Am 8. Februar feiern mehr als 100 Gemeinden in Deutschland den KirchentagsSonntag. Die Gottesdienste sollen auf den Kirchentag 2027 einstimmen – und ein Zeichen für gemeinsames Glauben setzen.
Am 8. Februar feiern bundesweit mehr als 100 Gemeinden den KirchentagsSonntag. Unter dem Motto „Worte für immer und jetzt“ sollen die Gottesdienste auf den Kirchentag 2027 in Düsseldorf einstimmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Generalsekretärin Kristin Jahn betont, dass der Kirchentag Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen zusammenbringe. „Menschen sind verschieden und bleiben das auch. Dennoch suchen sie als engagierte Christinnen und Christen gemeinsam nach einem Weg“, sagt sie.
Mehrere leitende Personen der Kirchentagsbewegung gestalten die Gottesdienste mit: Kirchentagspräsident Torsten Zugehör nimmt am Jugendgottesdienst im Evangelischen Gemeindeforum Auerberg in Bonn teil. Kristin Jahn predigt in der Düsseldorfer Johanneskirche. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, feiert den Gottesdienst in der Christuskirche Köln. Eine Übersicht aller Gottesdienste und Materialien stellt der Kirchentag auf seiner Homepage zur Verfügung.
Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde 1949 als christliche Laienbewegung gegründet und gastiert alle zwei Jahre in wechselnden Städten. Der nächste Kirchentag findet vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf statt und steht unter dem Bibelvers „Du bist kostbar“ (Jes 43,4).

Kirchentag als geistlich Speisung von 100.000 Seelen
Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist wie seit seiner Gründung in der Nachkriegszeit friedlich, informell, gelebtes Christsein in einer Einheit in Vielfalt – und entgegen der Kritik seiner oft uninformierten Kritiker immer auf seine gute Art FROMM. Es dürfen alle auch als Gruppen, Kreise und Initiativen mitarbeiten, wenn sie die Grundvoraussetzung friedlicher Kommunikation erfüllen. Hier habe ich – wie immer auf Kirchentagen – stets viele Politiker(innen) erlebt, zuletzt Angela Merkel von unbekannter humorvollen Art, sowie sehr schlagfertig. Oder jüdische Theologie, wieder mit vielen Gesprächen mit Mitchristen, sehr bewegende Gottesdienste zu Beginn und zum Ende des Kirchentages. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste er sofort erfunden werden. Kritik äußeren zumeist Menschen, die nie unseren evangelischen Kirchentag und den katholischen Katholikentag erlebt haben. Etwa wird behauptet ein Ev. Kirchentag sei wie ein SPD-Parteitag. Der liebe Mitchrist mit solcher Sichtweise kennt beides nicht, den realen Parteitag und/oder den Kirchentag. Auf solchen Treffen geht es theologisch nicht um links oder rechts, evangelikal, liberal, oder auch charismatisch – sondern um alles zugleich: Nämlich hier Gott, der uns alle liebt, wir die äußerst unvollkommen sind, aber immer auch stets begnadigter Sünder, uns gleichsam als Gäste empfängt. Jesu 5. Kolonne ist bunt, nie caotisch, sondern zumeist liebevoll, eher wie ein bunte Biogarten, wo alles gedeiht und nicht nur in langweiliger Monokultur, wo alle zum Lachen schamhaft in Kellern verschwinden. Es ist auch geradezu unmöglich, alles und jedes auf einem unserer Kirchentage zu erleben. Es sind nur lange Stippvisiten möglich. Weitab aber hautnah durch die riesige Leinwand, saßen wir vor der Hauptbühne in einem Lokal, aber da der Kellner in der Menschenmenge nur einmal pro Stunde servierte, teilten wir sogar auch unser Essen geschwisterlich. Beim wunderbaren Schlussgottesdienst auch Sonnencreme und die Wasserflaschen und haben dabei als kleine Gruppe spontan getanzt. Es war wie bei der Speisung der Fünftausend mit geistlicher Nahrung, gemeinsam verinnerlicht unter Mitchristen, immer superoptimales Gemeinschaftserlebnis. Kirchentagspredigten sind nie banal. Etwa das Ertrinken von Flüchtlingen im Meer hier immer ein Überschreiten absoluter Grenzen. Auch bei jeder Lieblosigkeit, in der Ukraine gigantisch erweitert im brutalen Krieg. Oder unsäglicher Schussgewalt sogar in guten Schulen.