Harald Bretschneider u. Bernd Oettinghaus (Hrsg.): „Das Wunder der Freiheit und Einheit“

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Nach insgesamt 40-jähriger Diktatur in der DDR sehnte sich die Mehrheit der Bevölkerung nach mehr Freiheit. Dazu gehörten die Reisefreiheit Richtung Westen sowie Gerechtigkeit und Frieden. Am 7. Oktober 1989 stand Gorbatschow neben Honecker auf der Tribüne und nahm die Parade zum 40. Jahrestag der DDR ab. Gleichzeitig demonstrierten Tausende für demokratische Reformen. Erst als Gorbatschow schon auf dem Weg zum Flughafen war, griffen die Sicherheitskräfte brutal ein und trieben die Demonstranten prügelnd vor sich her.

Zwei Tage später demonstrierten Tausende in Leipzig, Halle, Berlin und anderen Orten mit brennenden Kerzen in der Hand. So entfaltete sich Geschichte: Als Einzelne sich aus ihrer Komfortzone lösten und sich auf den Weg zu irgendeiner Kirche, einer Zusammenkunft oder Demonstration machten. Dieser Mut übertrug sich mehr und mehr auf die weitere Bevölkerung, die schon bald Straßen und Plätze füllte, bis am 9. November die Mauer bröckelte – ohne Blutvergießen.

Eine Pilgerreise

Dieses Buch nimmt uns mit hinein in eine Zeitspanne vom 3. Oktober bis 9. November 1989. Jeder einzelne Tag wird eingeleitet mit einer Bibelstelle und einem Text, der die wichtigsten Ereignisse dieses Tages darstellt. Es schließt sich ein Zeitzeugnis an. Beendet wird der Tag mit Hintergrundinformationen sowie insgesamt mit vielen Bildern. So nimmt das Buch mit auf eine Pilgerreise entlang der Stationen einer friedlichen Revolution. Es entfaltet vor uns das eigentliche Wunder, dass in einem Staat, wo Christen als abzuschaffende Spezies angesehen waren, plötzlich die Besinnung auf Gottes Wirken und Hoffnung auf Veränderung einsetzte und Menschen den Mut hatten, sich friedlich zu erheben.

Es ist eine Dokumentation, die sich wie ein Krimi liest. Die ersten Tage waren noch von Gewalt vonseiten des Staates geprägt. Doch das Volk praktizierte die Gewaltlosigkeit konsequent auf den Straßen. Dass die sozialistisch geprägten Menschen im Geiste Jesu handelten, das ist ein Wunder biblischen Ausmaßes. Dafür hatten die Gemeinden gebetet und darauf war die Regierung nicht vorbereitet. Dafür gab es keinen Einsatzbefehl. Es war eine Bereicherung für mich, diese Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen und zu staunen über das Wunder, das sich damals vor unseren Augen entfaltete.

Von Ingrid Bendel

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5956-2
Seitenzahl: 288
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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