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Warum junge Frauen die Gemeinden verlassen

Eine Studie zeigt: Immer mehr junge Frauen in den USA kehren Kirchen und Gemeinden den Rücken. Was sind die Gründe und wie ist die Situation in Deutschland?

Von Melanie Carstens und Evi Rodemann

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Es war eine ungewöhnliche Aussage, die ich da las und die mich überrascht innehalten ließ: „Zum ersten Mal sind junge Frauen heutzutage weniger religiös als Männer und besuchen seltener eine Gemeinde.“ So zitierte das amerikanische Relevant Magazine die Erkenntnisse einer aktuellen Studie des christlichen Meinungsforschungsinstitutes Barna. Basis des Artikels war eine Barna- Studie über Glaubenstrends der Gen Z in den USA (die die Jahrgänge 1995 bis 2010 umfasst). Diese Studie stellte fest, dass sich heutzutage 39 Prozent der amerikanischen jungen Frauen als nicht religiös bezeichneten, verglichen mit 31 Prozent der amerikanischen jungen Männer. Vorab-Daten aus der Studie für 2025 würden diesen Trend sogar noch verstärkt zeigen, wenn man sich den regelmäßigen Gottesdienstbesuch anschauen würde: 28 Prozent der jungen Frauen kämen wöchentlich im Gegensatz zu 40 Prozent der jungen Männer.

Woher kommt diese Veränderung?

David Kinnaman, CEO der Barna-Group, sieht laut Relevant Magazine zwei Gründe dafür:

  1. Verändertes Beziehungsverhalten
    Klassischerweise sei in den USA die Gemeinde für junge Frauen der beste Ort gewesen, um einen potenziellen Partner zu finden, der die eigenen Werte teilt. Der Glaube, dass das dort möglich sei, würde abnehmen, da in manchen Kirchen immer noch ein Männlichkeitsideal und Rollenverständnis betont werde, das den Frauen veraltet vorkomme, während sie den Eindruck hätten, dass ihre eigenen Werte und Bedürfnisse nicht berücksichtigt würden.
  2. Burnout
    Jahrelang sei das große ehrenamtliche Engagement von Frauen in Gemeinde einfach für selbstverständlich genommen worden – und nun trete ein Effekt ein, den Kinnaman „Mitgefühls-Müdigkeit“ nennt: „Sie waren jahrelang das Rückgrat von so vielem und jetzt sind sie einfach erledigt.“ Dieser Trend sei durch die Corona-Zeit noch verstärkt worden, in der Frauen auch die Hauptlast der Sorgearbeit in den Familien getragen hätten. Nach der Corona-Zeit hätten viele ihre früheren ehrenamtlichen Aufgaben nicht wieder aufgenommen – und weniger jüngere Frauen seien nachgekommen, um diese Plätze einzunehmen.

Eine ähnliche Studie des „Survey Center of American Life“ nennt noch weitere Gründe dafür, dass mehr junge Frauen als je zuvor in den USA die Gemeinden verlassen würden:

  1. Fokus auf der Förderung von männlichen Leitern
    In den letzten Jahren hätten sich die Geschlechterrollen grundlegend verändert – innerhalb und außerhalb der Kirche. Der immer noch starke Fokus der Gemeinden darauf, hauptsächlich junge Männer zu Leitern auszubilden, vermittele jungen Frauen den Eindruck, dass ihre Stimme nicht zählen würde, und sie fragten sich, ob für sie überhaupt noch ein Platz im Rahmen des Auftrags der Gemeinde wäre.
  2. Zu starke Betonung der „Purity Culture“
    Lange Jahre sei jungen Frauen vermittelt worden, dass ihr Wert und ihre Heiligkeit hauptsächlich daran hingen, wie bescheiden und sexuell abstinent sie leben würden, anstatt sie in Jüngerschaft und in geistliches Wachstum zu führen. So würden sich viele junge Frauen heutzutage fragen, ob die Gemeinde jemals wirklich in ihr Glaubensleben investiert habe – oder ob es nur darum gegangen sei, dass sie die strengen moralischen Regeln einhielten.
  3. Ungleiche Behandlung von Männern und Frauen
    Zudem sagten 65 Prozent der jungen Frauen in der Studie, dass sie nicht glaubten, dass Gemeinden Männer und Frauen gleichberechtigt behandeln würden. In einigen konservativen Denominationen würden Frauen z. B. bis heute keine Leitungspositionen zugestanden.

