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Diakonat für Frauen: Ein Dienst, kein Sakrament – oder doch?

Es wird vorerst keine Diakoninnen in der katholischen Kirche geben. Eine vatikanische Kommission spricht sich dagegen aus, empfiehlt aber eine Fortsetzung der Diskussion. Katholische Frauen reagieren enttäuscht.

Der verstorbene Papst Franziskus hatte eine Kommission eingesetzt, um die historische und theologische Grundlage für eine mögliche Zulassung von Frauen zum Diakonat zu prüfen. Der jetzt veröffentlichte Bericht fasst die Ergebnisse mehrjähriger Studien und Diskussionen zusammen.

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Historisch belegt ist, dass es in der frühen Kirche Diakoninnen gab – allerdings nicht als einfaches weibliches Pendant zum männlichen Diakonat, heißt es. Die Kommission stellt fest: „Das Diakonat der Frauen hatte keinen durchgehend sakramentalen Charakter und war ein eigenständiges Amt.“ Trotzdem konnte sich die Kommission nicht dazu durchringen, die Einführung eines Diakonats für Frauen zu empfehlen. Die Frage bleibe offen, ob eine diakonische Weihe für Frauen mit der katholischen Lehre vereinbar ist.

„Eins“ in Christus?

Theologisch argumentieren Befürworter mit der gleichen Würde von Mann und Frau (Gen 1,27) und der Aussage des Paulus: „Es gibt nicht mehr Mann und Frau, denn alle seid ihr eins in Christus“ (Gal 3,28). Gegner verweisen auf die Einheit des katholischen Weihesakraments und den „sponsalen“ („ehelichen“) Charakter der drei Stufen des Amtes (Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe). Sie warnen vor einer „gefährlichen anthropologischen Verwirrung“ und „Anpassung an den Zeitgeist“. Eine Öffnung beim Diakonat würde nach ihrer Ansicht die Tür zum Priesteramt für Frauen öffnen.

Die Kommission empfiehlt, die Debatte fortzusetzen und zugleich neue nicht-sakramentale Dienste für Frauen zu schaffen. „In letzter Analyse muss die Frage auf der Ebene der Lehre entschieden werden“, schreibt die Kommission (Italienisch). Ein endgültiges Urteil über das Frauen-Diakonat bleibt damit weiter aus.

„Müssen wir bis zum jüngsten Tag warten?“

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) reagierte enttäuscht auf den Kommissionsbericht. „Wir sind der Meinung, dass alles theologisch Notwendige und Wichtige zu diesem Thema bereits umfangreich vorliegt“, schreibt Ulrike Göken-Huismann, stellvertretende Bundesvorsitzende,in einer Pressemitteioung. „Wie oft sollen wir noch vertröstet werden mit dem Hinweis auf weitere notwendige Forschungen? Bis zum jüngsten Tag?“ Der Bericht werde dafür sorgen, dass weitere Frauen der Kirche den Rücken kehren.

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17 Kommentare

  1. Da ist es doch schön, dass in der christlichen Gemeinde kein Unterschied ist zwischen Mann und Frau,
    sie im Messias gleichwertig und gleichberechtigt, und allesamt Theolog(inn)en, Priester(inn)en und Prophet(inn)en sind …

