In seinem Buch betont Fabian Vogt die Bedeutung von Zeugnissen für die Weitergabe der Botschaft Jesu. Berichte von Menschen, die Jesus begegnet sind, geben authentisch und lebensnah wieder, welche Wirkung Jesus im Leben entfalten kann und welchen Einfluss eine Begegnung mit ihm hat. Dies galt nicht nur zu Jesu Lebzeiten, sondern lässt sich auch auf die Gegenwart übertragen. Die Kraft von Jesu Wirken ist nicht allein theologisch erfassbar, sondern muss mit dem Herzen erlebt werden.
Vogt veranschaulicht in seinem Buch die Wirkung der Zeugnisse, indem er ein Experiment durchführt: Er lässt 40 Personen aus dem Neuen Testament zu Wort kommen, die Jesus begegnet sind. Jede dieser Personen schildert auf vier Seiten aus der Ich-Perspektive, wie Jesus sie persönlich berührt hat und welchen Einfluss diese Begegnung auf ihr Leben ausgeübt hat. Jedes Zeugnis endet mit vier tiefsinnigen, meist psychologischen Fragen zur Person und zum Bibeltext, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen.
Vogt zeigt in den 40 Zeugnissen, dass er sich gut in die Lebenssituation der Männer und Frauen hineinversetzen kann. Gelegentlich ergänzt er die einzelnen Texte durch theologisches Fachwissen, zum Beispiel zu Ritualen, zur Bedeutung von Namen oder zu anderen kulturellen Hintergründen jener Zeit. Die Kurzzeugnisse sind chronologisch geordnet. Sie beginnen mit den ersten Begegnungen, die Jesus bereits im Mutterleib hatte, und enden mit den Begegnungen nach seiner Auferstehung.
Vogt ermutigt in seinem Buch dazu, sich selbst Fragen zur eigenen Jesus-Begegnung zu stellen und zu reflektieren, wie man dieses Erlebnis schnell und verständlich wiedergeben kann. So wird man selbst zum Zeugen einer persönlichen Beziehung zu Jesus.
Insgesamt ist die Lektüre der Einzelzeugnisse kurzweilig und unterhaltsam. Man ist dabei oft überrascht, welche Gedankengänge und Assoziationen Fabian Vogt den Jesus-Begegnern in den Mund legt. Er veranschaulicht ihre Gefühlswelt, die von großer Freude über Trauer bis hin zu Mutlosigkeit reicht, auf eine Weise, die für die Leser gut nachvollziehbar ist.
Die Lektüre eignet sich sowohl zur eigenen Reflektion als auch zum gemeinsamen Lesen und Besprechen der Zeugnisse und Fragen in Gruppen. So schließt Vogt das Buch mit Hinweisen ab, die die Zusammenarbeit und den Austausch innerhalb von Gruppen fördern sollen.
von Anna Dirksen
