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Darum sind Freikirchen nicht die Volkskirchen der Zukunft

Profitieren Freikirchen vom Niedergang der Landeskirchen? Nein, sagt der Theologe Thorsten Dietz und zeigt, warum Freikirchen seit Jahrzehnten nicht weiterwachsen.

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Welche Rolle werden Evangelikale in den Kirchen der Zukunft spielen? Weltweit wird das sehr verschieden aussehen. In Deutschland schwanken die Evangelikalen zwischen Zuversicht und Pessimismus. Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD legte sich hingegen zuletzt fest: In einer vergleichenden Studie zu landeskirchlichen und evangelikalen Gemeinden kam es zur Prognose, „dass evangelikale Bewegungen auch in Deutschland auf dem Vormarsch sind und sich auf dem religiösen Markt behaupten“.

Der entscheidende Grund ist die andere Gemeindekultur: Evangelikale besuchen häufiger den Gottesdienst, engagieren sich stärker ehrenamtlich und verbringen mehr Zeit in der Gemeinde. Dieses aktivere und lebendigere Gemeindeleben macht es auch für andere attraktiv, nicht zuletzt für die eigenen Kinder und Jugendlichen.

Freikirchen erleben in letzten Jahrzehnten weniger Wachstum

Zugleich muss man näher hinsehen. In Deutschland haben die Evangelikalen in den letzten Jahrzehnten weniger Wachstum erlebt als vielmehr Stabilität. Das mag vergleichsweise positiv sein. Aber warum sind sie weit entfernt davon, auch nur ansatzweise die Austrittsverluste der Volkskirchen ausgleichen zu können?

Sehr verkürzt könnte man sagen: Die Evangelikalen haben ein hohes Gemeindeideal und ein starkes Desinteresse an klassischen Kirchenfragen. Auch darin zeigt sich eine starke, kulturell gewachsene Prägung des Evangelikalismus, die heute vor besonderen Herausforderungen steht.

Landeskirchen verstehen sich als wichtigen Teil der Zivilgesellschaft

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Die historisch-protestantischen Kirchen verfügen in vielen Ländern über eine in Jahrhunderten gewachsene Struktur – ähnlich wie die römisch-katholische Kirche. Sie sehen in der Durchdringung des ganzen Landes mit Parochien, also mit Ortsgemeinden, ihren Grundauftrag.

Darüber hinaus verstehen sie sich als wesentlichen Teil der Zivilgesellschaft, die sie in allen wichtigen Fragen der Politik, der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie schließlich auch in den Bereichen Bildung und Kultur verantwortlich mitgestalten wollen. Diese Struktur war lange Zeit getragen von einer breiten Volksfrömmigkeit.

Freikirchen gehen stark von Ortsgemeinden aus

Viele evangelikale Gruppen haben ihre theologischen Wurzeln in der reformierten und in der täuferischen Tradition nach der Reformation. In beiden Strängen brach man mit dem universalen Anspruch der katholischen Kirche und dem quasi-staatskirchlichen Aufbau vieler lutherischer oder anglikanischer Kirchen.

In einem langen geschichtlichen Prozess setzte sich bei den meisten Erweckten ein Kirchenbild durch, das sehr stark von der einzelnen Ortsgemeinde ausgeht. Man gehört vielfach zu Kirchenbünden, die aber ihrerseits die Selbstständigkeit der Einzelgemeinde als Grundprinzip betonen.

Es gibt keine evangelikale Kirche

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Evangelikale Gemeinden und Gruppierungen sind auch sehr viel weniger Teil der gesellschaftlichen Öffentlichkeit wie die Kirchen. Traditionell haben sie stets Abstand zu öffentlichen Sphären wie Politik, Bildung und Kultur gehalten.

Es gibt keine evangelikale Kirche; man spricht von „evangelikaler Bewegung“. Bis heute ist das höchst bezeichnend. Natürlich gibt es weltweit viele evangelikale Gemeinden, die teilweise in einer anderen, stärker volkskirchlichen Situation sind als die Evangelikalen in Deutschland, wie beispielsweise die Southern Baptists in den USA.