„Während junge Frauen sich stärker aus Kirche und Gemeinde zurückziehen, würden junge Männer häufiger auftauchen.“

Gegenläufiger Trend bei jungen Männern

Parallel zum Rückzug der jungen Frauen taucht laut Barna-Studie überraschenderweise ein neuer Trend bei den jungen Männern in den USA auf. Während junge Frauen sich stärker aus Kirche und Gemeinde zurückziehen, würden junge Männer häufiger auftauchen. Ein möglicher Grund dafür könnte laut Barna- CEO David Kinnaman in kulturellen Verschiebungen bezüglich der Wahrnehmung von Männlichkeit liegen. Die Diskussionen um Geschlechterrollen und Infragestellen der spezifischen Aufgaben von Männern in der modernen Gesellschaft könnte laut ihm dazu führen, dass junge Männer den Glauben als stabilisierende Kraft in einer unsicheren Welt wahrnehmen würden. Für Kinnaman ist jedoch vor allem der beginnende Exit der Frauen ein Warnsignal, den Kirchen und Gemeinden ernst nehmen müssten, da er seiner Meinung nach „die gesamte Entwicklung der amerikanischen Christenheit verändern könnte.“ Denn traditionell sei seit Jahrhunderten der Glaube innerhalb von Familien und Gemeinschaften über Frauen weitergegeben worden, sodass ihre Abwesenheit drastische Auswirkungen haben würde.

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Was sollten Gemeinden tun?

David Kinnaman rät den Gemeinden in den USA Folgendes: Zum ersten, aufhören davon auszugehen, auf Frauen als selbstverständliche Arbeitskräfte zurückgreifen zu können, und zweitens, anfangen, ihnen zuzuhören und sie wirklich miteinzubeziehen. Denn wie Kinnaman betont, zeige die Datenlage, dass die jungen Frauen der Generation Z nicht einfach die Gemeinde ablehnen – sondern das Versagen der Gemeinden, sie auf bedeutsame Weise miteinzubeziehen.

Erste Anzeichen von Aufbruch auch in England

Während in den USA junge Frauen gerade dabei sind, die Kirche zu verlassen, und junge Männer neu dazuzukommen, sind in England spannenderweise erste Anzeichen von einem geistlichen Aufbruch unter jungen Menschen zu sehen. Eine neue Studie der englischen Bibelgesellschaft mit dem Titel „The Quiet Revival“ („Die stille Erweckung“) berichtet, dass die Zahl der Kirchenbesucher in England und Wales allgemein steige – aber dass das größte Wachstum von Gemeindebesuchern bei jungen Erwachsenen, besonders bei jungen Männern zu beobachten sei: Während im Jahr 2018 nur 4 Prozent der 18-24-Jährigen Personen sagten, dass sie zumindest einmal im Monat zur Kirche gehen, ist diese Zahl heute auf 16 Prozent gestiegen. Bei den jungen Frauen stieg der Anteil dabei von 3 auf 12 Prozent – bei den jungen Männern sogar von 4 auf 21 Prozent! Paul Williams, Generaldirektor der englischen Bibelgesellschaft schreibt im Vorwort des Reports „The Quiet Revival“: „Eine große Anzahl von jungen Erwachsenen – männlich wie weiblich – hat angefangen regelmäßig zur Kirche zu gehen, regelmäßig die Bibel zu lesen, zu beten und Jesus Christus als Herrn anzubeten. Eine neue Generation findet Hoffnung in der christlichen Botschaft und in christlichen Gemeinschaften.“

Und im deutschsprachigen Raum?

