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Entdecke den Kern von Weihnachten neu

Geschenke, Tannenbaum, Lametta: Weihnachten ist ein Fest der Traditionen. Aber worum geht es eigentlich?

Von Matthias Kleiböhmer

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„Es begab sich aber zu der Zeit …“ Die ersten Worte der biblischen Weihnachtsgeschichte – und das leise Zirpen der Grillen in einer lauen Sommernacht: das passt nicht zusammen, oder? Aber wer Gottesdienste plant oder Kirchenmusik macht, kennt das: Das Programm muss im Sommer stehen, sonst geht es schnell in der Hektik der kurzen zweiten Jahreshälfte unter.

Und deswegen gilt: Statt leichtem Schneefall und heißem Kakao müssen eiskalte Getränke und der Blick in den spätsommerlichen Garten reichen, um in Stimmung zu kommen. Da kommt man schon mal ins Grübeln: Was braucht man eigentlich wirklich, um Weihnachten feiern zu können?

Überzeugungskraft ist gefragt

Weihnachten besteht zu 95 Prozent aus Traditionen. Und die werden heute mehr als jemals zuvor infrage gestellt. Der Adventskranz am Arbeitsplatz wird vom nichtgläubigen Arbeitskollegen abgelehnt, die gemeinsame Bescherung an Heiligabend vom Teenager und seiner Freundin. Es braucht organisatorisches Geschick und eine Menge Überzeugungskraft, um die ganze Familie zum Heiligabendgottesdienst zu motivieren. Und die ganze Palette an guten Argumenten, über hemmungsloses Betteln bis hin zur Bestechung. Da muss man es auch mal aussprechen: Früher war alles einfacher!

Ach ja – um welches beliebte „Früher“ geht’s eigentlich? „Früher“ war Weihnachten mal ein Fest der Dorf- oder Hofgemeinschaft, das man nicht im heimeligen Frieden der Familie gefeiert hat, sondern draußen vor der Tür. Es war ein Fest ohne Geschenke; die hat erst Martin Luther eingeführt. Statt zum Gedenktag der namensgebenden Heiligen sollten die Gaben mit der Geburt des Erlösers verbunden werden. Eine tolle Idee! Und der erste Schritt zur Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes. Man kann also nicht ernsthaft behaupten, „früher“ war alles besser.

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Stattdessen ist es doch so: Unsere Sehnsucht nach dem „Früher“ ist in Wahrheit eine Sehnsucht nach den Festen unserer Kindheit. Solche Sehnsucht darf man haben. So einen genussvollen Schmerz nach vergangenen Tagen – den muss man sich ab und zu auch mal gönnen! Aber ist Weihnachten der richtige Zeitpunkt dafür?

Zum Kern von Weihnachten

Die Trends kommen und gehen, das gilt selbst für Weihnachten. Die letzte Bastion der Tradition in einer Zeit, die viele Veränderungen mit sich bringt, sie wackelt. Aber vielleicht bringt uns das eher zum Kern von Weihnachten, als wir denken. Denn in der unscheinbaren Geburt in einem winzigen Nest in der römischen Provinz Judäa beginnt eine neue Zeit. Damit endet die Epoche der Einsamkeit, der Trennung und Verlorenheit. Und es beginnt das Zeitalter der Verbundenheit. Denn Gott ist den Menschen durch Jesus, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern, entgegen- und nähergekommen. Deswegen beginnt in dieser Nacht eine neue Zeitrechnung.

Was ist so einem Ereignis angemessen? Nadelbäume im Wohnzimmer? Vielleicht probieren wir eine neue Tradition aus: Wir gehen einfach mal in Gedanken zurück zum allerersten Weihnachtsfest. Wir setzen uns wie die Menschen damals an die Krippe. Und dann versuchen wir – ohne Ablenkung durch Hektik und Pflichten – zu verstehen, was da geschehen ist: Da liegt der allmächtige Gott, Mensch geworden, klein, damit ich mit ihm in Verbindung treten kann. Und er lädt mich ein, zu leben. Darum geht es. Alles andere ist Verhandlungssache.

Matthias Kleiböhmer ist Community­pastor der Creativen Kirche und Geschäftsführer der Evangelischen Popakademie in Witten.

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Dieser Artikel ist im Magazin lebenslust erschienen. lebenslust gehört wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag.