Nachteile der freikirchlichen Kirchenstruktur

Weit überwiegend aber ist es für Evangelikale typisch, dass sie nicht auf den Aufbau von strukturell stark organisierten Kirchen setzen, die sich als Gegenüber des Staates, der Wirtschaft oder der Medien verstehen. Die entscheidende Einheit der Evangelikalen ist stets die konkrete Gemeinde bzw. die konkrete Gruppe.

Gerade in der Minderheitensituation sind die Nachteile einer solchen Struktur offensichtlich. Es gibt für die Öffentlichkeit in der Regel keinen allgemeinen Ansprechpartner. Es fehlt auch an Expertise für alle möglichen konkreten Sphären. Es gibt in der evangelikalen Bewegung keine oder kaum Kirchenjuristen oder vollzeitliche Repräsentanten für Fragen des Sozialen, der Kultur, der Bildung etc.

All das findet zwar auch irgendwo in der evangelikalen Bewegung statt, aber in Gestalt von freien Werken. Die Vielzahl der freien Werke, Freikirchen und Einzelgemeinden ist „irgendwie“ in der Evangelischen Allianz verknüpft; aber in einer undurchsichtigen Art und Weise, die für Außenstehende kaum nachvollziehbar ist.

Diese Struktur macht die Evangelikalen für die Öffentlichkeit fast unsichtbar.

Man versteht nur: Evangelikale Netzwerke basieren auf persönlichen Bekanntschaften. Aber eine verbindliche Organisations- und Entscheidungsstruktur gibt es nicht. Die Einzelgemeinde vor Ort entscheidet sehr vieles autonom.

Diese Struktur macht die Evangelikalen für die Öffentlichkeit fast unsichtbar. Denn diese ist schlicht von modernen Organisationen eine andere Transparenz gewöhnt. Im strengen Sinne sind Evangelikale eine soziale Bewegung in, mit und unter den realexistierenden Kirchen.

Allen Nachteilen in einer hoch organisierten Welt zum Trotz, sollte man auch die Vorteile wahrnehmen, die diese dezentrale Struktur den Evangelikalen bot und bietet. Organisationen werden wie selbstverständlich haftbar gemacht für alles, was in ihnen geschieht. Die Verantwortlichkeit leitender Stellen gehört schließlich zu ihrem Wesen.

Chaos begünstigt Innovationen und Kreativität

Seit Jahren sehen wir die Folgen dieser Logik bei unterschiedlichsten Skandalen in den Großkirchen. Fehlverhalten von Klerikern oder Verbrechen im Raum der Kirche werden nicht einfach nur den Tätern zugerechnet. Von den Kirchen wird gefordert, dass sie Verantwortung übernehmen, und das bringt diese vielfach an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Die evangelikale Bewegung war und ist dezentral aufgestellt. Das Entstehen und Vergehen einflussreicher Gemeinden und Werke ist oft chaotisch. Aber dieses Chaos begünstigt auch immer neue Innovationen und kreative Anfänge von anderen Menschen an anderen Orten.

Die Evangelikalen sind in wesentlichen Fragen viel zu wenig konservativ!

Dieser Umgang mit dem Thema Kirche trägt den Evangelikalen auch Kritik ein, zum Beispiel von Seiten des konservativen reformierten Theologen D. G. Hart. Für Evangelikale ist es ungewöhnlich, aus konservativer Richtung Kritik zu erhalten, gehört es doch zum eigenen Selbstverständnis, eine konservative Theologie zu vertreten und sich von progressiven oder liberalen Tendenzen abzugrenzen.

Doch Hart, Mitglied der konservativen Orthodox Presbyterian Church, sieht darin das entscheidende Problem: Die Evangelikalen sind in wesentlichen Fragen viel zu wenig konservativ! Um eine möglichst einflussreiche und darum große Bewegung aufzubauen, haben sie sämtliche einst so heiß umstrittenen Themen der Christentumsgeschichte (Taufe, Abendmahl, Kirchenstruktur, Ämter) nicht nur zu zweitrangigen Fragen gemacht; sie haben aufgehört, diese Fragen ernst zu nehmen.

