Immer wieder erreichen die Öffentlichkeit Enthüllungen von Skandalen und eklatantem Fehlverhalten von christlichen Leitern und Organisationen. Grund genug, das Thema bei der Wurzel anzupacken. Michael Herbst und Thomas Härry haben im vorliegenden Buch zahlreiche Beiträge gesammelt, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Im ersten Teil des Buches geht es um „Fehler, Fallen, Eitelkeiten“, während der zweite Teil stärker individuelle und strukturelle Strategien zum Schutz vor dem Stolpern und Fallen von Führungskräften offeriert.
Aus einer Vielzahl an Beiträgen ragen mehrere inhaltlich hervor. Dazu gehört das Kapitel von Thomas Härry, der typische Fallstricke und Stolpersteine von Führungskräften identifiziert und dabei konstatiert: „Führung ist immer gefährdet.“ Wie mit Macht produktiv umgegangen werden kann und welche persönlichen Grenzen im Leiten es braucht, schildert Michael Herbst in zwei Kapiteln.
Die Stärke des Buches liegt in seiner doppelten Ausrichtung: Praxisnähe und theologische Reflexion gehen Hand in Hand und vermitteln am Ende nicht ein ernüchterndes, resignatives Gefühl, sondern zeigen Wege auf, wie Einfluss zum Wohl der Menschen und nach Gottes Maßstäben gelebt werden können.
Hilfreich sind die „Fragen zum Nach-Weiter-Selber-Denken“, die im Anschluss an jedes Kapitel auch als Impulsgeber für ein Gespräch im Hauskreis, der Kleingruppe oder der Gemeindeleitung dienen kann. Literaturempfehlungen zu den jeweiligen Schwerpunkten runden das tiefgründige, gut lesbare und – leider – notwendige Buch ab.
Von Andreas Schmierer
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