  2. Das reformatorische Prinzip der Bibelauslegung lautet, die Bibel legt sich selber aus ! Das bedeutet, um nicht aus einzelnen Schriftstellen eine fehlbare „Lehre“ zu konstruieren, schaut man nach verwandten Versen und beachtet den Kontext um ein gesundes, ausgewogenes Gesamtbild zu bekommen.
    So kann man nicht aus „auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen“ das Papstkonstrukt erschaffen.
    Und jungfäuliche Geburt ja, aber die Bibel ist eindeutig, Jesus hatte Geschwister !
    Sprung zur Urgemeinde: Jesus hatte 12 männliche Apostel berufen und diese Männer waren die Säulen der Gemeinde und es wurde sehrwohl ein „hierarchisches System“ etabliert und auch weitergegeben und männliche Älteste eingesetzt, was bis heute Gültigkeit haben sollte !
    Autoritätsstrukturen mögen uns „autonomen Postmodernen“ nicht gefallen, aber selbst die Dreieinigkeit funktioniert so und die Gemeinde Jesu auch. Die Gleichwertigkeit vor Gott von Männern und Frauen, von Heiden“ und Juden und menschliche Stände sind davon nicht berührt.
    Durch Machtmißbrauch auch von geistlichen Autoritäten, hat deren Akzeptanz allerdings deutlich gelitten was bedauernswert ist, Will jemand ein geistliches Amt ausüben braucht er neben allerlei Kompetenzen vor allem moralische Integrität ! Ein seltenes Gut heutzutage.

    • Die Bibel ist immer Gotteswort durch Menschenwort

      Lieber Stammtischbruder: Die Bibel legt sich nie selbst aus. Das wäre so wie die Behauptung, wir können uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Die Bibel ist UNSERE Überlieferung aus Glaubens- und Gotteserfahrung aus mehr als 3000 Jahren, von Menschen überliefert und auch wir Menschen haben ursprünglich entschieden, welche Texte und Bücher überhaupt in den Kanon (die Bibliothek) der Bibel übernommen werden. Die Behauptung, der Text würde auf Wort und Komma stimmen, ist genauso falsch, als würde eine Gesamtsicht der Bibelverse diese Widersprüche ausgleichen. Christen haben einmütig, unter Einbeziehung auch der Evangelikalen, vor Zeiten festgestellt dass die Bibel immer Gotteswort durch Menschenwort ist. Sie wird seit Martin Luther und heute im Gleichlaut mit katholischer Überzeugung am Neuen Testament und damit am Werk und Person von Jesus Christus ausgelegt. Die Widersprüche bleiben oft Widersprüche und Menschen würden schier aber verzweifeln, mit solchen Widersprüchen, die gegenteiliges ausdrücken, auskommen zu müssen. Es ist bei biblischen Texten wie solchen von Predigten, sie sind Gottes Wort, aber durchaus auch Meinung, zeitgenössische Äußerungen, Irrtümer und religiöse Propaganda. Vor allem die Kriege der Israeliten sind nie wirklich Wille Gottes. Nachdem Moses von Gott die 10 Gebote, also auch das strikte Verbot zu töten, übergeben wurde, kam Moses wieder zurück an den Fuß des Gottesberges. Dann gab ihm der gleiche Gott, der das Töten verboten hatte, den Befehl 3000 Israeliten zu ermorden. Es bleibt dabei diese Frage, ob wir Gott solche Widersinnigkeit, dass er gegen seinen eigenen Willen handelt, unterstellen wollen. Wenn Kriege, egal welche, heute auch erlaubt sein könnten, dann wird alles was die 10 Gebote beschreiben und auch die Bergpredigt, nichts wert sein. Ich will es mal jetzt nur auf dieses eine Argument beschränken. Stellen sie sich vor, wer dies alles als Legitimität von Krieg begründen könnte. Schon in unserer Vergangenheit sind
      Soldaten für Gott, Kaiser und Vaterland in den Krieg gezogen, obwohl am Sinai das Töten verboten wurde. Wir können aber gerne darüber streiten, warum und weshalb eine gewisse Legitimität bestehen könnte, dass Notwehr unser Naturrecht sei. Aber leichtfertig Gott als Heerführer anzusehen ist geistlich keinerlei Tugend. Auch Dietrich Bonhoeffer war sich sicher, dass er durch den Widerstand im Dritten Reich, auch letztlich durch eine Vorbereitung des Tyrannenmordes, er sich die Finger schmutzig macht. Aber unsere Ethik ist auch nicht widerspruchslos, denn oft müssen wir als Menschen uns zwischen Pest und Colera entscheiden. Aber dies war nicht Gottes Idee, sondern drückt eher auch unseren Mangel an Erlösung aus. Die Welt wird erst heil in Gottes Neuem Himmel und Neuer Erde, einem völlig neuen Universum, in dem nur Gott Liebe relevant bleibt.

