Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-579-07153-4

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Carsten Jochum-Bortfeld: Paulus in Ephesus

Paulus in Ephesus – das ist in Lernstuben, Hörsälen und Bibliotheken meist ein Apostel, der in den Jahren 60 bis 64 nach Christus, wahrscheinlich von Rom aus, einen Brief verfasste. Dieser Brief wurde in Ephesus vorgelesen und er gilt bis heute als eines der Standardwerke über den göttlichen Ursprung der Gemeinde, einschließlich des Heilsplans Gottes.

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Carsten Jochum-Bortfeld, Professor für Neues Testament am Institut für evangelische Theologie der Universität Hildesheim, nimmt Paulus samt seinen Mitstreitern und den Einwohnern der Stadt Ephesus aus der antik-abstrakten Vorstellung heraus. Das Setting, in dem die Menschen aus verschiedenen Milieus an der türkischen Ägäisküste lebten, beschreibt Professor Jochum-Bortfeld lebendig und alltäglich. Der Autor stellt nicht die Oberschicht in den Fokus, sondern Frauen und Männer, die dabei waren eine Gesellschaft zu entwickeln und aufzubauen. Nicht das Machtwort eines Einzelnen trieb die Menschen an. Es geht darum, wie die damalige Gesellschaft ihren Alltag gestaltete und Ungerechtigkeit und Gewalt erlebte.

Sprachfluss und Duktus des Autors sind gut verständlich. Jochum-Bortfeld nimmt die Lesenden mit auf einen Rundgang durch das Ephesus zur Zeit der Ankunft von Paulus, Titus und Timotheus im Jahr 54 nach Christus. Der Autor nimmt an, dass auch die Briefe nach Korinth, Galatien und Rom von den Eindrücken der Hauptstadt der Provinz Asia geprägt wurden. Häuser und öffentliche Bauten sind nicht von Natur gegeben, sondern von Menschen erdacht und Ergebnis gemeinsamer Entscheidungen. Diese Entscheidungsfindungen stellt Jochum-Bortfeld nach. Er versucht, unterhaltsam nachzuzeichnen, was sich auf den Plätzen, in Straßen und Häusern, in Synagogen und vor Gericht, abgespielt haben könnte. Das gelingt ihm sehr plastisch.

Lesende, die gerne tiefer in die Themen einsteigen wollen, gibt der Autor am Ende des Buches eine umfassende Liste mit weiteren Literaturhinweisen. „Paulus in Ephesus“ ist empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die sich für sozialgeschichtliche Bibelauslegung interessieren. Ebenso für Leser, die sich den Inhalt des Briefes gerne bildhaft vorstellen wollen: in den Ruinen der Stadt an der türkischen Ägäis, in den Arenen der Gladiatorenkämpfe; in den Hanghäusern ebenso wie in den Wohnungen der unteren sozialen Schichten.

Von Silke Meier

Leseprobe (PDF)

ZUSAMMENFASSUNG

„Paulus in Ephesus“ ist ein Werk, das neben Bibellexika und Bibelkommentaren einen berechtigten Platz in der Hausbibliothek hat. Jochum-Bortfeld ist ein Autor, der es versteht, den akademischen Duktus für eine Weile abzulegen und den Leser mitzunehmen auf einen spannenden Spaziergang durch die Ruinen einer vergangenen Zeit.

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„Paulus in Ephesus“ ist ein Werk, das neben Bibellexika und Bibelkommentaren einen berechtigten Platz in der Hausbibliothek hat. Jochum-Bortfeld ist ein Autor, der es versteht, den akademischen Duktus für eine Weile abzulegen und den Leser mitzunehmen auf einen spannenden Spaziergang durch die Ruinen einer vergangenen Zeit.Carsten Jochum-Bortfeld: Paulus in Ephesus