Sexuellen Orientierung für die schlimmsten Sünder zu halten, damit wissenschaftsvergessen auch in der Neuzeit und unter Leugnung biologischer Realitäten. Bei Menschen die so geboren werden, also von Gott auch so gewollt, wird stets jener uralte Irrtum praktiziert, diese Menschen seien die Teilnehmer/innen von Orgien (damals der destruktiven Kulte). Sie wünschen nicht mehr als heute ganz normale Partnerschaften und normalste menschliche und nachbarschaftliche Beziehungen. Ich hoffe hier für den begonnenen guten Weg der Katholische Kirche. Die unterschiedlichen Gaben sind in jeder Gemeinde wichtig, sodass wir uns mit allen Fähigkeit ergänzen. Über Unterschiede und Meinungen, auch über den Glaubens, darf man diskutieren. Wahr ist, dass alle Menschen die Geschöpfe eines liebenden Gottes sind. Aber wir Christinnen und Christen glauben gegen jede Wahrscheinlichkeit, dass sich alle Menschen am Ende freiwillig mit Gott versöhnen. Die Versöhnung und die Tilgung aller Sünde hatte Jesus am Kreuz vollbracht. Es ist alles vergeben, Gott ist Liebe
also lasst euch mit Gott versöhnen. Er hat für den Verlorenen Sohn eine immer offene Tür. Das Verlorene Schaf wurde voraussetzungslos gefunden.
„Es soll kein Zwiespalt entstehen, kein Oben und Unten, kein Wichtig und Unwichtig, …“
Ich hoffe, die Pastorin bezieht das auch auf sich selbst und nicht nur auf ihre Gemeindglieder.
Das Bestehen einer ordinierten Geistlichkeit ist ein direkter Verstoß gegen das oben so schön dargelegte Bild von biblischer Gemeinde.
Ohne Form wird nicht nur Käse zu Quark
Hätte der Käse kein Form, würde er schnell zu Quark. Eine Gemeinschaft braucht Strukturen und ohne diese wäre die beste Religion nicht haltbar.
Antwort an Ulrich Wößner: Sie müssten eigentlich selbst erkennen, wie schwach ihr apologetisches Argument jedem der denkt, ebenso erscheint.
Das Judentum, aus dem der Mensch Jesu kommt, hatte ebenfalls Strukturen, sogar die in späteren Zeit nicht mehr immer sinnstiftende über 600 Gebote. Von der kleinen Schar der Christenheit wäre auch kein kleinstes Häufchen nach 2000 Jahren bis heute übrig geblieben. Sünder/innen aber waren Menschen in allen Zeiten und auch die Schuld der Christen im Mittelalter samt Hexenwahn und kriegerischen Kreuzzügen wiegt dies nicht klein. Allerdings dürfen Sie die soziologischen und psychologischen Gesetzmäßigkeit, die Religionen immer bindungsfest und stabil machen, nicht grundlos und hier kritiklos von den auch für die Christenheit geltenden Möglichkeiten trennen. Wir sind wie alle Andersgläubige auch nur in sehr festen und stabilen Glaubensbünden sicher, heute mehr durch flache Hierarchien mit Meinungs- und Glaubensfreiheit, im Altertum leider durch die feste Hand wenigstens (erhofft einer) guten Obrigkeit. Dass Obrigkeiten und ebenso Herrschaft auch im Christentum geschieht, mag jeder mit Recht gerne kritisieren, aber dann muss man – wie ich es ebenso voraussetze – auch den Verzicht auf machtvolle Gewalt predigen. Christen haben immerhin stets auch geglaubt, dass der Gläubige seine Autorität durch sein Dienen und Dienst ausdrückt. Aber letzteres beinhalten ebenso Werte und Normen, die modern und trotzdem sehr christlich sind. Die Kirche der Zukunft wird wie Gott Liebe üben und nicht ihre Macht, also hierdurch nicht autoritär sein. Der Käse wird ohne Form zu Quark und eine Glaubensgemeinschaft ohne Regeln schnell ein reiner Diskutierclub, oder eher auf frühere Zeiten gemünzt ein Raum, wo Menschen schamlos zu Untertanen eingestampft werden. Eine Kirche ohne alles würde im Jahre 2033 nicht die große Feier begehen, dass sie seit Jesu Himmelfahrt besteht, wenn auch in Form der Einheit in Vielfalt. Ich bitte Sie auch um Verständnis, dass eine Kirche nicht glauben kann, dass ihr das Geld vom Himmel geworfen wird, das sie braucht nur um ihr Räume zu heißen und Mitarbeiter/innen zu bezahlen. Selbst die genügsamste Freikirche braucht Geld für Papier, Computer, ihre Hauptamtlichen und diese sitzen nicht auf Holzkisten.