Noch spannender als die Entwicklungen in USA und England finde ich jedoch, wie die Tendenzen in unserer deutschsprachigen Gemeindelandschaft aussehen. Leider liegen für den deutschsprachigen Raum keine repräsentativen Zahlen vor. Um überhaupt einen Eindruck zu bekommen, haben Evi Rodemann von LeadNow und ich online eine Umfrage unter jungen Frauen der GenZ gestartet. Wir wollten erfahren, wie sie die Situation junger Frauen in Kirchen und Gemeinden hierzulande wahrnehmen. An der Umfrage haben 43 Frauen zwischen 20 und 35 Jahren teilgenommen, die zum größten Teil regelmäßig in eine Kirche/ Gemeinde gehen. Wir fragten sie, ob sie die Gründe, warum junge Frauen in den USA die Kirche verlassen, auch in unseren Kirchen und Gemeinden als Herausforderung sehen würden (verändertes Beziehungsverhalten, Burnout, Fokus auf der Förderung von männlichen Leitern, zu starke Betonung der Purity Culture, ungleiche Behandlung von Männern und Frauen). Auf einer Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 7 (stimme voll zu) erreichten die meisten Punkte einen Durchschnittswert von 5, was einer sehr hohen Zustimmung entspricht und uns auch hierzulande zu denken geben sollte.

Woran liegt das?

Natürlich hat Evi Rodemann und mich auch interessiert, welche Gründe unsere Umfrageteilnehmerinnen sehen, warum junge Frauen Kirchen und Gemeinden verlassen. Sehr häufig wurde die wahrgenommene fehlende Gleichberechtigung und geringe Wertschätzung der weiblichen Perspektive genannt. Vorherrschende konservative Rollenbilder würden dazu führen, dass von Frauen erwartet würde, dass sie früh heiraten sollen, kaum geistlich gefördert würden und wenig Zugang zu Leitungsrollen hätten. Daneben wurden aber auch ganz praktisch tiefgehende Angebote und Gemeinschaft für die entsprechende Altersgruppe vermisst. Als weitere Gründe wurde genannt, dass es in Kirchen und Gemeinden geistlichen Missbrauch und Rassismus gäbe, obwohl das im Widerspruch zu den christlichen Werten stehe. Häufig wurden auch zunehmende Schwierigkeiten, die konservativen Ansichten der Gemeinde mit den persönlichen Ansichten zu vereinen genannt, die dazu führten, dass junge Frauen Kirchen und Gemeinden den Rücken kehren.

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Persönliche Beobachtungen

Neben den Ergebnissen unserer Umfrage habe ich auch einige Leiterinnen und Leiter im deutschsprachigen Raum nach ihrer Einschätzung gefragt, wie sie die Situation junger Frauen in unseren Kirchen und Gemeinden wahrnehmen würden. Hier stellvertretend drei persönliche Wahrnehmungen: Die Theologin Evi Rodemann, die mit ihrem Team von LeadNow junge Leiterinnen und Leiter fördert, hat gemischte Gefühle, wenn sie an die GenZ denkt: „Ich freue mich über den Aufbruch, den es zurzeit in England gibt. Eine Hälfte meines Herzes ist dennoch sehr besorgt, wenn es um die Integration und Förderung von jungen Frauen geht. Wenn wir deren Stimmen nicht ernst nehmen, werden sie sich leise verabschieden und damit für weitreichende Konsequenzen in unserem Gemeindeleben und missionarischen Diensten sorgen. Jetzt ist der Zeitpunkt, gezielt die hier genannten Themen zu thematisieren und sich gemeinsam auf den Weg zu machen.“

Angela Schmidt, Co-Chefredakteurin des von Campus für Christus Schweiz herausgegebenen Amen-Magazins meinte, dass sie in ihrem unmittelbaren Umfeld ähnliche Entwicklungen erlebe, wie sie auch in der Barna-Studie genannt wurden: „Mehrere Frauen und Mütter aus meinem direkten Umfeld haben vor ein paar Jahren ihrer Kirche den Rücken gekehrt, machen nicht mehr mit beim wöchentlichen Gottesdienstbetrieb, bei dem sie jahrelang ehrenamtlich an vorderster Front mitgewirkt haben, und suchen sich andere, leisere, intimere, selbstermächtigende Formen des Miteinander-Unterwegsseins – teils nur unter Frauen, aber auch mit anderen Familien. Diese Formen hatten sie schon zuvor in einer gewissen Weise (Kleingruppen, Mütter- Kind-Treffs etc.), nun bauen sie diese einfach um beziehungsweise aus.“