Keine Vielfalt der Überzeugungen, sondern Beliebigkeit

Was im Abendmahl geschieht und was wir darin empfangen, ist für viele kaum noch eine Frage. Ähnlich gleichgültig ist es für viele Evangelikale, dass es nicht nur Gemeinden gibt, sondern diese auch zu Kirchen gehören, deren Glaube und Ordnung eindeutigen Ausdruck in kirchlichen Bekenntnissen, in einer gemeinsamen Gottesliturgie und einer einheitlichen Gestalt von Lehren und Diensten findet.

In der individualistischen Frömmigkeit vieler Evangelikaler hat erlebbare Gemeinschaft mit anderen Gläubigen einen sehr hohen Stellenwert. Aber alles Geschichtliche und Institutionelle wird kaum oder gar nicht als Halt und Heimat empfunden. Daher ist für die evangelikale Bewegung in diesen Fragen keine Vielfalt der Überzeugungen, sondern eher ihre Beliebigkeit prägend.

Unübersehbares Nebeneinander von Einzelgemeinden

Die Hochschätzung von Gemeinschaft und Geringschätzung von Kirche treibt eine der größten Tendenzen der Gegenwart voran: Aus Konfessionskirchen, die in einer lebendigen Tradition der Lehre und der Liturgie stehen und die überregionalen Strukturen der Verantwortlichkeit kennen, wird ein unübersehbares Nebeneinander von non-denominational Churches, also von Einzelgemeinden ohne traditionelle Bekenntnisse, ohne übergemeindliche Verankerung in Aufsichtsstrukturen, ohne geschichtliche Wurzeln.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Erkenntnisse des freikirchlichen Theologen Philipp Bartholomä. Ausgehend von unterschiedlichen empirischen Untersuchungen gibt Bartholomä einen interessanten Überblick zur aktuellen Lage der Freikirchen in Deutschland.

Freikirchen haben seit dem 19. Jahrhundert versucht, ein Gegenmodell zu den Volkskirchen zu bilden und waren damit lange Zeit hinreichend erfolgreich oder zumindest stabil. Sie haben dabei stets eine durchgängige Ansprechbarkeit der Bevölkerung voraussetzen können.

Was in der evangelikalen Welt faktisch stattfindet, ist sehr viel Transfer von traditionellen Gemeinden hin zu erlebnisintensiveren und kulturmodernen Gemeinden.

Der christliche Glaube als solcher galt vielerorts als normal. Freikirchen erschienen vielen als ein Weg, das Christentum glaubwürdiger und verbindlicher umzusetzen, als es in den Großkirchen geschah.

Doch: Missionarische Durchschlagskraft entfalten die Freikirchen in Deutschland heute kaum noch. Auch die Neugründung von Gemeinden führt überwiegend zu einer Umverteilung der Gläubigen. Was in der evangelikalen Welt faktisch stattfindet, ist sehr viel Transfer von traditionellen Gemeinden hin zu erlebnisintensiveren und kulturmodernen Gemeinden.

Säkularisierung erschwert Freikirchen Erfolge

Gründungen und missionarische Projekte sind da erfolgreich, wo es noch ein relativ breites Netz von christlichen Gemeinden der großen Kirchen gibt. Je stärker säkularisiert und entkirchlicht eine Region ist, desto schwerer fällt es Freikirchen und Neugründungen, nennenswerte Erfolge zu erzielen.

Für Bartholomä ist das ein Anlass, eine Neuorientierung im freikirchlichen Selbstverständnis zu empfehlen. Die zunehmende Entkirchlichung und Säkularisierung führen gerade nicht dazu, dass die Zeitgenossen offener würden für freikirchliche Angebote.

Die meisten Gemeinden haben einen zu großen kulturellen Abstand zu denen, die sie erreichen wollen.

Vielmehr zeigt sich, dass der Erfolg der Freikirchen immer schon die traditionelle Christlichkeit der Gesellschaft voraussetzen konnte. Wo sich diese auflöst, verlieren auch die Freikirchen ihre Attraktivität als vermeintlich lebendigere Form des Christentums. Freikirchen stehen heute „einer im Vergleich mit früheren Zeiten gänzlich veränderten Nachfragesituation gegenüber“. (Philipp Bartholomä: „Freikirche mit Mission“, 2019, S. 232

Die meisten Gemeinden haben einen zu großen kulturellen Abstand zu denen, die sie erreichen wollen. Erfolgsversprechend sind freikirchliche Gemeindeprojekte nur da, wo zweierlei zusammenkommt: eine bewusst missionarische Grundhaltung und Praxis, die aber mit einem umfassenden Eingehen auf den jeweiligen Kontext vor Ort verbunden sein muss.

