Die evangelischen Kirchenmitglieder in Württemberg haben gewählt: Offene Kirche und Lebendige Gemeinde liegen gleichauf.
Bei der Kirchenwahl in der Württembergischen Landeskirche am ersten Adventswochenende sind 90 Landessynodale und rund 7.000 Kirchengemeinderätinnen und -räte neu gewählt worden. Rund 390.000 der 1,51 Millionen wahlberechtigten evangelischen Kirchenmitglieder ab dem 14. Lebensjahr gaben ihre Stimme ab, teilte die Landeskirche mit. Die Wahlbeteiligung lag bei 22,43 Prozent.
Die Besonderheit in Württemberg: Im Gegensatz zu den anderen Landeskirchen werden die Mitglieder der Landessynode direkt gewählt. Die Kandidierenden treten nicht als Einzelpersonen, sondern für sogenannte „Gesprächskreise“ mit unterschiedlichen theologischen und kirchenpolitischen Profilen an:
Lebendige Gemeinde: evangelikal-pietistisch, missionarisch
Evangelium und Kirche: kirchliche Mitte, reformatorisch, integrativ
Kirche für morgen: progressiv, reformorientiert, missional
Offene Kirche: liberal, gesellschaftsorientiert, inklusiv
Die beiden „großen“ Gesprächskreise Lebendige Gemeinde und Offene Kirche liegen mit je 31 Sitzen gleichauf vorne. Die „Kirche für morgen“ verbesserte ihren Stimmenanteil erneut deutlich. Künftig stellt der Gesprächskreis 18 Sitze (zuvor 12). Dagegen fiel „Evangelium und Kirche“ von 16 auf 10 Sitze zurück.
Sitzverteilung in der 17. Landessynode (korrigiertes Ergebnis 3.12.):
| Gesprächskreis | Sitze 2019 | Sitze 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Lebendige Gemeinde | 32 | 31 | -1 |
| Evangelium und Kirche | 16 | 10 | -6 |
| Kirche für morgen | 12 | 18 | +6 |
| Offene Kirche | 31 | 31 | +-0 |
„Wir gratulieren allen Gewählten aus allen Gesprächskreisen und wünschen ihnen Gottes Segen für die Arbeit in der Synode. Wir sind als Schwestern und Brüder gemeinsam unterwegs“, sagte Pfarrer Dr. Friedemann Kuttler, Vorsitzender der ChristusBewegung Lebendige Gemeinde, in einer Stellungnahme. Dabei räumte er auch ein, sich den ein oder anderen Sitz mehr gewünscht zu haben. Zur zukünftigen Arbeit sagte er, es brauche eine Stärkung der Ortsgemeinden und eine missionarische Neuausrichtung.
Große Freude herrschte nach dem Wahltag beim Gesprächskreis „Kirche für morgen“. „Dass 18 unserer 31 Kandidierenden gewählt worden sind, ist ein starkes Signal“, sagte Vorstand Matthias Bredemeier. „Es zeigt, dass der Wunsch nach Erneuerung groß ist.“ Man wolle Raum schaffen „für neue Formen, starke Jugendarbeit, weniger Bürokratie und eine Kirche, die niemandem Steine in den Weg legt.“
Die konstituierende Sitzung der 17. württembergischen Landessynode findet am 28. Februar 2026 in Stuttgart statt.
Links:
- Württembergische Landeskirche
- Lebendige Gemeinde
- Kirche für morgen
- Offene Kirche
- Evangelium und Kirche
Redaktioneller Hinweis: Die Württembergische Landeskirche hatte am 1. Dezember zunächst ein anderes Endergebnis mitgeteilt. Demnach hatte die Lebendige Gemeinde 30 – statt jetzt 31 – Sitze errungen, Evangelium und Kirche 11 – statt jetzt 10. Am 3. Dezember erfolgte die Korrektur. Wir haben das veränderte Ergebnis in diesen Artikel eingepflegt.