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6 Kommentare

  1. Weihnachten hin oder her, ob Jesus geboren im Winter oder Sommer egal. Letztendlich waere es sogar biblisch wenn wir gar keinen speziellen Tag feiern……. Wichtig und das zaehlt fuer Christen: So sehr liebte Gott die Welt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit wir gerettet sind.
    Wer an den Sohn glaubt der hat das ewige Leben.

    Dem ist nichts hinzuzufuegen oder wegzunehmen.

    • Richtig. Joerg Sberger – Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber natürlich darf man über das Weihnachtsgeschehen auch sehr vertiefter nachdenken und Schlussfolgerungen ziehen. Dazu jedenfalls ist es doch geschehen und soll uns aufrütteln. Weil Gott als kleines Baby auf die Welt kam und als zum Tode Verurteilte am Kreuz starb, ist doch eine riesige Provokation göttlicher Liebe, so riesengroß wie ein Scheunentor dieser Welt. Vor allem dass mit diesem Erlösungsgeschehen alle Menschen gemeint sind und die Art und Weise von Gottes Ankunft völlig gewaltlos gewesen war

  2. Die Behauptung, die Geburt von Jesus sei das erste Weihnachtsfest gewesen, ist völlig danebengegriffen.
    Als Jesus geboren wurde – im Sommer übrigens – ist dort in Betlehem niemand auf die Idee eines „Weihnachtsfestes“ gekommen.
    Aber unsere germanischen Vorfahren, die von Jesus keine Ahnung hatten, feierten damals schon ihr „Weihnachten“.
    Aber was bedeuten schon historische Wahrheiten, wenn einem Pastor ein nett klingender Satz einfällt für die Leute.
    Und schaue ich mir die Breite unserer heutigen Weihnachten feiernden Gesellschaft an, dann kann der „Kern“ davon gar nicht Jesus sein.
    Wenn’s um Jesus ginge, dann würden sich die Leute ja zu Jesus bekehren, aber auf die Idee kommt an Weihnachten keiner …

    • Ja – der Himmel selbst hat gefeiert!
      Bei der Geburt unseres Retters erhoben die Engel Lobpreis:
      „Ehre sei Gott in der Höhe!“
      Jesu Kommen war ein himmlisches Freudenereignis.
      Lob und Preis sei Gott!

    • Gott Liebe jeden Menschen der je über diese Erde geht

      Zitat: „Die Behauptung, die Geburt von Jesus sei das erste Weihnachtsfest gewesen, ist völlig danebengegriffen.“! (Zitat Ende). (Es war nur Sommer)
      Lieber Ulrich Wößner, was Sie hier schreiben, bestreitet kein Mensch. Leider sind die Welt und vor allem leider auch die meisten Menschen nicht so perfektionistisch, dass sie sich alle zu Jesus bekehren. Eben daher ist doch Jesus ans Kreuz gegangen, hat alle Schuld nur auf sich genommen und dann völlig bezahlt Als Christ glaube ich, dass am Ende Gottes Erlösungswerk nur gelingt. Sonst, lieber Ulrich Wößner, sind Sie ziemlich alleine und einsam im Paradies, denn wer sollte Ihnen dann Gesellschaft leisten? Eine Elite? Die jedes Wort der Bibel als vom Himmel gefallen betrachtet ? Ich glaube nicht an die Perfektion unserer Bibel, die nicht von Engel geschrieben und von Boten auf Erden überbracht wurde. Ich glaube dass Gott alle Menschen liebt, dann also völlig nur um ihrer selbst willen. Nur deshalb hat Jesus am Kreuz auch alle Schuld und alle Sünde weggenommen. Somit wird sich jeder freiwillig mit Gott versöhnen. Wir werden uns im Himmel wiedersehen und dann werden sie es gern glauben. Ein Gott aber, der das Feuer und jeden Zorn vom Himmel wirft, ist nie Liebe. Es ist dies die feuerbach`che menschliche Projektion perfekter Menschen auf die Person des Ewigen. Sie müssen mit der Zählung der Menschheit sodann vor 2 Millionen Jahren beginnen. Für solche Menschenmassen reicht aber eine riesige Hölle nicht aus und ich frage mich auch, warum die Steinzeitmenschen, die Jesus nicht kannten, und gute Menschen waren, von Gott verdammt sind. Wir können in Zeiten von Weltbildern eines unendlichen Universums und der Quantenphysik Gott nicht zurückstufen in einen Berg-Gott, der grollt. Es gibt hier in der Neuzeit ganz viele Menschen, die sind Gott sehr tief in ihrer Seele begegnet, sie wurden völlig erneuert und sie wissen von Liebe. Als Christ bemühe ich mich, nicht immer mit Erfolg, aber Bescheidenheit, jeden Tag aus der Vergebung Gottes zu leben:Keine billige Gnade..

