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Jesus steckt in jedem Menschen

Eine überraschende Begegnung mit zwei Handwerkern fordert Darius Götsch heraus, freundlicher mit anderen Menschen umzugehen.

Heute kam ich nicht weit weg. Die Handwerker haben sich angekündigt, und das Motto lautet: immer bereit sein. Sie kommen früh, spät oder gar nicht. Also bleibe ich in der Nähe des Hauses und bewundere den Sonnenaufgang auf unserer Streuobstwiese – sowieso einer meiner Lieblingsplätze. Ich vertiefe mich in die vertraute Umgebung und bete. Irgendwann merke ich, dass es kalt wird, weil ich mich zu wenig bewege. Zeit, ins Haus zu gehen.

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Jesus mit Vollbart und freundlichen Augen

Als ich die Tür hinter mir schließe und die nassen Kleider von meinen kalten Gliedmaßen streife, klingelt es. Ein dunkelhäutiger Mann mit Vollbart lächelt mich mit strahlend weißen Zähnen an und streckt mir seine Hand entgegen. „Guten Tag, mein Name ist Jesus.“ Noch etwas benebelt von meinem Gebet draußen, staune ich, während mein Kopf rattert. Er hat den Namen stark spanisch „Jeshush“ ausgesprochen. Aber wer weiß schon, wie die richtige Aussprache wirklich ist?

Die Juden würden „Jeshua“ sagen, und wir in Deutschland sprechen ihn als „Jesus“ aus. Ich denke schnell nach, denn alles passt: Bart, leuchtende, freundliche Augen, warmes Lächeln. Genau so habe ich mir Jesus vorgestellt, und genau so wird er oft dargestellt. Dann wird mir klar, dass er einfach ein Handwerker mit einem besonderen Namen ist.

Ich strahle trotzdem und erwidere: „Was für ein wunderbarer Name!“ Später unterhalten wir uns. Er erzählt mir, dass er aus Kuba stammt und spanische Wurzeln hat. Er gewährt mir Einblicke in seine Familiengeschichte. Heute ist Jesus als Helfer zu mir gekommen. Und um es noch witziger zu machen, hatte er Super Mario als Helfer dabei.

Jesus war positiv, singend, gut gelaunt, unglaublich freundlich, fleißig und kundenorientiert. Auch seine Leute hören auf ihn, und die Arbeit flutscht ohne Stress in exzellenter Qualität. Ich musste viel leiden mit der Baustelle im Haus, aber die Begegnungen mit den Handwerkern waren mein Lohn. Der „Super Mario“ kam aus Kroatien, lernte fleißig Deutsch, und sein Einsatz war mir ein Vorbild. In vier Tagen haben sie großartige Arbeit geleistet. Es war eine wunderbare Begegnung.

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Jesus kommt pünktlich

Mit meiner Frau scherzen wir viel darüber, dass „Jesus im Haus“ ist. Allein die Vorstellung, wie eine Begegnung mit dem echten Jesus wohl aussehen würde, bereitet uns viel Freude. Und um die Sache noch seltsamer zu machen, kamen wunderbare Gebetserhörungen dazu – gleich am ersten Tag der Baustelle habe ich vier großartige Nachrichten bekommen. Wir scherzten am Abend: „Jesus ist weg, aber er kommt bald wieder.“ Und er kam. Pünktlich, wie versprochen. Ganz anders als ein typischer Handwerker.

Die Vorstellung, Jesus in der Nähe zu haben, erfreute uns, und ich merkte, wie meine Gedanken das Thema aufnahmen. Ich fragte mich: Wie oft übersehe ich den Jesus in den Menschen, die mir begegnen? Wie oft nehme ich sie als bloße Menschen wahr und sehe nicht die Tiefe dahinter? Wie oft sind sie mir gleichgültig? Denn eigentlich ist es immer ein „Jesus“ vor meiner Tür. Es gibt immer einen „Jesus“ im Zug, im Bus oder auf der Straße – auch wenn er oder sie anders heißt. Und nicht immer will er mir helfen. Manchmal braucht er oder sie meine Hilfe.

Nur ein Handwerker?

In der Bibel redet Jesus klar: „Alles, was ihr jedem kleinen Menschen getan habt, habt ihr mir getan.“ So gut wie heute konnte ich diese Worte nie verstehen. So tief hat mich diese einfache Wahrheit noch nie getroffen. Wie nachlässig gehe ich oft damit um. Wie selten gelingt es mir, mein Gegenüber zu beschenken oder ihm wesentliche Hilfe zu sein.

Mein Handwerker-Jesus war mir ein Vorbild und eine Metapher in Person. Einen seiner Sätze in unvollkommenem Deutsch werde ich nicht vergessen. Er erzählte mir von seiner großen Liebe zu Gott, seinem wahren Vater, den er liebt und in dessen Dienst er täglich unterwegs ist. Er sehnt sich nach dem Moment, wo er im Haus seines himmlischen Vaters Ruhe und auch seinen verstorbenen leiblichen Vater finden kann, aber bis dahin ist er entschlossen, alles zu geben und bereit, im Auftrag Gottes auch in die Hölle zu gehen, um Menschen zu helfen. Wow! War das wirklich nur ein Handwerker?

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Jesus, ein echtes Vorbild

Jesus und Super Mario haben sich, nachdem sie die Baustelle sauber hinterlassen haben, verabschiedet. Ich bleibe mit einer starken, tief im Herzen eingebrannten Botschaft zurück. Schaffe ich es, in jedem Menschen Jesus zu sehen? Werde ich meine Überlegungen in Taten der Liebe umwandeln können? Wird es mir gelingen, wertschätzender, freundlicher und mutmachender aufzutreten? Ich will es jetzt stärker als je zuvor bei jeder Begegnung versuchen. Jesus hat es uns vorgemacht.



Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift MOVO erschienen. MOVO ist Teil des SCM Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört.

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1 Kommentar

  1. Mit Liebenswürdigkeit nicht geizig verfahren

    Wenn wir Gottess Ebenbild, also wie ein Stempelabdruck Gottes sein sollten – bestenfalls – dann steckt auch in jedem Menschen ganz viel von Jesus Christus. Das Argument ist ein Selbstläufer. Es ist immer richtig, mit seiner Empathie niemals geizig zu verfahren. Wenn Jesus nicht auch über alle Maßen ein Sympathieträger gewesen wäre, hätte ihn die Urgemeinde längst vergessen. Denn nach den Regeln unserer Welt ist jemand der abtritt, in welcher Form auch immer, schon bald keine große Nummer mehr.

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