Lothar Krauss, der durch seine jahrzehntelange Tätigkeit als Pastor, Coach, Blogger und Sprecher viele Erfahrungen in der christlichen Szene gesammelt hat, nimmt als Pastor der VivaKirche in Mannheim seine Gemeinde als einen Ort wahr, wo Frauen sehr aktiv sind: „Frauen – auch über die jungen Generationen hinaus – sind sehr präsent und engagiert in allen Bereichen. Sie übernehmen Verantwortung im Ältestenkreis, in Leitungsteams und weiteren zentralen Aufgabenfeldern.“ Ein Grund dafür könnte auch daran liegen, dass er sagt, für sie als Gemeinde spiele die Frage nach dem Geschlecht in der Vergabe von Verantwortung kaum eine Rolle, „vielmehr schauen wir auf Begabung, Berufung und Bereitschaft.“

„Eine große Rolle spielte auch der Wunsch nach Veränderung und Modernisierung der Kirchen und Gemeinde – dass die konservativen Ansichten und kirchlichen Strukturen an moderne Lebensentwürfe angepasst würden.“

Was müsste sich ändern?

Darin könnte ein Schlüssel liegen. Denn neben der Frage, warum sich junge Frauen von Kirche und Gemeinde abwenden, haben Evi Rodemann und ich unsere Umfrageteilnehmerinnen auch gefragt: Was müsste sich ändern, damit Kirche für jüngere Frauen (wieder) relevant wird oder bleibt? Folgende Punkte wurden uns genannt: Frauen wünschen sich mehr Gleichberechtigung und Repräsentation, etwa durch Beteiligung an Leitungsfunktionen und stärkere Sichtbarkeit weiblicher Perspektiven in Kirche und Predigt. Daneben wurde der Wunsch nach mehr Vielfalt und Inklusivität geäußert, die Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen wie Singles oder Alleinerziehende und auch ein anderer Umgang mit queeren Frauen. Gewünscht wurden auch mehr Gemeinschaft und dass die Angebote der Gemeinden vielfältiger würden: altersunabhängig, lebensnah – nicht nur für Familien, sondern auch für Singles – sowie Begleitung durch Mentoring und die Möglichkeit zu niederschwelligen Begegnungen. Eine große Rolle spielte auch der Wunsch nach Veränderung und Modernisierung der Kirchen und Gemeinde – dass die konservativen Ansichten und kirchlichen Strukturen an moderne Lebensentwürfe angepasst würden. Und dass es Angebote gäbe, die das persönliche und geistliche Wachstum – nicht nur von jungen Männern, sondern auch von jungen Frauen – fördern würden.

Und jetzt?

Noch erleben wir bei uns im deutschsprachigen Raum in den lebendigen Kirchen und Gemeinden zwar weder, dass dutzendweise junge Frauen sie verlassen wie in den USA, aber es ist auch noch keine geistliche Aufbruchsstimmung in der GenZ erkennbar wie in England. Und wie die Teilnehmerinnen unserer Umfrage nehme ich wahr, dass in vielen unserer Kirchen und Gemeinden junge Frauen – bei allen positiven Veränderungen, die es über die Jahre gab – immer noch mit vielen Herausforderungen und Hindernissen zu kämpfen haben, die sie zweifeln lassen, ob sie dort wirklich auf Dauer bleiben und sich engagieren können. Deshalb ist mein großer Wunsch, dass wir jetzt schon unsere Kirchen und Gemeinden so gestalten, dass hier beide – sowohl junge Frauen als auch junge Männer – ein geistliches Zuhause finden, in dem sie sich ihren Begabungen entsprechend einbringen können, wertgeschätzt, gefördert und ermutigt werden, völlig unabhängig von ihrem Geschlecht.

Quellen: relevantmagazine.com, www.americansurveycenter.org, www.biblesociety.org.uk

MELANIE CARSTENS ist Chefredakteurin der Frauenzeitschrift JOYCE .



Dieser Artikel ist in der Frauenzeitschrift JOYCE erschienen. JOYCE ist wie Jesus.de ein Angebot des Bundes-Verlags.

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24 Kommentare

  1. Weil viele Gemeinden die Wiederkunft Christi nicht mehr erwarten, nicht mehr nach dem Vorbild der Urkirche leben (im Heiligen Geist), und sich in weltliche Dinge verstricken lassen.
    Achtung! Das freut natürlich den Widersacher.
    Die Briefe von Paulus reichen vollkommen aus um die heutigen Kirchen zu lehren, und Jesus nachzufolgen, (nicht uns selbst).