  3. Kfd kann alles mögliche fordern, damit stehen sie weltweit alleine da. Die meisten Katholikinnen wollen keine Änderung und akzeptieren auch das was in der Bibel steht. Und da steht nun mal das der Diakon männlich sein soll.
    Es wird zwar auch hin einer Diakonin gesprochen und es gab auch in der Urkirche Diakoninnen, aber die waren in ihrer Funktion eher dem Wort Diakon (Diener) und nicht in dem Weuheamt das man heute sieht.
    Das ist das Problem…

    • Im Gegenteil. Das Problem ist das „Weiheamt“. Denn das ist nicht biblisch. Nirgends in der Bibel wurden Menschen zu Priestern (oder Diakonen) „geweiht“. Das Alte Testament beschreibt die Ernennung zum Priester nach der Ordnung des Levi so wie die Verpflichtung zum Soldaten, der lediglich ein Handgeld bekommt und damit offiziell in sein Amt eingesetzt wird. Im Neuen Testament ist dies abgeschaft, da – ausnahmslos! – jeder Christ, männlich und weiblich, auch automatisch ein Priester nach der Ordnung Melchisedeks ist, dem ja sogar Abraham mit dem Zehnten Tribut zollte.

      Luther beschrieb dies sehr gut mit dem Begriff vom „allgemeinen Priestertum“. Die Weihe zum Priester oder Diakon ist eine reine Erfindung der römischen Kirche. Sie wird nicht einmal in der jerusalemer oder byzantinischen Gemeinde, die weitaus älter sind als die römisch-katholische Kirche, so gehandhabt. Redet man mit katholischen Theologen, so erhält man häufig zur Antwort, dass dies „im Prinzip“ schon richtig sei, „im Besonderen“ aber anders gesehen werden müsse. Dabei berufen sie sich auf die „Überlieferung“ der „Kirchenväter“, weil ja die Apostel sich in einigen Punkten geirrt haben müssen und sonst das ganze Konstrukt in sich zusammen fällt.

      In der, hauptsächlich von Katholiken so bezeichneten, „Urkirche“ arbeiteten Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander. Wo es zu offensichtlich war, wurde es im Nachhinein durch verschiedene Kunstgriffe „korrigiert“, so dass etwa die vollwertige Apostelin Maria aus Magdala kurzerhand zur Prostituierten gemacht wurde (nebenbei: In Jesu Stammbaum befindet sich auch eine Prostituierte.)

      Ich bewundere die Frauen, die trotz allem der katholischen Kirche unverbrüchlich die Treue halten, befürchte aber, dass sie, wenn sie nicht einknicken, das Schicksal Luthers ereilt und sie „exkommuniziert“ werden.

      • > Ich bewundere die Frauen, die trotz allem der katholischen Kirche unverbrüchlich die Treue halten,

        Halten Sie damit aber nicht das System am Laufen?

        • Wenn sie das Problem von außen her anpacken, dann nimmt ihnen das die Glaubwürdigkeit. Nur im „System“ kann man es auch nachhaltig verändern.

