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„Hass und Hetze zermürben“ – Hamburgs Antisemitismusbeauftragter tritt zurück

Er hat jüdisches Leben in Hamburg sichtbar gemacht – und dafür Hass geerntet. Jetzt zieht Stefan Hensel die Konsequenz.

Nach mehr als vier Jahren im Amt kündigt Stefan Hensel seinen Rücktritt als Beauftragter für Jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Hamburg an. Dies hat die Pressestelle der Hansestadt mitgeteilt. „Der zeitliche Aufwand und die anhaltende Konfrontation mit Hass und persönlichen Übergriffen sind im Rahmen eines Ehrenamts für mich nicht mehr vereinbar“, erklärte Hensel. Er bleibt noch bis zur Neubesetzung, längstens bis Ende 2025, im Amt.

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Hensel war seit 2021 zentrale Ansprechperson für Betroffene antisemitischer Vorfälle und prägte die Landesstrategie gegen Antisemitismus. Er initiierte die Dunkelfeldstudie zu antisemitischen Einstellungen in Hamburg und organisierte Bildungsreisen sowie das Begegnungsformat „Wir müssen reden“. Damit erreichte er mehrere Hundert Menschen und förderte den Dialog über jüdisches Leben.

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal würdigte Hensels „engagierten Einsatz“ und betonte, wie wichtig der Kampf gegen Antisemitismus bleibe. „Stefan Hensel hat die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Hamburg spürbar gestärkt“, sagte sie. Für seinen weiteren Weg wünschte sie ihm „alles Gute und viel Kraft“.

Link: Offizielle Pressemitteilung

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5 Kommentare

  1. Sorry, mir ist ein Rechtschreibfehler unterlaufen, ich habe aus JUSTISSYSTEM ein JUSTIZPROBLEM gemacht. Siegmund Freud hat es veranlasst !

  2. Die Waffen gegen Rechtsradikale sind stumpf

    Fast scheint mir, dass wer einen bestimmten hohen Grad an Hass und Hetze praktiziert, hier doch durch „viel Feind – viel Ehr“ eher noch profitiert. Wer regelmäßig die Debatten im Bundestag verfolgt wird wohl auch wahrgenommen haben, wie die AfD sich so nah wie möglich an den Grenzen des eben noch Erlaubten bewegt und sie planmäßig mit gewisser Regelmäßigkeit überschreitet. Da habe ich wenig Hoffnung, dass die auch dort drohenden Geldstrafen etwas nutzen. Nach Verfassungsrecht hat die freien Meinungsäußerung im Zweifel in Deutschland Vorrang vor Verboten. Die Waffen hier gegen Hetze, Hass und alle Formen von Verschwörungstheorien scheinen stumpf zu sein und leider erlebte ich auch die politisch Handelnden in großem Maße in dem Bemühen, bei bestimmten politischen Fragen die Themen der AfD sogar zu übernehmen. Es ist fast bereits ein Aberglaube und in Geschichte und Gegenwart widerlegt, dass es hier CDU und CSU gelingt, wieder Boden gut zu machen. Das Gegenteil aber geschieht: Die Leute wählen das Original, statt die Kopie. Auch wenn es bei Einzelnen nicht intendiert ist, sogar wenn es sachliche Absicht ist: Die Migration, die Flüchtlinge und sogar die Menschen mit Bürgergeld schlecht zu reden (oder hier solchen Anschein zu erwecken), kommt alles dem Wahlkonto der Alternativen von Rechts zugute. Sie verdichten die Wahrheit zur Unwahrheit und alle jungen Flüchtlinge sind dann Messerstecher.

    Ich mag mich gerne dem Appell anschließen, mehr Bürgernähe, Gespräche, Aufklärung seien erforderlich, die Politik würde sich nicht verständlich machen: Aber es gibt doch zahlreiche Formate in den Medien, wo die Politiker(innen) in einer Unendlichkeitsschleife immer wieder weit ausholen und gleiches erklären. Die Idee, die Bürgerschaft werde nicht einbezogen, stimmt nicht. Dabei wären doch die Leute in allen Parteien sehr dankbar, wenn man in sie eintreten würde. Aber dies ist zu mühsam, dann muss man sich ebenso engagieren. Mit gehen die Ideen aus, was man noch tun könnte. Vielleicht einen Fehler sollten wir keinesfalls wieder machen wie 1933 in Deutschland, als man die Partei des Adolf Hitler als völlig harmlose Spinner bezeichnete, die bald wieder vom Fenster verschwinden. Die Rechtsradikalen mit Hass und Hetze verschwinden eben nicht, auch nicht damals. Sie haben mit demokratischen Mitteln auch die Demokratie abgeschafft. In Amerika arbeitet schon die Abreißbirne für diese Demokratie, auch mit Hilfe willfähriger Politik. Der Verbotsantrag für die AfD ist mit Risiko behaftet, er löst sicher nicht alle Probleme, aber er würde bei Erfolg wenigstens verhindern, dass unser Justizproblem infiltriert wird. Es ist fast schon zu spät, doch die Politik scheut das Risiko. Aber mehr, als dass unser BVG den Antrag ablehnt kann nicht passieren. Also dieses Risiko könnte man eingehen. Aber zu einem Verbotsantrag gibt es momentan keine Mehrheit im Bundestag. Und leider sind wir mit unseren Nachbarn im Ausland in schlechter Gesellschaft. Dort kuscht man überall vor den Rechtsradikalen und macht dafür die Grenzen möglichst für Flüchtlinge dicht. Die guten Europäischen Werte gehen so endgültig vor die Hunde. Ich habe in den frühen 1970er Jahren einen Zukunftsroman gelesen, wo am Mittelmeer eine riesige Mauer gegen die Flüchtlinge gebaut wurde. Ist heute nicht nötig, Deutschland hat die Finanzierung der Seenotrettung eingestellt. Für den Rest sorgen die Naturgesetze. Es stört auch niemand.

  3. Sehr tragisch, dass gerade die Person, die gegen Antisemitismus helfen soll, von diesem zermürbt wurde.

    Aber nach seinen schlimmen Erlebnissen, auch gegen seine Familie, ist seine Entscheidung persönlich nachvollziehbar.

    Ich denke, hier muss früher und härter bestraft werden.

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