  2. Die ganze Kommentarspalte ist für die Tonne !
    Warum ?
    Weil sie in Gänze aus Dünkel besteht.
    Tut weder dem Thema noch der Kirche gut.

    • Du beschwerst dich hier am laufenden Band.

      Wenn Jesus.de so schlecht ist, warum postest du dann hier?

      Nein, ich will dich nicht vertreiben. Ich verstehe es nur nicht.

        • Folgendes ist mein Empfinden auf Grund deiner posts, die ich nur als Text lesen kann, aber Dich als Mensch dahinter nicht kenne. Das einschränkend vorausgeschickt.

          Du nimmst hier vieles sehr persönlich. Und Du greifst User oft auch persönlich ziemlich an, u.a. mich. Oft geht das von Dir aus.

          Ein Diskussionsforum ist auch ein (sachliches) Streitforum. Man spricht ja auch von Streitkultur. Diese hat einen Rahmen, der hier durch die Nutzungsordnung vorgegeben ist und meines Erachtens hier auch gut moderiert wird.

          Widerspruch ist daher kein persönlicher Angriff und eine andere Meinung schon gar nicht. Das ist Sinn eines Diskussionsboards.

          Wenn man lieber mit Menschen diskutiert, die möglichst die eigene Ansicht vertreten, dann sind geschlossene Facebook-Gruppen besser geeignet.

          • “ Folgendes ist mein Empfinden.
            Du bestätigst lediglich meine Meinung über euern Dünkel. Nennst du das Widerspruch ?

            Ansonsten : Ich mache Urlaub.

  3. Okay, ich bin eher in katholischen Kirchen. Auch wenn Frauen nicht Priester werden können, haben sie schon so einige Möglichkeiten, im pastoralen Dienst mitzuarbeiten. Ich persönlich habe eigentlich kein Problem damit, dass manches nur in der Hand von Männern liegt. Beruflich möchte man natürlich gleichberechtigt mit Männern sein (da gibt es in der Wirtschaft aber so manche Seilschaften), aber im persönlichen Bereich wollte ich jetzt nicht unbedingt männliches Verhalten kopieren. Dass sich jüngere Leute aus solchen Gründen aus der Kirche zurückziehen, denke ich eher nicht. Das Thema beschäftigt schon eher die ältere Generation. Ich würde sagen, jüngere suchen eher nach dem Sinn des Lebens, wenn sie etwas mit Kirche anfangen können.

    • „. Ich würde sagen, jüngere suchen eher nach dem Sinn des Lebens, wenn sie etwas mit Kirche anfangen können. “
      Ein wichtiger Satz ganz lapidar gesprochen, b.z.w. geschrieben.

      Was war und ist für Sie persönlich der Grund, warum Sie “ etwas mit Kirche anfangen können „?

      Finden Sie, dass die statistischen Angaben im Text stimmen ?
      Finden Sie sich darin wieder ?

      • Ich komme ja aus einer gemischt-konfessionellen Patchworkfamilie und mich haben die Messen immer irgendwie ergriffen. Ich kenne die Kirche ja nun auch schon sehr lange, auch wenn ich früher evangelisch war, und die Männer/Frauen-Thematik ist mir gar nicht so aufgefallen. Viele Zahlen im Text beziehen sich ja nicht unbedingt auf Deutschland und wenn, dann eher auf den freikirchlichen Bereich. Bin übrigens auch nicht mehr so ganz jung.

        • Danke Anja WOH für Ihre Antwort.
          Für mich geht und ging es immer um den Sinn des Glaubens, nicht um die soziale Thematik.

  4. Es wird hier leider dauernd auf Frauen eingedroschen, mal offen diskriminierend, mal subtil versteckt, aber es ist ein Dauerthema.
    Und nicht immer als solches erkennbar .

    Insofern, gehabt euch gut, liebe christliche Foristen.