    • Gott regiert nur mit Liebe

      EinFragender schreibt: Es wird zwar auch von einer Diakonin gesprochen und es gab sie auch in der Urkirche Diakoninnen, aber die waren in ihrer Funktion eher dem Wort Diakon (Diener) und nicht in dem Weiheamt, das man heute sieht (Zitat Ende). Dies eben haben ich versucht in meinem Post untenstehend so auszudrücken, der sich gegen die Dogmatisierung richtete. Ein solches Denken war der Urgemeinde fremd. Die Essenz aus dem Apostelkonzil vor 1.700 Jahren war wichtig, aber bis heute wurde aber daraus eine Bibliothek mit entsprechender Literatur, die selbst der sehr interessierte katholische Laie kaum noch versteht. Der Unterschied ist eben, dass Jesus solche einfachen Diener(innen) ausschickte und weil Jesus (der Mensch in Jesus Christus) kein Philosoph, kein Theologe, oder eine Person war, die heute (durchaus mit gutem Grund) hochgebildet ist. Jesus wusste aber, dass wir Gott mit Herzenswärme lieben sollen, so wie er dies (und damit Gott) mit uns tut und dass die über 600 Gebote, die noch aus Wüstenzeiten stammten, eben nicht voll wahre Gläubigkeit abdeckt, aber so auch dem Anliegen der Propheten näherkam. Da ging es um tätige Liebe, um praktischen Glauben, um Gerechtigkeit, Frieden, Sanftmut, was die Urgemeinde in ihrem Herzen bewegte, sonst gäbe es heute kaum unsere überlieferte (fast zeitlose) Bergpredigt oder Bergrede. Da soll ich den Balken zuerst aus meinem Augen ziehen. Ein starkes Wort auch für die Reflektiertheit des Glaubens und erstaunlicherweise fast schon eine psychologische Sicht des Menschseins. Denn wenn ich den Maßstab, mit dem ich die anderen gerne messen würde, zuerst an mich anlegen muss, dann darf ich bei möglicher Selbstkritik am Ende doch extrem viel kleinere Brötchen backen. Gott ist LIEBE. Aber Liebe in Form von Agape. Wäre Gott kein liebender Gott, dann hätte er nach der Kreuzigung von Jesus die Erde mit einem Fingerstipp vernichtet. Gammastrahlenblitze sind im Universum so gefährlich, dass – wenn sie die Erde treffen – uns in Minuten in kosmische Staub wandeln. Ich bin voll davon überzeugt, dass menschliche Herrschaft, zumeist gepaart ist mit Stärke, bis hin zum Gewalteinsatz. Gottes Herrschaftsinstrument ist alleine nur die Liebe im Sinne von Agape. Jesus war als Mensch ein Albert Einstein der Gotteserkenntnis und hat wie ein Antiker Diener die Füße seiner Jünger gewaschen. Dies war zu dieser Zeit mehr als ein starkes Zeichen, fast schon eine Provokation. Aber die Reaktionen blieben nicht aus (muss man ehrlicherweise auch sagen). Wie bei sogar heutigen großen Menschen hat man dann viele glühende Verehrer und Todfeinde. Jesus Liebe, die eine Liebe Gottes ist, passte niemals in das Verständnis der damaligen Herrschaftsverhältnisse. Wenn die Römer, wenn sie Christen wurden, einfach ihre Schwerter ins Gebüsch warfen, scheint glaubwürdig zu sein. Leider hat sich aber das Verständnis von Gottes Willen über 2000 Jahre gravierend verändert. Die Mischung von Thron und Altar war der Endzustand noch im 1. Weltkrieg. Das war fatal.

  4. Die katholische Kirche argumentiert nicht mit der Bibel, wenn es um den Zölibat geht. Und Papsttum und Jungfräulichkeit von Maria ist biblisch gut zu begründen.

    • Nein. Auch das Papsttum ist nicht biblisch zu begründen. Im 17. Jh. stellte auch ein päpstlicher Archivar fest, dass sich bei den Berichten über den Aufenthalt des Simon Petrus in Rom und das Papstamt um Fälschungen handelte, die teilweise dazu dienten, den Kaiser Konstantin auf die Seite der Christen zu ziehen.

