Christfluencer und Muslimfluencer erobern TikTok. Millionen Jugendliche verfolgen dort Diskussionen, hören Predigten und suchen spirituelle Tipps – „Verschwörungsspiritualität“ inklusive.
Wie Rieke C. Harmsen, Chefredakteurin des Sonntagsblatts, in einer Analyse schreibt, entwickelt sich TikTok rasant zu einem spirituellen Marktplatz: Hashtags mit religiösen Begriffen erzielen Milliarden Aufrufe, Creator erzählen persönliche Glaubensgeschichten, bauen riesige Communities auf und vermarkten zugleich ihre Botschaften – inklusive Merchandising und Affiliate-Links. Die Vielfalt der Kanäle und Inhalte sei kaum noch zu überschauen. „Faktisch sorgt sie aber für eine weitere Diversifizierung von Glauben und Religion – in anderen Worten: Wir bewegen uns immer stärker in kleinen Glaubensblasen.“
„Viele Creator beziehen sich gezielt auf ihre persönlichen spirituellen Überzeugungen und Erfahrungen und erzeugen damit Inhalte, die eine hohe Authentizität haben“, so Harmsen. „Authentizität gilt wiederum als einer der Schlüssel für erfolgreiche Inhalte auf TikTok.“
Forscher sprechen bereits von einer „TikTok Youth Religion“. Sie beobachten, wie Spiritualität, Popkultur und Algorithmen verschmelzen. Neben Empowerment-Videos und kreativen Ritualen gewinnen auch radikale Botschaften Reichweite; Verschwörungsspiritualität oder fundamentalistische Strömungen finden hier ein junges Publikum. Gleichzeitig berichten viele Creator von Hass und Anfeindungen.
Kirchen und Religionsgemeinschaften versuchen mitzuhalten und sind mit eigenen Accounts aktiv. Doch die Generation Z sucht laut Harmsen ihren eigenen Weg: weniger institutionell, dafür individueller und vernetzter. Der digitale Raum werde so zu einer Arena, in der religiöse Identität neu verhandelt wird – zwischen Patchwork-Glauben, Popkultur und Polarisierung.
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Nicht nur jungen Menschen bessere Alternative anbieten
„TikTok prägt die religiöse Identität von Jugendlichen. Christfluencer und Muslimfluencer erobern so das Internet. Millionen Jugendliche verfolgen dort Diskussionen, hören Predigten und suchen spirituelle Tipps – „Verschwörungsspiritualität“ inklusive. Wie Rieke C. Harmsen, Chefredakteurin des Sonntagsblatts, in einer Analyse beschreibt, entwickelt sich TikTok rasant zu einem spirituellen Marktplatz: Hashtags mit religiösen Begriffen erzielen Milliarden Aufrufe, Creator erzählen persönliche Glaubensgeschichten, bauen riesige Communities auf und vermarkten zugleich auch ihre bunten Botschaften – inklusive Merchandising und Affiliate-Links. Die Vielfalt der Kanäle und Inhalte sei kaum noch zu überschauen. Faktisch aber sorgen sie dann für eine weitere Diversifizierung von Glauben und Religion – in anderen Worten: Wir bewegen uns stärker in Glaubensblasen“!
Schöne neue religiöse Welt. Oder das pure Gegenteil. Denn hinterlegte KI-Formeln können die Antwort junger Gläubigen fertig ausspucken, oder sogar absolute Wahrheit generieren und suggerieren. Wogegen doch schon Paulus vor 2000 Jahren meinte, daß alle Wahrheit, vorallem über Gott, wie ein dunkler Spiegel sei, wo nicht sehr viel über das Geheimnis unserer Existenz zu ernten ist. Wir sind nicht allwissend. Noch wichtiger für uns Heutige halte ich: Der Glaube ist ein sehr großes Vertrauen auf Gott und niemals ein Herrschaftswissen, wie das Produkt eines Konzerns, mit dem sich ein Markt rentiert, der Glauben verkauft und Gottesbilder so einnordnet werden, daß sich damit viel Geld verdienen lässt. Gott lässt sich auch niemals einnorden, aber nur durch Jesus selbst hat er eine ganz neue Perspektive auf sich freigelegt Wir sehen Gott so, wie Jesus sich verhalten hat
Was kann man tun: Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger arbeiten. Bessere Alternativen anbieten. Die besten aller Auswege sind wunderbare und sehr liebevoll vorbereitete Gottesdienste, eine funktionierende Gemeindearbeit und Christinnen sowie Christen, die Gott, ihren Nächsten sowie sich selbst lieben. Ich freue mich daß unsere Kirchen in der Ökumene das eigenständige Denken niemals verurteilen, keiner seinen Verstand und seine Intelligenz vor Beginn des Gottesdienstes in Verwahrung geben muss und jede/r frei aussprechen darf, was er glaubt, woran er zweifelt und was er gerne in der Gemeinde und Kirche zu verändern wünscht. Eine nicht nur zielgruppengemäße Gemeindearbeit wäre sinnvoll, besser ist es wenn der Gottesdienst wieder die wöchentliche Jahreshauptversammlung der Gemeinde wird. Jugendarbeit muss einen sehr großen Stellenwert haben. Es ist stets ein Reichtum, daß Gläubige immer Superchristen sein möchten, aber auf eine tolerante Art und jeder gerne superfromm dann evangelikal, charamatisch oder liberal praktizieren darf. Sinnvoller wäre noch, wenn es ebenso funktioniert, seine und die Frömmigkeitstradition der Mitchristen nicht in gedankliche Schubfächer einzusperren. Kirchen sollten möglichst ökumenisch zusammenarbeiten und sich auch bemühen, insofern keine Möglichkeit dazu besteht, das gemeinsame Abendmahl gerne zu feiern. Würde man erklären können wie Jesus/Gott im Mahl anwesend ist, würde dies sogar unseren Schöpfer erkärbarer machen. (In Anführungsstriche habe ich gesetzt, was ich wesentlich als Urtext zitiere).
Finde Deine Vorschläge wie z.B. liebevoll vorbereitete Gottesdienste sehr gut. Teilweise bietet Tiktok sicherlich Chancen, durch die Vermischung mit finanziellen Dingen ist manches aber wohl auch ziemlich fragwürdig. Meines Wissens nach sind jedoch auch seriöse Influencer unterwegs. Es besteht die Hoffnung, dass die christliche Botschaft ankommt oder zumindest auf sie aufmerksam gemacht wird. Hoffentlich kommt manches aus Tiktok auch im Real Life an!!