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Bangui: Franzosen beginnen mit Entwaffnung in Zentralafrikanischer Republik

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Angesichts der anhaltenden Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik haben französische Soldaten am Montag die Entwaffnung von Kämpfern vorbereitet. Dabei werden sie wenn nötig auch Gewalt einsetzen, wie der britische Sender BBC berichtete.

 Am Wochenende drangen die ersten französischen Kampftruppen auch in die umkämpfte Stadt Bossangoa im Norden des Landes vor.
 Während einer dreitägigen Gewaltwelle in der Hauptstadt Bangui wurden nach Angaben des Roten Kreuzes seit Donnerstag fast 400 Menschen getötet, 100 von ihnen allein am Freitag. Die Krankenhäuser waren mit der Versorgung der Verletzten überfordert. Nach einem Bericht der BBC wurden noch am Sonntag Leichen von den Straßen geborgen.

 Frankreich will seine Truppen vor Ort von derzeit rund 650 auf 1.600 Soldaten aufstocken, wie die Regierung am Wochenende am Rande eines französisch-afrikanischen Sicherheitsgipfels in Paris erklärte. Die Afrikanische Union will bis zu 6.000 Soldaten in das Krisenland schicken. Das sind insgesamt gut 3.000 mehr als noch Ende vergangener Woche angekündigt.

 Der UN-Sicherheitsrat erteilte der Afrikanischen Union und Frankreich am Donnerstag jeweils ein Mandat für den Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik. Die Soldaten dürfen «alle notwendigen Maßnahmen ergreifen», um Zivilisten zu schützen, die Lage zu stabilisieren und den Zugang für Helfer zu ermöglichen. Das umfasst auch den Einsatz von Gewalt.

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 Augenzeugen zufolge war die Stimmung in Bangui auch am Wochenende angespannt. Tausende Christen suchten Zuflucht am Flughafen, der nun von den Franzosen kontrolliert wird. Andere flohen in Kirchen, Moscheen und Krankenhäuser.

 Während französische Soldaten in der Hauptstadt inzwischen recht präsent sind, zeigte das französische Fernsehen am Sonntag Bilder aus anderen Städten des Landes. Dort haben offensichtlich Rebellen der offiziell aufgelösten Koalition Séléka noch immer die Kontrolle.

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 Mit dem Putsch der Séléka-Koalition gegen den damaligen Präsidenten François Bozizé begann im März die Eskalation der Gewalt. Putschistenführer Michel Djotodia wurde inzwischen zum Präsidenten erklärt. Am Wochenende räumte er in Interviews ein, dass er die einst von ihm geführten Rebellen nicht mehr unter Kontrolle habe.

 Die einstigen Séléka-Mitglieder sind überwiegend muslimisch. Inzwischen haben sich auch christliche Milizen mit dem Namen «Anti-Balaka» («Gegen die Macheten») gegründet. Viele sind Anhänger des gestürzten Präsidenten Bozizé. Obwohl die beiden Religionsgruppen bislang friedlich zusammen lebten, eskaliert nun die interreligiöse Gewalt. In Bossangoa und anderen Dörfern wurden Trennlinien zwischen den Religionsgruppen errichtet.

 Etwa die Hälfte der 4,6 Millionen Einwohner sind Christen, die übrigen Muslime. Nach Schätzungen der Hilfsorganisationen ist rund ein Zehntel der Bevölkerung auf der Flucht vor der Gewalt. Viele Dörfer sind verlassen, die Menschen verstecken sich im Busch. Dort sind sie von Hilfe weitgehend abgeschnitten. Viele haben nicht einmal genug zu essen, kein sauberes Trinkwasser und keinen Zugang zu medizinischer Hilfe. Angesichts der angespannten Sicherheitslage arbeiten kaum Helfer in dem Krisengebiet. 

(Quelle: epd)

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