Frankfurt am Main hat eine neue Kirche, allerdings eine kleine: Ganze 17 Quadratmeter groß ist die sogenannte Tiny Church, die im Stadtteil Niederrad aufgebaut worden ist.
In Frankfurt am Main ist eine «Tiny Church» angekommen. Gebaut habe sie das Unternehmen Tiny Home Factory aus Freiburg in etwa 600 Stunden, teilte die katholische Stadtkirche Frankfurt am Montag mit. Das 17 Quadratmeter große Gebäude aus Holz wiegt demnach 3.200 Kilogramm und wurde fertig angeliefert. Träger des ökumenischen Projekts sind die katholische Stadtkirche Frankfurt und die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach.
Die Idee ist den Angaben zufolge, dem «sich von der reinen Bürostadt zum lebendigen Wohnviertel wandelnden Niederrad eine neue Art von Kirche anzubieten». Die laufenden Kosten tragen die evangelische Paul-Gerhardt- und die katholische St. Jakobus-Gemeinde. Die Tiny Church steht gegenüber der Arbeitsagentur in der Saonestraße in Niederrad fest auf einem Parkplatz, der eigens dafür angemietet worden sei.
„Ich bin so glücklich und kann es noch gar nicht glauben, dass sie jetzt da ist“, sagt Projektleiter George Kurumthottikal. „Das Spannende bei diesem Projekt ist, dass wir raus zu den Menschen gehen und nicht erwarten, dass sie zu uns kommen.“ Ihn habe die katholische Pfarrei St. Jakobus angestellt, um ein Programm für die Tiny Church zu entwickeln und umzusetzen.
Die Tiny Church sei kein Sakralbau. Geplant sind unter anderem Andachten, Lesungen, gesellige Abende, Gesprächsangebote und kulturelle Veranstaltungen. Vor allem im Sommer sollten rund um die kleine Kirche kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Der Innenraum bietet Platz für rund zwölf Personen. Eine etwa 2,5 Quadratmeter große Terrasse dient als Verbindungsglied zum Außenraum. Gekostet hat der Bau der Tiny Church 122.000 Euro, geplant worden war zu Beginn ursprünglich mit 90.000 Euro.

Das gefällt mir, im Gegensatz zur alten Institution Kirche, öffent die neue Instritution ihr Herz für die Demut der Wahl, die die Menschheit mit Jesus täglich neu zu treffen wünscht. Jeder Tag wir so zu einem Geschenk, dass all die Menschen erreichen kann, die damit erreicht werden wollen. Der Mensch ist so einzigartig, dass ihm das Wort eine Rolle im Leben hinterlassen hat, aus der er sich selbst immer wieder selbst erschöpfen kann.
Es muss mehr der Geist der Bergpredigt wehen
Guter Kommentar von Roswitha Steffens. Diese kleine Kirche ist für mich ein Symbol, was alle Kirchen und Konfessionen zukünftig vermehrt tun müssen, nämlich einer reinem Komm-Struktur hinzufügen müssen: An den Hecken und Zäunen, allen Ränder der Gesellschaft, dort wo auch diese Menschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, müssen wir ankommen. Dabei geht es nicht in erster Linie nur darum, einen Fuß nur in eine Gegend zu setzen, wo wir als Christinnen, Christen und Kirchen nicht vorhanden sind. Sondern eher auch das Leben in aller Kürze ein wenig mit Menschen zu teilen, auch mit Armen, an ihrem Alltag teilzunehmen und ohne sie übergriffig irgendwie und auch irgendwo gut zu erziehen. Ich denke, dass wie dies im Ideal geschah bei den Brüdern von Taize, die wohl immer noch in vielen Ländern als Jugendliche und Erwachsene sogar eine zeitlang mit anderen Menschen das Leben geschwisterlich teilen und notfalls auch auf dem Fußboden schlafen. Großes Vorbild wäre dies für mich der bereits lange verstorbene CDU-Politiker Norbert Blüm, der einfach ohne große Theater, sein Zelt spontan in einem sehr verschlammten kalten und regennassen Flüchtlingslager in Griechenland aufschlug und einer unter Gleichen wurde. Allein dies war ein großes Zeichen, leider hat dies die Politik bis heute nicht auch nur zur Kenntnis genommen. Denn in der allgemeinen geteilten Gefühlslage ist der Flüchtling ein Objekt der Abschiebungs(bemühungen) und schon gar nicht soll es ihm bei uns gut gehen. Es könnten ja mehr kommen. Schämt euch, aber nur die sich betroffen fühlen und die das Stadtbild deutscher machen möchten, sowie weißhäutiger. Es muss mehr Bergpredigt wehen. Oder jener Jesuswind blasen, der doch bei der Speisung der Fünftausend stattfand. Dabei ging es gar nicht so sehr um das Brotwunder. Sondern das Wunder dort im Wunder war, dass alle ihre Lebensmittel teilten, die in der Antike jeder zum Überleben mitnahm, weil es wie in der Moderne keine Kaufläden gab. Jesus und seine Jünger moderierten dieses Geschehen gut. Aber woran liegt es, dass „einer trage des anderen Last, heute mehr als unmodern ist?
Ich glaube, das Grauen des Zweiten Weltkrieges, der Hunger, das Elend, die Flucht unserer eigenen Menschen, wurde eben nicht in Schulklassen von Zeitzeugen erzählt. Es kann niemand mehr nachempfinden wie es Flüchtenden ergeht, zumal Jugendlichen, die heute traumatisiert sind. Aus ihnen entwickeln sich (auch in unserer Phantasie) die Messermenschen, die aus Afrika kommen, in unsere Hängematten wollen und uns umvolken Ordnung ist nicht alles, die Liebe zum Mitmenschen ist das Maß aller Dinge, denn in seiner Verkleidung kommt Jesus zu uns und stelle uns infrage.
Mit der kleinen Hütte im christlich unbearbeiteten Acker einer größeren Stadt kann Gemeinwesenarbeit stattfindet, die diesen Geist ebenso atmet.