      • Es ist doch etwas komplizierter und theologischer

        Lieber Andi, so einfach ist auch wieder nicht. Theologie zumindest heute ist komplizierter und man könnte durchaus das Petrusamt als ein Papstamt verstehen und zwar solches, welches einen Bischof beschreibt, der gewissermaßen geistlich ein Erster unter Gleichen ist.
        Erst seit 19. Jahrhundert gibt es ein Dogma der Unfehlbarkeit des Lehramtes des Papstes, was aber einschränkt, dass dies nur für solche Angelegenheiten gilt, die der Papst in Lehrschreiben veröffentlicht, also gewissermaßen predigt. Ansonsten sah sich Papst Franziskus, (aber ich unterstelle alle modernen Päpste), als fehlbarer Mensch und wie jeder andere Christ auch immer als ein Sünder. Dass Priester gewissermaßen zwischen Menschen und Gott vermitteln, ist stillschweigend einem anderen Selbstverständnis gewichen. Der Papst als der Stellvertreter Christi auf Erden ist dem Wortsinn nach auch übertrieben. Egal ob evangelisch, katholisch oder freikirchlich, sind im weitestgehenden Sinne alle Christinnen und Christen Stellvertreter Jesu auf Erden, denn wir sollen doch das Evangelium möglichst gut exemplarisch leben und die sehr glaubwürdigen Christinnen und Christen sind manchmal wirksamer wie alle die verstaubten Bibeln im Bücherschrank, die oft seltener gelesen werden wie das Kochbuch, oder die Geschichten eines Wilhelm Busch. Der Geist Jesu in uns, oder das Himmelreich in unserer Brust oder Seele, hat so etwas wie Stellvertretung. Dazu haben wir ja die Zusage des Heiligen Geistes, der aber nicht nach dem Gießkannenprinzip wirkt, sondern wenn wir ihn im unserem Leben Raum geben. Was die Katholische Kirche eher mit herumschleppt, als dass es sie es glücklicher machen würde, ist die Idee, richtige vollständige Kirche sei nur da wo ein Priester sei. Faktisch hat aber hier die tagtägliche Praxis den mangelhaft personell vorhandenen Priester überholt, denn Diakone halten heute Gottesdienste und verwenden Hostien, der der Priester zuvor segnete. Pastoralreferentinnen sind lange schon immer Volltheologen. Die heutigen Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch als Noch-Volkskirchen sind eher bereits marginal und ich hoffe, dass wenn im Jahr 2030 das 2000jährigen Jubiläum von Jesus Christus gefeiert wird, der vor dieser Zeit lebte, starb und auferstanden ist, sich auch die Kirchen zumindest in einer Einheit in Vielfalt vereinigen. Gerne darf dann der Papst, mit einem zweiten Evangelischen dann geistlich-kollegial einem Präsidium vorstehen. Die Leitung(en) der Kirche(n) müssten modern organisiert sein – modern im biblischen Sinne – also dass man sich geschwisterlich versteht und gemeinsam betet. Das katholische Abendmahlsverständnis ist kein biologisches Verständnis, sondern ein geistliches und unterscheidet sich vom lutherischen Verständnis aber auch nur dadurch, dass das Geheimnis Gottes seiner Anwesenheit im Abendmahl lutherisch auch ein Geheimnis bleibt, weil Gottes Wesen geistig und daher nicht erklärbar ist. Wenn unsere Freikirchen im Abendmahl (nur) ein Gedächtnismahl sehen, mindert dies die Präsenz Jesus beim Abendmahl m.E. nicht. Also sodann müsste endlich diese unselige Trennung auch beim Abendmahl wegfallen, denn zu dieser Gemeinschaft lädt weder die Lutheraner, noch der Papst, oder die Kirchen ein, sondern nur Jesus. Menschen mit einem sehr unterschiedlichen Glaubensverständnissen verstehen sich durchaus, wenn sie das Grundlegende teilen. Allerdings gehört es auch zum Grundlegenden, dass wir die ganze Bibel an Person und Werk von Jesus Christus auslegen. Aber dies ist in der Ökumene ebenfalls unstrittig. Kirche muss charismatischer, menschlicher und frömmer werden, aber keinesfalls dogmatischer. Wenn wir nicht jeden Mitmenschen lieben, also auch den Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung, bleiben wir geistig-geistlich auch weiterhin im Mittelalter. Aber wir als Christen sind immer unvollkommen, sonst brauchten sie keine Erlösung. Ohne Kirchensteuer müssen Kirchen andere Wege gehen, auch mittels einer Geh-Hin-Struktur und dann findet Gemeinde und Christsein auch bei Menschen statt, auch in Wohnungen und Freizeit. Oder wir teilen das Leben auch mit Armen.

