Die freie evangelische Lenne Kirche baut die St.-Josef-Kirche im Märkischen Kreis zu einer Sportkirche um. Der ungewöhnliche Ansatz überzeugt sogar die frühere katholische Gemeinde.
Die St.-Josef-Kirche in Nachrodt erhält eine neue Bestimmung: Die freie evangelische Lenne Kirche hat das Gebäude übernommen und baut es zur bundesweit ersten Sportkirche um. Das berichtet die Westfalenpost. Sinkende Mitgliederzahlen und hohe Kosten hatten die katholische Pfarrei St. Matthäus zur Aufgabe des Gebäudes gezwungen.
Pastor Stefan Rapp erläutert, dass künftig Sportangebote und kirchliche Veranstaltungen unter einem Dach stattfinden sollen. Geplant sind Fußball-, Volleyball- und Basketballflächen, eine Boulderwand sowie verschiedene Spielgeräte. Gleichzeitig sollen Gottesdienste, Konzerte und Feiern weiter möglich bleiben. Der Umbau der 1927 erbauten Kirche beginnt Anfang Februar. Finanziert wird das Projekt über Mittel des EU-Förderprogramms Leader sowie durch Spenden und Vermietungen.
Laut Rapp stößt das Konzept in Nachrodt-Wiblingwerde auf breite Zustimmung: Fast alle Rückmeldungen seien positiv. Die Nachnutzung fülle zudem eine lokale Lücke, nachdem die Sporthalle „Lennehalle“ abgerissen wurde. Auch katholische Gruppen nutzten die Kirche bereits wieder – etwa zum Martinsumzug oder zur Sternsingeraktion.
Den kompletten Artikel der Westfalenpost finden Sie hier: Eine Sportkirche im Sauerland: Wie ein kleines Team ein Großprojekt stemmt (Paywall)

Sportkirche gute Idee
Eine Sportkirche ist sehr gute Idee. Leider sind aus finanziellen Gründen große Kirchen(räume) meist nicht verkäuflich, weil deren laufende Kosten, egal was dort kulturell oder in anderer Weise stattfindet, oder ob die Räume gut oder gar nicht genutzt werden, sich niemals decken lassen. Zumal viele unserer Kirchen Denkmalschutz haben. In Kanada aber sahen wir ein Gotteshaus, wo das Untergeschoss an einen großen Sexshop vermietet war, vermutlich geldlicher Not folgend, aus prinzipiellen Gründen aber für jedes Ansehen unförderlich. Denn solche Einrichtungen sehen jene Seite unseres normalen Menschseins nie als eine Gabe an, sondern nur als Möglichkeit mannigfaltigen Sportes, (ironisch formuliert). Diese kanadische Gegend im französischen Sprachgebiet schien eine fleißige katholische Missionsgegend zu sein, in diese Gotteshäuser strebten Tausende. Näheres ließ sich nicht in Erfahrung bringen, aber die Herzlichkeit. der Gemeinden war erstaunlich. Wem im Regelfall eine Burg, ein Schloss oder Kirche gar geschenkt würde, wäre schnell pleite. In meiner kleinen und sehr pfälzischen Großstadt wurden nach Kriegsende 2-3 mal mehr Kirchen erbaut und heute herrscht teilweise irrsinniger Leerstand. So sehr ich Kirchen liebe, haben sie leider Denkfehler. Kleine wunderbare Kirchen sind übrigens in Norwegen sehr gut allzwecktauglich, haben leicht transportable Stühle, sowie überschaubare Größen und suggerieren hier allerbeste Nachfrage nach Gottes Wort am Sonntag. Aber es ist auch leider eine oft optische Täuschung. Wir aber zählten hier zwei Pfarrer, die im Talar den Gottesdienst hielten, fleißiges Küsterehepaar, den Organisten mit Ehefrau und eine kleine Bank Gäste von uns hier aus Deutschland. Sonst wäre man auch ohne jedes Publikum geblieben. Wer so die Mängel verwaltet müsste, kann noch nicht einmal genug Geld haben. um das unnütze Bauwerk abzureißen. Frühere Pfarrer bei uns liebten daher sehr ihre Dorfkirchen, da singt öfters der Gesangverein und die Sängerfamilien kommen hinzu. So denke ich, dass wir unabhängig von dem Problems nicht genutzter Kirchen, diese auch ein Geh-Hin-Struktur haben sollten, nämlich somit alle Hecken und Zäune unserer Gesellschaft. Kommt der Prophet nicht zum Berg, dann muss der Berg zum Propheten laufen. Immerhin in Großbritanien wurden letztes Jahr 1.100 völlig neue Gemeinden gegründet, nur weil in der wärmeren Jahreszeit deren Sonntagsgottesdienst oft im Freien, auf der Wiese oder im Park, stattfindet und daher sich sehr gut mit einem Picknick verbinden lässt. Ob diese Idee zeitlich überdauert? Wünsche ich von Herzen. Aber meine eher klassizistische Kaiser-Wilhelm-Kirche aus jenem Jahre 1899, vom Kaiser mit Privatspende hier nur für die vornehmsten Kurgäste erbaut, beherbergte ab 1990 nur 3-7 Gottesdienstbesucher, in der anderen Kleinstadt-Kirche erschienen bis zu 80 Leute sehr gerne zum Gebet. Die nach dem Kaiser benannte Kirche steht leider nun leer, seit große Risse in Wänden auftauchten und sich aus unterklärbaren Gründen der Berg bewegt. Dort wollten die sehr vornehmen Herrschaften nicht mit den landwirtschaftlich duftenden Einheimischen die Kirchenbank drücken. Also selbst dieser Standesdünkel hatte damals zu jenem Kirchenbau geführt. Einer meiner Gemeindepfarrer hatte mir überzeugt zu erklären versucht, sogar im Krieg werde die Kirche nicht bombardiert. Dafür gibt es sogar eine Urkunde und eine Inschrift für Gutgläubige im Eingangsbereich des Gotteshauses. Früher stimmte der Kirchenvorstand gerne zu, dass die nahe kommunale KITA auch unser KWK-Kirche überragen darf. Denn ein so weltliches Gebäude sollte eigentlich keine Kirche überragen, selbst wenn es auf einem Hügel steht. Manche Denkweisen kommen aus Zeiten von Thron und Altar und Herrschern, die sich sogar eigene Kirche erbauten. Allerdings Kirchenbauer Kaiser Wilhelm II saß nie in seiner Kaiserloge. Es war sein Vorgänger, der auf der Kurpromenade spazierte, den französischen Gesandten beleidigte und durch Verkürzung einer Morsenachricht entstand ein deutscher Krieg.