Nichts spricht dafür, dass die Evangelikalen auch nur ansatzweise das an Wachstum wettmachen können, was die traditionellen Kirchen an Säkularisierungsprozesse verlieren. Aber vieles spricht dafür, dass die Religionslandschaft der Zukunft sehr bunt sein wird; und dass Evangelikale dabei in eine größere Rolle als bislang hineinwachsen werden.

Kirche wird bunt

Dafür werden wohl allein schon Migrationsbewegungen sorgen, die evangelikales und vor allem auch pentekostales Christentum hier so heimisch werden lassen dürften, wie es jetzt schon der Islam ist. Kirche wird einen erheblichen Gestaltwandel durchlaufen.

Die Volkskirchen werden weiter existieren, mit ihrem parochialen Netz aber weniger bestimmend sein als in früheren Zeiten. Inzwischen öffnen sich die Landeskirchen zunehmend für experimentelle Entwicklungen nach englischem Vorbild. Die Namen dafür sind vielfältig: Fresh X, kirchliche Erprobungsräume, Neos (neue kirchliche Orte) und viele mehr.

Die Grenze zwischen evangelikalen und nichtevangelikalen Projekten verschwimmt.

Bemerkenswert an dieser Entwicklung in Deutschland ist: Die Grenze zwischen evangelikalen und nichtevangelikalen Projekten verschwimmt. Die Impulse lassen sich zwar überwiegend aus evangelikalen Gemeindeentwicklungsdebatten ableiten.

Aber längst haben zahlreiche evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer erkannt, dass das Thema Mission unverzichtbar ist. Vielfach ist die Ökumene vor Ort weiter als die theologischen Schubladen in den Köpfen.


Dieser Artikel ist ein gekürzter und bearbeiteter Auszug aus dem neuen Buch von Thorsten Dietz „Menschen mit Mission. Eine Landkarte der evangelikalen Welt“, erschienen im SCM R.Brockhaus Verlag. SCM R.Brockhaus ist Teil der SCM Verlagsgruppe, zu der auch Jesus.de gehört.

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4 Kommentare

  1. Klickt man durch “ unser Selbstverständnis “ bei einer EFG- Gemeinde unterscheidet sich das nicht grundlegend von einer Pfingstgemeinde oder einer Brüdergemeinde. Die theologischen Basics sind grob dieselben, mit leichten Akzentuierungen.
    Die sind in Übereinstimmung mit den Statuten der ev. Allianz, es gibt also doch eine erkennbare Linie in der Ausrichtung.
    Die „Freiheit“ der Ortsgemeinden empfinde ich eher als positiv, so kann man besser auf die lokale Situation reagieren.
    Dagegen spricht die Gefahr, dass eine Ortsgemeinde theologisch abdriftet und niemand eingreift.
    Ich behaupte die Zukunft ist freikirchlich ! Die Volkskirchen machen sich obsolet und verlieren sich in Skandalen.
    Es kommt die Zeit wo ernsthafte Gläubige ihre geistliche Heimat bei den Freikirchen suchen werden, weil die Volkskirchen zu NGO`s mutieren.
    Soweit so gut, aber die schmerzhaftesten Konflikte bis hin zur Trennung wird es wohl innerhalb der evangelikalen Bewegung geben.
    Progressive gegen Traditionalisten, Liberale gegen Bibeltreue, das zeichnet sich schon ab, der Riss ist nicht mehr zu übersehen.
    Dieses Schlamassel wird eskalieren und viele enttäuschte Seelen zurücklassen. Eine Lösung dafür mag am grünen Tisch verhandelt werden, in der Praxis wird sie scheitern.

