Kürzlich hatte der mexikanische Priester Marcelo Pérez auf einem Friedensmarsch vor der organisierten Kriminalität gewarnt und Morddrohungen erhalten. Am Sonntag wurde er nach einem Gottesdienst von Unbekannten erschossen.
Im Anschluss an einen Gottesdienst in der südmexikanischen Stadt San Cristóbal de Las Casas gaben zwei unbekannte Männer am Sonntag mehrere Schüsse auf Pfarrer Marcelo Pérez auf. Dies berichtet die Nachrichtenplattform „Chiapas Paralelo“. Der indigene Pfarrer aus Simojovel hatte zuvor Morddrohungen erhalten, da er sich vehement gegen die organisierte Kriminalität in den von ihm betreuten Gemeinden gestellt hatte. „Chiapas ist eine Zeitbombe, es gibt viele Verschwundene, Entführte und Ermordete aufgrund der Präsenz des organisierten Verbrechens“, warnte Pérez noch am 13. September auf einem Friedensmarsch. „Wir als Kirche sind Gestalter des Friedens. Wir wollen, dass der Frieden in Chiapas zurückkehrt.“
Nach dem Mord an dem beliebten Geistlichen forderte Erzbischof Rodrigo Aguilar die Gläubigen auf, für den Ermordeten und für alle diejenigen zu beten, „die weiterhin Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit suchen.“
Chiapas, der südlichste Bundesstaat Mexikos, erlebt momentan eine Zunahme von Gewalttaten, die zu Vertreibungen ganzer Dörfer führt. Das Menschenrechtsnetzwerk Red TDT erklärte, das Verbrechen an Marcelo Pérez untergrabe die Friedensbemühungen der Kirche in Chiapas. Zudem wies das Netzwerk von 87 mexikanischen Menschenrechtsorganisationen auf einen unzureichenden staatlichen Schutz für die Menschen hin.

Wie kompliziert die Lage in Mexiko ist, zeigt auch dieser (schon etwas ältere) Artikel von domradio:
https://www.domradio.de/artikel/mexikos-drogenbarone-suchen-den-kontakt-zur-kirche
oder auch dieser neue Artikel: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2024-02/mexiko-kirchen-wollen-weiter-mit-drogenbossen-verhandeln.html