Zweierlei:
1. Die Kandidaten treten schon als Einzelpersonen an. Sie sind nur „auch“ Vertreter eines Gesprächskreises. Es gibt aber nur die Mehrheitswahl, Personenwahl. Gewählt werden nicht die Gesprächskreise.
2. Die Vergleichszahlen sind nicht ganz korrekt. Die Lebendige Gemeinde hatte in der Wahl 2019 nicht 32 sondern 31 Sitze gewonnen. Da kurze Zeit nach der Wahl einer der Synodalen der Lebendigen Gemeinde Prälat wurde, Regionalbischof, schied er aus der Synode aus. Dann hatte die Lebendige Gemeinde nur noch 30 Sitze. Im Laufe der 6jährigen Amtsperiode gibt es immer wieder mal Veränderungen. Darum hat dann die Lebendige Gemeinde im Laufe der Jahre wieder 2 Sitze hinzugewonnen (Nachrücker) und hatte nun am Ende 32 Sitze.
Schubladendenken ist für den Glauben zu eng
Dies so (fast wie politische Parteien) aufzuteilen in: / Evangelikal-pietistisch, missionarisch / Evangelium und Kirche: kirchliche Mitte, reformatorisch, integrativ / Kirche für morgen: progressiv, reformorientiert, missionarisch / Offene Kirche: liberal, gesellschaftsorientiert, inklusiv – halte ich so vom Ansatz her für einen Denkfehler. Ich verstehe mich, egal wo ich in Deutschland wohne, NUR als Christ. Ich glaube an die Wichtigkeit von Werten und Normen, so lange sie vernünftig und nicht nur legalistisch sind. Auch unsere 10 Gebote sind wichtig, die Bergpredigt Jesu zeitlos gültig sowie grundlegend und Gott und den Nächsten zu lieben für die Zusammenfassung des Glaubens. Der Glaube ist nie eine widerspruchsfreie und auch alleserklärende Antwort für alles, sondern ein sehr großes Vertrauen in Gott. Die Bibel sollte ausgelegt werden am Neuen Testament und damit an Person und Werk von Jesus Christus. Ich halte es für legitim, dass sowohl in ethischen Fragen und Glaubensangelegenheiten die Gedankenfreiheit notwendig ist. Auch der Glaube ist eine Einheit in der Vielfalt seiner Ausdrucksmöglichkeiten und Traditionen. Wenn dies aber mit der Aufstellung von Listen theologische Zielrichtungen und Denkrichtungen erfolgt, spaltet es mehr als wie es uns alle verbindet. Wir sollten eher wie ein bunter Blumengarten Gottes sein. Es gibt Dinge in denen ich evangelikal glaube, aber nicht dogmatisch argumentiere, schon auch als theologischer Laie. In anderen Frage bin ich gerne liberal. Die Liebe Gottes ist weder evangelikal, noch charismatisch, oder liberal, sie ist nur Gottes wirkliche Liebe. Wir sollten Menschen nicht nur theologisch christlich, sondern in allen Fragen, niemals in Denkschubladen einsortieren. Denn dies fördert nur noch zusätzliches Schubladendenken. Schubladen sind für Gott zu eng, denn seine Gedanken und Pläne sind höher als unsere Gedanken und Vorhaben. Alle Maßstäbe, die ich gedenke an andere Menschen anzulegen, muss ich zuvor an mich selbst anbringen. Der Glaube benötigt meinen allerersten Schritt, bevor er zu einer weiten Reise geht. Wichtig ist in Sache von Liebe (Agape), dass Gott jeden einzelnen Menschen auf Erden so liebt, als sei es der Einzige. Auch so wie wir (auch mit unserer Sexuellen Orientierung) auf die Welt kommen, hat uns Gott persönlich gewollt. Unser Leben ist auch unsere Hausaufgabe. Nur mit dem Unterschied, dass aufgrund von Gottes Vollkommenheit auch seiner Erlösung niemand sitzen bleiben wird. Aber die zu entscheiden ist Angelegenheit einer höheren Instanz.