  2. Freikirchen, katholisch und evangelisch gehören zusammen

    „Evangelikale besuchen häufiger den Gottesdienst, engagieren sich stärker ehrenamtlich und verbringen mehr Zeit in der Gemeinde“! So wird die positive Seite evangelikaler Freikirchen wohl zutreffend beschrieben. Allerdings meine ich – selbst landeskirchlich verortet – dass der Vergleich von evangelischen Landeskirchen (oder auch der Kath. Kirche) mit den Freikirchen so ein wenig ist wie einer zwischen Äpfel und Birnen. Die sind zwar beide Obst, aber doch nicht das gleiche. Das hat zunächst formale Gründe. Die beiden großen Kirchen erreichen (erreichten) wirklich 3 bis 5% der Menschen in Deutschland als regelmäßige Gottesdienstteilnehmer, Teilnahme an Gemeindeveranstaltungen bzw. von Gruppen und Kreisen sowie die Übernahme von ehrenamtlichem Engagement bzw. von Leitungsverantwortung auf allen Ebenen. Der Rest sind Kirchensteuerzahler*innen. Hier kann man in manchen Fällen davon ausgehen, dass sie Kasualien gerne annehmen (Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Beerdigung usw.), aber ohne dauerhafte Bindung an die Kirche. Eine größere Dunkelziffer ist die unbekannte Zahl derjenigen, die über das Fernsehen oder Internet gottesdienstliche und ähnliche Angebote wahrnimmt. Allerdings kommt dazu, dass noch in den 1970er und 1980er Jahren die beiden großen Kirchen stabil waren, da die meisten Menschen ihre Mitgliedschaft nicht aufgaben. Dies hat sich radikal gewandelt, möglicherweise auch ohne Berücksichtigung der zusätzlichen negativen Effekte durch schlimme Verfehlungen im sexuellen Bereich, insbesondere bei der Kath. Kirche. Es besteht ein sogenannter Traditionsabbruch, verbunden mit zurückgehenden Gottesdienstteilnehmern und der Bereitschaft, an den vielen festen Veranstaltungen, Gruppen oder Chören der Kirchen aktiv teilzunehmen. Wie ich immer wieder erfahre, klagen darüber aber auch immer häufiger Freikirchen, dass sie nicht mehr wachsen, die Arbeit stagniert und die Teilnahme an der Gemeinde abnimmt. Da auch praktizierende Christen, vielleicht gerade die, aus den beiden großen Kirchen austreten, oder einfach einen inneren Rückzug antreten, müssten doch die Freikirchen davon spürbar profitieren. Dies ist aber nicht so. Außerdem dürfte die Erscheinung des Traditionsabbruches kein Alleinerklärungsmerkmal der Unlust auf Glauben, Frömmigkeit und dortiges Engagement sein. Zudem gibt es durchaus sehr aktive landeskirchliche Gemeinden, die man vorsichtig als fromm und trotzdem liberal im Ton einstufen könnte und die über mangelnden Interesse sich nicht beklagen müssen. Es gibt mancherorts den guten Wunsch, wo man dort gute Erfahrungen damit macht, inhaltlich gute Predigten zu hören und diesbezüglich insbesondere von den beruflichen Fähigkeiten gutausgebildeter Theologinnen und Theologen zu profitieren. Auch wenn sicherlich in nicht allzu ferner Zukunft die Teilnahme an Kirche nicht mehr nur automatisch durch die Kleinkindertaufe erfolgt, sondern durch bewusste Kircheneintritte, benötigen wir doch das Bewusstsein von noch mehr Zusammenhalt und Kooperation in der Ökumene. Als Kirchen und Freikirchen sind wir immer zusammen Kirche Jesu Christi. Wir verkündigen nicht in erster Linie Moral oder Ethik, sondern die Liebe Gottes, die wir gemeinsam auch im Alltag leben dürfen. Wir sind gemeinsam auf dem Weg, aber mit unterschiedlichen Zugängen zum Glauben sowie zur Gemeinde und dies sollte unsere Stärke werden. Damit meine ich eine Einheit in der Vielfalt und eine kirchliche Atmosphäre der Offenheit und ohne Denkverbote für Reformen. Kirchen sollten sich immer reformieren, so wie der/die einzelne Gläubige jeden Tag aus der Vergebung leben darf.