        • im Gegenteil, lieber Bernd. es ist sogar noch einfacher:

          Ein König, der niemals abwesend ist (Mt. 28), braucht auch keinen Stellvertreter. Somit hat niemand das Recht, sich als „Stellvertreter Christi“ oder gar als „Stellvertreter Gottes“ zu bezeichnen. Wir Christen sind ledigliech – ausnahmslos! – Botschafter. Jesus hat Petrus niemals zum Oberhaupt der Gemeinde eingesetzt und auch Petrus hat sich niemals als solches verstanden. Im Gegenteil: Er beugte sich immer den Beschlüssen und Anweisungen der Ältesten, musste sich auch rechtfertigen, wenn er die gewohnten Pfade verließ.

          Es ist historisch und archäologisch gesehen sogar äußerst fragwürdig, ob sich Petrus jemals in Rom aufhielt, geschweige denn Bischof von Rom war. Keine zuverlässige Quelle weist darauf hin und die Gespräche mit Kaiser Konstantin zu diesem Thema wurden schon im 17. Jahrhundert von einem päpstlichen Archivar als Fälschungen entlarvt. Was die kirche vorweisen kann sind die „Weisheiten“ des Augustinus, der eine eigenwillige Aufassung von Heilsgewissheit hatte und eine neue Werkgerechtigkeit einführte. Oder die von Origenes, dessen Existenz auch nicht historisch belegbar ist.

          Wir alle sind Botschafter Christi, keiner hat einen Anspruch darauf, sich neben oder unter Jesus Christus unser „Oberhaupt“ zu bezeichnen. Dass die Unterschiede zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche nur marginal seien glaubten wir Lutheraner bereits in den 1980ern, wurden jedoch von der rkK immer wieder eines Besseren belehrt Nach wie vor wird uns erklärt, wir müssten lediglich „in die Arme der (katholischen) Mutter Kirche zurückkehren“, den Papst als unser Oberhaupt anerkennen und bräuchten lediglich ausschließlich den Anweisungen des Vatikan folgen. Dann erst seien wir „richtige“ Christen. Wir gelten nach wie vor als Ketzer, als Nachfolger des „abtrünnigen Mönchleins“, welches exkommuniziert wurde. Ledig unsere Chancen, wieder aufgenommen zu werden, haben sich verbessert.