  5. Die Erde ist keine Scheibe, aber alle Existenz unerklärlich

    Antwort an Chey: Es gibt nichts, was nicht im Internet behauptet wird. Jeder könnte sich eine Bibliothek allein solcher Literatur zulegen und würde durch zahlreiche Widersprüche, die dann entstehen, sehr schnell geistesgestört. Ich kann mich noch gut an die Zeit kurz nach 1968 erinnern, in der manche Leute (die sich für besonders klug hielten) große Freude daran hatten, möglichst Absurditäten zu behaupten. Es konnte tatsächlich nicht beweisbar sein (und es völlig unbeweisbar wäre zu belegen), daß wir wirklich existieren. Wozu dann sogar heutige wirklich auch erschreckenden Erkenntnisse der Quantenphysik führen. Da gibt in der tiefsten Tiefe der Materie nur noch Quantenschaum (das möchte ich auch nicht bezweifeln), eigentlich nur noch Mathematik und sich überlagernde Wahrscheinlichkeiten. Dies hat damit zu tun, daß wir dort eine Grenze überschreiten, die in Unklärlichkeiten führt. Dies schafft aber nicht Gründe, darüber im etwas Grobstöfflicheren, unsere Naturgesetze nicht mehr als real anerkennen. Denn diese können stets durch Experimente, im Labor, mathematisch und mit Vernunft stets bewiesen werden. Aber es wird immer wieder Türen geben, die sich unserem Wissen öffnen und dann wieder neue Türen, sowie wieder Türen usw. Im Kern geht es dann darum, ob wir gerade daher auch mehr Urvertrauen haben. Eine Formel für alles wird zu unserer Sicherheit auch niemals gefunden. Wir sind niemals Gott und daher ist das real Unendliche nicht dazu gemacht, daß es sich in endliche Logik auflöst. Da bleibt die Erde eine Kugel, die Natur ein Wunder und das Universum informiert. Denn wer hat den Baum informiert, daß er im Herbst seine Blätter abwirft? obwohl er dies nicht in unserem Sinne beabsichtigt oder so nur denkt. Was wir heute aber durchaus wissen können, daß das unendlich Entfernte auf einer untersten Ebene mit allem was existiert, als Einheit zusammenliegt und zusammenhängt. Aber die Kreatonisten gehen eher einen sehr entgegengesetzten Weg. Sie behaupten, Gott habe wie ein Architekt oder Ingenieur sich alles ausgedacht und die Welt einfach zusammengeschraubt. Wobei auch unser altes Sinnbild, daß Elektronen den Atomkern (wie Planten die Sonne) umkreisen, eben so doch lediglich eine Hilfskonstruktion ist. Genauso könnten sie um den Atomkern eine Schale bilden. Alle diese Elementarteilchen sind zugleich Welle, oder auch Bahn eines tatsächlichen Teilchen`s. Je nach Experiment verändert sich unsere Sichtweise. Es hängt wirklich alles mit allem zusammen. Daß der Mensch aber nicht aus Lehm erschaffen wurde, wussten damals bereits unsere Erzähler und der Autor unserer Schöpfungsgeschichte, weil hier die Fabel das einzige Mittel ist, um nur dunkel erkennbare Wirklichkeit zu erzählen. So wie auch christliche Dogmen eher zum Aberglauben werden, wenn man sie wortwörtlich nimmt. Der Gott in drei Personen (Trinität) ist eine von Menschen hier (eher ungeschickt) formulierte und auf einem alten Konzil beschlossene Formel, um Unendlichkeit und Vielschichtigkeit Gottes einsichtig zu beschreiben. Heute wäre sinnvoller dies etwa mit „vielschichtig“ zu formulieren. Gott ist sehr kreativ, immerhin wurde er ein Mensch.

    • > Es gibt nichts, was nicht im Internet behauptet wird.

      Unterschätze das nicht. Das geht weit über das Internet hinaus, wobei das heute natürlich ein Katalysator ist.

      Die Flat-Earth-Bewegung klingt wie eine lustige Nerd-Gruppe, ist aber in Teilen eine rechtsradikale und zutiefst demokratiefeindliche christlich-fundamentalistische Bewegung auch im realen Leben.

      Und zum Kreationismus: In den USA sind 40 % der Christen Kreationisten und das sind die, die derzeit den Ton mit Trump angeben. Da geht es um Forschungsgelder, Schulinhalte, Bibliothekenbücherbestand und vieles mehr. Es ist zutiefst wissenschaftsfeindlich.

      > Der Gott in drei Personen (Trinität) ist eine von Menschen hier (eher ungeschickt) formulierte und auf einem alten Konzil beschlossene Formel, um Unendlichkeit und Vielschichtigkeit Gottes einsichtig zu beschreiben.