  3. Ein tolles Buch das viele Probleme der Volkskirchen analysiert ist ein anderes.
    https://www.scm-shop.de/untergehen-oder-umkehren.html
    Und da ich glaube das die Freikirchen oft mit ähnlichen Problemen kämpfen sei es auch diesen empfohlen.

    Ob die Schlussfolgerungen von Herrn Dietz alle so richtig sind, würde ich bezweifeln, aber da müsste man sich dann näher drüber austauschen.

  4. Zukunft hat nur die „Kirche des Himmels“, die „Behausung GOTTES im GEIST“, der „heilige Tempel im HERRN“, in der Gesinnung JESU CHRISTI. Eph. 2, 18-22/Phil. 2, 1-11

    Die philosophische Welt-Theologie mag sich „einen Jesus nach menschlicher, d. h. fleischlich gesinnter Fasson“ basteln, gemäß eigener Satzungen, Lehren, Legalisierungen von Sünden und Schließung von Bündnissen, entgegen dem WORT und somit GEIST GOTTES.
    Letztendlich baut sie auf Sand und nicht auf den Felsen: JESUS CHRISTUS !
    Kol. 2, 1-23/2. Tim. 4, 3-4/Röm. 8, 1-17/Jes. 30, 1/Mt. 7, 21-29

    Wo zwei oder drei Kinder GOTTES zusammenkommen, im Namen des HERRN JESUS, im Einssein, da ist Er, als „die Mitte“, in ihrer Mitte – als eine „Christusgemeinschaft“; und zwar ist diese Gemeinschaft mit dem VATER und mit seinem SOHN JESUS CHRISTUS; eine vollkommene Freude im HERRN, im HEILIGEN GEIST !
    GOTTES Wille hat die Seinen nicht berufen, dass sie sich unter den Namen irgendwelcher Weltreligionen, auch nicht unter: evangelikal, pfingstlich, charismatisch usw. versammeln und somit Spaltungen und Parteiungen anrichten und die Menschen, die GOTT nicht kennen, noch weiter unter Verwirrung und Orientierungslosigkeit bringen. Mt. 18, 20/Joh. 17, 20-26/1. Joh. 1, 3-4/Mt. 5, 11-12/1. Petr. 4, 12-14

    „GOTT ist getreu, durch den die Seinen zur Gemeinschaft mit seinem SOHN JESUS CHRISTUS, ihrem HERRN, berufen wurden“, d. h. zu einer „Christusgemeinschaft“! 1.Kor. 1,9
    GOTT, ihr VATER, hat sie, „Seine neue Schöpfung“, in Agape vorherbestimmt, berufen, erwählt und abgesondert für sich selbst, in und durch JESUS CHRISTUS, ihrem HERRN, und zwar zum „ewigen Lobpreis der Herrlichkeit seiner Gnade!“ – als das Salz für seine Erde und als das Licht für die Welt, die in geistlicher Finsternis liegt. Eph. 1, 2-14/2. Kor. 6, 14-18 u. 7, 1/Mt. 5, 13-16/Ps. 33, 5/119, 64/1. Tim. 2, 1-7/Eph. 5, 16/1. Joh. 5, 18-21

    Denn GOTT setzt die Glieder seiner Körperschaft so ein, wie Er es will, damit sie nicht wieder Sklaven von Menschen werden, da jede Seele, und das Ganze, mit einem „hohen Preis“ erkauft ist, sind. 1. Kor. 7, 23/12, 18

    Die Welt-Religionen usw. kann man wechseln, wie Konfektionen, doch JESUS CHRISTUS und somit das gesamte unverbrüchliche und ewig zuverlässige WORT GOTTES nicht, da JESUS CHRISTUS „Derselbe“ ist: gestern und heute und in alle Zeitalter, sprich Zukunft! Hebr. 13, 8

    JESUS CHRISTUS spricht:
    „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
    „Wenn nun der Sohn euch freimachen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.“ Joh. 8, 31-32;36
    „Heilige sie (VATER) durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit.“ Joh. 17, 17

    Schriftstellen: EBF 1982 KaRo

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