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Zwangsadoptionen: Church of England entschuldigt sich

Jahrzehntelang wurden Kinder in Heimen in England und Wales von ihren Müttern getrennt. Dafür hat sich die Kirche von England jetzt offiziell entschuldigt. Erzbischöfin Sarah Mullally sprach von tiefer Scham und gelobte Veränderung.

Es sind Worte, auf die viele Betroffene jahrzehntelang gewartet haben: In einer Videobotschaft hat sich Erzbischöfin Sarah Mullally für die Rolle der Church of England in historischen Adoptionspraktiken entschuldigt. «Wir bedauern zutiefst das Leid, die Traumata und die Stigmatisierung, die viele Menschen aufgrund historischer Adoptionspraktiken in Einrichtungen erfahren haben, die mit der Church of England verbunden waren», sagte die Theologin.

Zwischen 1949 und 1976 wurden in England und Wales Tausende Kinder in sogenannten Mutter-Kind-Heimen von ihren Müttern getrennt. Die Einrichtungen waren ursprünglich dafür gedacht, unverheirateten Schwangeren Schutz zu bieten und ihnen ein gemeinsames Leben mit ihren Kindern zu ermöglichen. Tatsächlich jedoch sahen sich viele Frauen unter Druck gesetzt, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Laut einer von der Kirche durchgeführten Untersuchung (PDF – Englisch) sollen im genannten Zeitraum rund 185.000 Kinder unverheirateter Mütter zwangsadoptiert worden sein. Erzbischöfin Mullally sagte dazu: »Die Scham, die euch aufgebürdet wurde, war falsch. […] Wir hingegen schämen uns zutiefst, dass dies Menschen geschah, die der Obhut christlicher Gemeinschaften anvertraut waren.«

Die Kirche erkenne an, dass Vorurteile – unter anderem aufgrund von Hautfarbe und Behinderung – die Erfahrungen der Betroffenen geprägt haben. Mullally betonte, dass diese Praktiken der Vergangenheit angehören und sich nie wiederholen dürften. Die Kirche von England verpflichte sich, zuzuhören, zu trauern und zu lernen. Betroffene Organisationen und Hilfswerke, die Mütter und Adoptierte über Jahre begleitet haben, würden ausdrücklich gewürdigt.

Die Videobotschaft von Erzbischöfin Mullally:

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