      Sehe ich anders. Für mich ist das der christliche Versuch, einen Menschen zum Gott zu erklären trotz der 10 Gebote und dem eklatanten Widerspruch zur jüdischen Mutterlehre, auf die man sich ja eigentlich beruft.

    • Danke für die Kritik. Die gestrichenen Absätze hatten jedoch, wie Sie selbst wissen, nichts mit Ihrer tehologischen Ausrichtung zu tun, sondern mit den Nutzungsbedingungen. Auf die weisen wir an dieser Stelle gerne noch einmal hin – vor allem Punkt 2. Insgesamt handhaben wir das tendenziell locker. Es wäre schön, wenn das so bleiben könnte. MfG, das Jesus.de-Team

    • > wenn ihr liebe Jesus.de Leute nur auch so streng bei „liberalen“ Kommentatoren wärt!

      wenn es dich beruhigt:

      Sind sie!

      Von mir wird immer mal wieder- wenn auch doch eher selten, ich passe da inzwischen besser auf- etwas nicht veröffentlicht oder wie bei dir teilweise gestrichen.

      Das ist Hausrecht und meist verstehe ich auch, was der Grund dafür war und kann den akzeptieren.

      Jesus.de lässt nach meiner Erfahrung fast jede Glaubenseinstellung durchgehen und ist nur an einem Punkt streng: Wenn man ganz konkret jemand von hier aus dem Diskussionsbereich beleidigt oder etwas heftiger angeht. Außer wenn es sie selbst betrifft, da lassen sie auch viel stehen, was ich an ihrer Stelle teilweise nicht stehen lassen würde.

      Und derzeit scheint auch die Urlaubswelle zugeschlagen zu haben, die der Redaktion herzlich gegönnt sei. Einige meiner älteren Kommentare, die meines Erachtens nicht mal ansatzweise löschwürdig sind, wurden nicht veröffentlicht. Auch davon geht die Welt nicht unter und irgendwann liest ja eh keiner mehr die alten Diskussionen. Nur Bernd könnte den Eindruck haben, dass ich seine Fragen nicht beantworte. Doch, tue ich. 😉

      Insofern, nimm es locker. Es gibt ja auch noch Facebook oder X, da wird nichts mehr gelöscht. Außer vielleicht Trump- oder Muskkritisches. 😉

      • Tatsächlich haben Urlaubszeit und krankheitsbedingte Ausfälle den Redaktionsalltag beeinträchtigt. Mehrere ältere Kommentare verschiedener Autorinnen und Autoren wurden aber mittlerweile freigeschaltet. MfG, das JDE-Team

    • Nur möglich, wenn die Bibel nicht mehr ausgelegt wird

      US-Verteidigungsminister Hegseth ist bekennender Kirchenanhänger. Nun teilte er ein Video über eine evangelikale Gemeinschaft, in dem sich Pastoren gegen das Wahlrecht für Frauen aussprechen.“

