Mit einem Festgottesdienst und Festakt hat die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) am 29. April ihr 100‑jähriges Bestehen gefeiert – mit starken ökumenischen Bekenntnissen.
Rund 200 Gäste aus Politik, Kirchen und Gesellschaft kamen am 29. April in der Berliner Lukas‑Gemeinde zusammen, um an die Gründung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) im Jahr 1926 in Leipzig zu erinnern. Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier sagte seine Teilnahme kurzfristig ab, kündigte aber einen Empfang einer VEF‑Delegation im Juni im Schloss Bellevue an.
In seiner Predigt stellte VEF‑Präsident Marc Brenner das biblische Bild der „dreifachen Schnur“ aus Prediger 4,9‑12 in den Mittelpunkt. „Zwei haben es besser als einer allein“, zitierte Brenner und betonte, dass gebündelte Kräfte tragen – gerade in schwierigen Zeiten. Gemeinschaft schenke Halt, Wärme und Widerstandskraft, wenn Christus die Mitte bilde.
Lob und Dank von Kirchenvertretern
Beim anschließenden Festakt würdigten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen das „geschwisterliche Miteinander“ mit der VEF. Die EKD‑Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs hob die gewachsene ökumenische Zusammenarbeit hervor und erinnerte an die Predigtgemeinschaft zwischen VEF und EKD. Außerdem lobte sie die Stellungnahme des VEF-Beauftragten am Sitz der Bundesregierung, Konstantin von Abendroth, der sich klar gegen die politische Vereinnahmung durch die AfD und den Versuch, „einen Keil zwischen Frei- und Landeskirchen zu treiben“, ausgesprochen hatte.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, würdigte „die Vorreiterrolle“ der VEF als älteste ökumenische Vereinigung von Kirchen und Gemeindebünden in Deutschland: „Sie sind sozusagen unsere ältere Halbschwester – und mehr noch: Sie sind eine Wegbereiterin.“ Bischof Gerhard Feige gratulierte im Namen der Deutschen Bischofskonferenz. Er räumte Schuld gegenüber den Freikirchen ein und sagte für die Zukunft einen „wirklich geschwisterlichen Umgang“ zu.
Einen Blick in die Zukunft warf James Ros, Vize-Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Vielfalt brauche es eine geeinte Kirche, so Ros. Ein Beitrag der VEF sei es, „Räume zu schaffen, in denen Vielfalt nicht trennt, sondern trägt.“
Zum 100-jährigen Bestehen hat die VEF ein Jubiläumsmagazin (PDF) herausgebracht. Es ist kostenfrei als PDF verfügbar.