    • Biologische und geistige Wirklichkeiten sind unterschiedlich

      Lieber EinFragender: Die Jungfräulichkeit von Maria, die nur im Lukasevangelium steht und zwar richtig übersetzt als „junge Frau“ , ist eben nicht wirklich biblisch. Für Jungfrau hätte im Urtext ein andere Wort stehen müssen. Jungfrau ist hergeleitet eben aus der falschen Übersetzung und dem fatalen Irrtum, wir hätten als Sünder(innen) die Gene (oder Vererbungen) des ALTEN MENSCHEN. Denn Maria hatte mit Jesus den NEUEN MENSCHEN Jesus geboren. Aber darin steckt dann sogar ein doppelter Widerspruch. Wenn Maria vom Heiligen Geist gezeugt wurde (ein Unsinn, dann müsste heute der Heilige Geist Alimente bezahlen, der Heilige Geist wäre biologisch). Aber die Antiker sind dadurch entschuldigt, dass hier zwischen unserer Biologie und dem Wesen Gottes als geistige Wirklichkeit vor 2000 Jahren noch kein Unterschied gemacht werden konnte. Falsch formuliert ist auch das Katholische Abendmahlsverständnis der Transsubstantionslehre, weil das Blut Jesu wirkliches Blut sei. Später merkte man den Fehler in der Neuzeit und hat hinzugefügt, dass sich der Stoff durch die Wandlung niemals verändert. Wir Lutheraner haben es viel einfacher. Für uns ist der Leib und das Blut Christi die viel deutlichere Nähe von Jesus Christus in oder beim Abendmahl. Aber wir haben hier nicht versucht biologisch-physikalisch, Gott zu definieren, der wirkliche unendliche geistige Wirklichkeit ist. Dies alles ist eigentlich einfach zu begreifen, aber für manche so furchtbar schwierig. Vor allem wenn man hier Taufe und Abendmahl (ungewollt) magisch versteht. Ich muss und darf sowohl in meine Taufe eintreten und auch in das Geschehen des Abendmahles. Nur dann sollte ich auch vergebungsbereit werden. Die Taufe wirkt niemals wie ein Antibiotikum gegen die Sünde, sondern sie ist schlicht die Zusage, dass Gott jeden Menschen liebt, sogar jene die nicht getauft sind und die es auch nicht werden. Sonst würde Gott nur ChristInnen lieben und Jesu wäre nur für fromme Juden gestorben und nicht für die Sünde dieser Welt. Etwaige Widersprüche, die ich hier ebenso formuliere, habe ich nicht erfunden, sie sind zwangsläufig, denn der christliche Glaube ist niemals eine widerspruchsfreie Lehre über alles. Glaube ist ein sehr festes Vertrauen allein in Gott. Am Ende steht allerdings, dass alles gut wird, weil Jesus nicht versagen kann und die ganze Welt auch wirklich erlöst. Aber dies ist immer der Weg Gottes und nicht unserer Weisheit offenbart, damit wir gültige Antworten (er)finden. Dass diese Sichtweise eine billige Gnade sei, muss strikt abgewiesen werden. Denn erstens war das Opfer Jesu leider viel zu blutig und zweitens sind wir immer für alles auch verantwortlich, was wir mit uns und unseren Mitmenschen sowie dem Planeten anstellen. Unser Missionsbefehl gilt weiterhin in voller Breite. Dass Jesus den ungläubigen Samariter als leuchtenden Beispiel der Nächstenliebe beschreibt, wird vielleicht auch verdeutlichen, dass die Bergpredigt eben auch im Tun des Guten den Willen Gottes sieht. Ärzte und Rotes Kreuz arbeiten Gott, auch wenn sie es nicht wissen.

  5. Komisch, da wird mit der hl Schrift argumentiert, wo doch sonst „alles möglich“ ist bei den Katholiken. Papsttum, die ewige Jungfrau Maria, das Zölibat und und und.
    Ich bin ja gegen „Frauenordination“ also die letzte Verantwortung in Gemeinden ist aus biblischer Sicht den Männern vorbehalten, (hör ich da einen Aufschrei?) aber Diakonie war von jeher auch ein Job den begabte Frauen ausübten und so sollte es auch sein!

    • zu 50 % hast du meiner Ansicht nach Recht.

      Ich bin der Meinung, dass weder Frauen noch Männer eine vorgehobene Stellung in einer Gemeinde haben sollten sondern

      alle Mitglieder gemeinsam (natürlich da Männer und Frauen) entscheiden sollten.

      Hast du neben ‚biblisch‘ eigentlich auch einen sachlichen Grund?