      Es scheint die philosophische Annahme richtig zu sein, und gleichzeitig auch jene der Quantenphysik, daß alles was denkbar ist auch Wirklichkeit sein kann. Etwas anderes kann dazu nicht gesagt werden, wenn hier die Gleichberechtigung der Frau aus Sicht einer Kirchengemeinschaft wieder als Verfassungsrecht gestrichen werden soll. So etwas ist aber nur möglich, wenn man die Bibel nicht mehr auslegen darf, auch hier nicht an Jesus selbst und am Neuen Testament. Wenn also alles was in der Bibel steht wortwörtlich wahr wäre, ohne Berücksichtung daß die Heilige Schrift nicht nur Glaubenserfahrung sowie Gottesbegegnung überliefert, aber es in ihr zudem unterschiedliche Literaturformen gibt. Beispielsweise ist auch die sehr weise Schöpfungsgeschichte dann nicht von den Autoren wörtlich gemeint,sondern als Glaubensbekenntnis und zudem Schöpfungshymnus. Letztere ist ja durchaus auch Wahrheit, aber doch keine historische und wissenschaftliche Wahrheit, sondern Gott als Schöpfer nur Urgrund von allem ist. Daß die Frau dem Mann untertan sei, war Realität in der Antike bzw. bei den Israeliten. Aber niemand kann noch heute behaupten, die Erde sei eine Scheibe. Verbalinspiration, d. h. die Wortwörtlichkeit der Schrift, ist heute selbst bei Glaubensgemeinschaften die Sekten sind, niemals durchzuhalten. Lieber macht man es lieber so, wie etwa die Zeugen Jehovas, daß man die Wahrheit der Bibel der eigenen Lehre anpasst und zwar dadurch, wenn dann manches als wörtliche Wahrheit und anderes als symbolische Wahrheit angesehen wird. Aber so ist leider auch die von den US-Erzkonservativen gewünschte steinzeitliche Vorstellung einer neuen Vision ihrer Gesellschaft: Mit einer sehr legalistischen Moral und striktem Verbot sexueller Aufklärung durch Schulen. Wenn Jesus meinte, kein Komma solle am Wort Gottes geändert werden, hatte er eher an mögliche Abschreibfehler (oder Fälschung) beim Anfertigen einer Thorarolle (der 5 Bücher Moses und der Propheten) gedacht. Da kann schon ein falsches Wort den Sinn eines Textes fatal in sein Gegenteil verkehren. Auch die christlichen Mönche, die Bibeln anfertigten, mussten auf Exaktheit achten. Modern würde man eine Fälschung der Wahrheit Jesu in Alternativen Wahrheiten sehen, oder dass man eine bestimmte Sorte Mitmenschen von Herzen hassen muss. Christinnen und Christen glauben, daß dann der Schöpfer aller Dinge unsere Realität umfasst und in allen Dingen ist, sowie auch der absolut Gute, also dann auch völlige Liebe. Gott ist in Person alle Wahrheit. Der christliche Glaube ist demnach nicht eine – wie in anderen Religionen – völlig widerspruchsfreie Erklärung der Natur, des Universums und einem Sinn des Lebens.

      • > Aber niemand kann noch heute behaupten, die Erde sei eine Scheibe.

        Oh doch. Schließlich widerspricht die Kugel der Bibel und die Bibel hat Recht. Die flat-earth-society, die es natürlich heute noch gibt, hat deshalb auch einen christlichen Ursprung.

        Und schließlich behaupten auch christliche Kreationisten, die Erde wäre erst ein paar tausend Jahre alt. Was in den USA wohl ein großer Teil der Evangelikalen auch glaubt.

        Quarks Science-Cops Folge 88 – Die Akte Flache Erde – quarks.de https://share.google/cZBIUBWk43315lhW3

      • [gestrichen – das JDE-Team] Hier das Jesus-Zitat im Wortlaut
        „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht“

        [gestrichen – JDE-Team]

        Noch kurz zum Thema. Die Autorin mag recht haben, junge Frauen verlieren die Anbindung an christliche Gemeinschaften, allerdings sind es nur noch wenige Gruppen die Frauen irgendetwas verwehren, die Katholische Kirche bildet hier eine Ausnahme.
        Die Umfragen spiegeln doch einen allgemeinen Trend wieder, befragt man eine xbeliebige junge Person im Land zum Glauben und Kirche, kommen vermutlich die vorgestanzten Antworten “ Gleichberechtigung, Vielfalt, Inklusion, moderne moralische Werte.
        Sorry, aber wenn junge Frauen heutzutage so tun als ob sie noch das Wahlrecht zu erobern hätten, drängt sich mir der Eindruck auf man versucht krampfhaft die Mär vom unterdrückten Geschlecht aufrechtzuerhalten.
        Das traditionelle, überlieferte Glaubensverständnis zerbröselt in der westlichen Welt, die Lösung scheint die Anpassung an den Zeitgeist zu sein, was ich für die Erfüllung der paulinischen Warnung halte , am Ende der Zeit werden die Leute sich Lehren zuwenden nach denen ihnen die Ohren jucken. Aber keine Angst, parallel dazu wird sich die „Gemeinde Jesu“ finden, vielleicht nicht als Massenbewegung, aber als Salz in der Suppe !

        • Es gibt ja einige Gruppen, die meinen, sie und nur sie hätten die,Wahrheit und auch nur sie würden deshalb in den Himmel kommen.

          Schaue ich mir diese Gruppen aber so an, stellt dich für mich die Frage: Möchte ich mit denen wirklich die Ewigkeit verbringen?

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