„I still believe“ ist ab morgen in den deutschen Kinos zu sehen. Der Film erzählt die Geschichte des christlichen Sängers Jeremy Camp, der kurz nach der Hochzeit seine Frau verlor. Ein Interview mit dem Mann hinter der Biografie.

Von Elise Stone

Jeremy, „I Still Believe“ erzählt die Geschichte deines Lebens. Wie fühlte sich das an, als die Dreharbeiten begannen?
Jeremy Camp: Bevor ich den Hauptdarsteller K. J. Apa am Filmset kennenlernte, war ich nervös und, ehrlich gesagt, auch etwas skeptisch. Doch als ich ihm begegnete, lösten sich meine Sorgen in Luft auf. Er kam auf mich zu, umarmte mich und sagte: „Es ist mir eine Ehre, dich darstellen zu dürfen.“ Später, als ich zusammen mit meiner Frau dabei zusah, wie er mich spielte, mussten wir oft lachen, weil wir einige Ähnlichkeiten in unseren Persönlichkeiten feststellten – also passte es perfekt. Natürlich ist es merkwürdig, dabei zuzusehen, wie eine andere Person dich spielt. Aber er legte echt sein ganzes Herz in die Rolle.

„Ich wünsche mir, dass sie ein ganz neues Bild von Gott bekommen.“

Ein junger Schauspielstar verkörpert dich – einen christlichen Sänger. Passt das zusammen?
Absolut. Und es ist das Größte für mich, dass Gott diese Tür geöffnet hat und dieser Film nun Menschen erreichen wird, die nie einen Fuß in eine Kirche gesetzt haben. Ich wünsche mir, dass sie ein ganz neues Bild von Gott bekommen. Das ist auch der entscheidende Grund, warum ich das tue, denn – ganz ehrlich – die Welt braucht keinen Film über Jeremy Camp. Aber sie braucht Hoffnung, die Hoffnung, die Jesus schenkt.

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Wie stark warst du an den Dreharbeiten beteiligt?
Ziemlich viel. Ich war mit meiner Familie sehr oft am Set. K. J. kam manchmal zu mir und fragte mich, wie ich in dieser Situation geantwortet habe. Wie ich mich damals gefühlt habe. Aber das Drehbuch war einfach schon unglaublich gut. Ich hatte recht schnell die Zuversicht, dass sie das gut machen. Als ich den fertigen Film dann das erste Mal sah, übertraf er all meine Erwartungen.

„Manchmal weißt du nicht, wie tief deine Beziehung zu Gott ist, bis du richtig harte Zeiten erlebst.“

Der Film zeigt unter anderem, wie deine Frau kurz nach eurer Hochzeit stirbt, obwohl du so viel für sie gebetet hast. Wie wirkte sich diese Lebenskrise auf deinen Glauben aus?
Manchmal weißt du nicht, wie tief deine Beziehung zu Gott ist, bis du richtig harte Zeiten erlebst und realisierst, wie nah oder fern du ihm gerade bist. Trotz all dem Schmerz stärkte diese Zeit meinen Glauben sehr. Auch wenn ich Gott ja schon vorher kannte, vertiefte das unsere Beziehung extrem. Denn plötzlich ging es ganz existenziell darum, ob ich diesem Gott vertraue und weiter daran glauben kann, was er in der Bibel verspricht. Die große Frage, die dieser Film stellt, ist deshalb auch: „Glaubst du immer noch daran, dass Gott gut ist und dich liebt?“ Denn manchmal haben wir große Fragen, wir erleben Angst und Trauer. Dann ist es ein Kampf, dennoch zu sagen: „Ich glaube immer noch!“

Wie können wir es schaffen, an Gott festzuhalten, wenn wir durch schwierige Zeiten gehen?
Was ich in all den Jahren über Schmerz und Trauer gelernt habe, ist: Es gibt nicht die eine Methode, mit der wir wieder alles in den Griff bekommen. Manchmal wünschte ich zwar, das wäre so. Doch dann schaue ich oft zurück und staune, wie treu Gott am Ende in allem war. Drei Dinge habe ich dabei gelernt: 1. Wenn ich in die Bibel schaue, finde ich so viele krasse Versprechen, an denen ich mich festhalten kann. Zum Beispiel in Psalm 34,19 a: „Er ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Oder in Hebräer 13,5 b: „Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.“ Wenn ich also gerade frage „Gott, bist du überhaupt da?“, geben mir diese Verse die klare Antwort Gottes: „Ja, ich bin da!“

„Das, was hier auf der Erde passiert, geht vorüber.“

Und der zweite Punkt?
Laut 2. Korinther 4,17 ist das Leid, das wir erleben, nichts im Vergleich zur Herrlichkeit, die uns im Himmel erwartet. Das, was hier auf der Erde passiert, geht vorüber. Klar, das ist überhaupt nicht leicht, wenn wir mittendrin stecken. Aber ich durfte lernen, in schwierigen Zeiten zu wissen: Das ist für den Moment so, aber es wird nicht immer so bleiben, denn mit der Perspektive Ewigkeit kann ich voller Hoffnung Großes erwarten. Meine damalige Frau Melissa sagte, kurz bevor sie starb: „Wenn auch nur eine Person ihr Leben Jesus gibt, weil sie unsere Geschichte hört, hat es sich gelohnt.“

Was hast du noch gelernt?
Dass es okay ist, zu trauern und Fragen zu stellen. Selbst Jesus fragte am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und er sündigte nie. Er war fehlerlos. Wenn wir Gott erzählen, wie verletzt und wütend wir sind, hat er keine Angst davor. Er rennt nicht schreiend weg, weil er nicht fassen kann, dass wir eine Krise haben. Er ist ein großer Gott!

Welche Message soll „I Still Believe“ nun vermitteln?
Ich wünsche mir, dass Menschen durch den Film erkennen dürfen: Jesus ist die Hoffnung! Auch wenn wir alle mal in Schwierigkeiten stecken, Schmerz und Leid erfahren, bleibt die Frage: Wohin rennen wir dann? Zu Dingen, die uns süchtig machen, oder zur einzigen Quelle der Hoffnung? Ich rannte zu Jesus. Nur so bin ich durchgekommen.

I Still Believe – Der Film
Am 13. August startet das Drama in den deutschen Kinos. Schauspieler: u. a. K. J. Apa („Riverdale“), Britt Robertson („Tomorrowland“), Gary Sinise („13 Reasons Why“) und Sängerin Shania Twain.


Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift DRAN erschienen, die wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

 

 

 

 

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