      • Dogmen sind oft widersprüchlich

        Antwort an Chey: Biblisch ist durchaus auch sachlich. Denn wir berufen uns ja auch als evangelische Christinnen und Christen, so wie die Menschen mit anderen Gesangbüchern, durchaus auf die Bibel. Nur dass jede/r die Bibel an Person und Werk Jesu und damit deutlich am Neuen Testament auslegen darf/muss. In der Zeit als die Bibeltexte auch verschriftlich wurden und das Zweite Testament entstand, waren Diakoninnen wohl daher sehr unbekannt. Und selbstverständlich ist alles was heute real ist: Berufschristen die an Hochschulen Theologie studieren, das Vorhandensein von Orgeln und sogar Gottesdienste im Fernsehen oder Internet. Dies steht alles niemals in der Bibel und ist doch deshalb nicht unchristlich. Außerdem haben Frauen definitiv eine Seele und sind vollkommen gleichberechtigt. Ich finde keinerlei Lehre aus der Urgemeinde, in der die Überzeugung steht, arme heutige Priester sollten nicht heiraten und Frauen dürften keine (noch nicht geschaffenen Ämter) der Diakoninnen ausüben, oder in unverschämter Weise sogar auch bald Priesterinnen sein. Die Altkatholiken haben dies schon lange realisiert und die Kirchendecke ist über keine predigende Frau bei den Reformern herab gefallen.
        Im Jahr 2033 findet eine sehr große globale und zudem Ökumenische Veranstaltung in Jerusalem statt, weil dann Jesus Christus vor 2000 Jahren hingerichtet und nach drei Tagen auferstanden ist. Wenn ich steinalt werde, erlebe ich es noch, sonst sehe ich vom Himmel aus zu. Jedenfalls hatte damals Jesus den Beziehungsstatus nie veröffentlicht, allerdings waren Lehrer (Rabbiner vergleichbar) wie er und zudem Jesus als Wanderprediger, nicht dazu in Lage, eine Ehe zu praktizieren. Die Apostel waren stets in aller Welt unterwegs, fast nie daheim und wie sollten sie eine Familie managen und eine Frau haben. Ich sehe also zeitlich und weltweit keinen Grund, warum Priester nicht heiraten sollten und Diakoninnen nie sein sollten. Damals war jenes Patriarchat unangefochten, aber heute nicht mehr. Heute gibt es auch keine Sklaven mehr, mit Ausnahme der armen Prostituierten, die Erde ist keinerlei Scheibe, Einstein bewies jene unbegreifliche Relativitätstheorie und die Erde ist nicht mehr Mittelpunkt des Universums. Gott wurde niemals kleiner, sondern nur größer, weil er ein unendliches Universum erschuf. Es gibt niemals Gründe, sich Reformen zu verweigern. Nur ist es ein völlig unüberwindbares Problem, hier einmal für Dogmen erklärte vollkommene Wahrheiten abzuschaffen. Aber manchmal helfen Formelkompromisse, wie in der Politik (der letzte Satz war etwas ironisch gemeint). Gott glaubt fest an uns und dass sich jede einzelne Seele noch freiwillig ihm in seine Arme wirft. Aber Gläubige meinen manchmal, unlogische Dogmen würden sie von dem Vertrauen zu Gott abbringen. Sicher: Wenn ich Gott wie einen Menschen betrachte, dann schon. Gott ist unbegreiflich, aber real. Jesus wurde nie heilig gesprochen, er war es in Ewigkeit. Und sicherlich war die Ehe, schon gar bei Abraham, anders als heute. Aber eherne legalistische Überzeugungen sind wie Versteinerung. Was das Apostelkonzil vor 1700 Jahren als Glaube definierte, wurde bis heute zu riesigen Bibliotheken und vermehrt Speicherplatz im PC. Immerhin sieht das Kirchenrecht auch heute vor, dass Ev. Pfarrer, wenn sie katholisch werden, sogar eine Josefsehe führen müssten.

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