  3. Zum Kern von Advent und Weihnachten kommen

    Geschenke, Tannenbaum, Lametta: Weihnachten ist ein Fest der Traditionen. Aber worum geht es eigentlich, fragt Matthias Kleiböhmer in jesus.de.
    Dazu habe ich mir eigene (sehr einfache) Gedanken gemacht. Ich bin kein Theologe, aber kann durchaus denken und Weihnachten interpretieren.
    Zum Kern von Weihnachten zu kommen ist einerseits schwierig, wie es andererseits leicht ist. Für Gestaltung von Kirchenmusik und Gottesdienst ist dies (eher) einfach. Das Optimum habe ich hier evangelisch in der kleinen Großstadt der Pfalz erlebt, mit ausverkauftem Weihnachtsoratorium. Dieses große Werk trifft das Thema völlig: Solisten musizierten die Weltgeschichte dieses Ereignisses, mit großem Chor und Orchester. Die über 150 Mitwirkenden haben dies sehr faszinierend und eingängig in die Stiftskirche gestellt. Organisatoren müssen da stets bangen, dass kein Solist von der Grippewelle schachmatt gesetzt wird und jemand nachbesetzt werden müsste. Die Gottesdienste an Heiligabend, auch mit Krippenspiel, sind garantiert gut besucht. Hier kommen eben gerne unsere Einjährigen, aber die sind so wie die Hirten auf dem Felde jenes Publikum, die unser Kind in der Notunterkunft unbedingt auch ansprechen will. Vor einigen Jahren haben wir in einem katholischen Krippenspiel gesehen, (diese Gemeinde hatte herzlich gelacht), als das Kind schon fertig gewickelt auf die Welt kam. Die kleine Maria im Altarraum hob ihre Schürze und zog das Jesuskind heraus: Dies war die Jungfrauengeburt theologisch. Die Geburt (Jesus) aber im offenen Innenhof, hört sich aber an wie Krieg, in der Tagesschau.

    Eingebettet, durchaus auch soziologische Hüllen, sind Advent und Weihnachten der (Beziehungs-)Kitt auch für Familien und Gesellschaft. Wer soll da die Weihnachtsbäume, Lametta und Geschenke, oder an Ostern den Osterhasen und das Eiersuchen abschaffen? Es geht darum, dass Gott sich real so tief herunterbeugte, dass er als schutzbedürftiges Kind in einer unbedachten Notunterkunft sowie Futterkrippe zur Welt kam. Später dann sogar als Unschuldiger von der römischer Soldateska an sein Kreuz genagelt wurde. Der somit in die größten menschlichen Abgründe kam (und vielleicht sogar erleben wollte, wie es sich anfühlt, hier auf Erden, in der menschengemachten Hölle). Denn Weihnachten bleibt das große Angebot der LIEBE unseres Himmels, weil Gott damit meint: „In der Liebe ist keine Angst, und niemals Gewalt“! Gott ist das „absolut Gute“: Er ist die LIEBE.

    Dies könnte jeder gut verstehen: Es ist keine höhere Mathematik, niemals eine widerspruchsfreie Erklärung für Absurditäten unseres Lebens. Aber so etwas wie eine sehr zärtliche Umarmung unseres Schöpfers. Ein kleines Baby spricht hier tiefste Gefühle an. Dies verstehen selbst alle Grobiane, denn etwas Neandertaler steckt leider in uns allen. Da musste der Himmel ein so großes Geschütz auffahren: Gott kommt hier als Baby. Das kleine Kind ist hilfsbedürftig und tut niemand etwas böses an. Der Mann am Kreuz ist wehrlos: Gott macht sich klein und kommt so auf Augenhöhe. Der große Erschaffer eines fast unendlichen Universums begegnet uns in der Liebe, die Jesus auf Erden mit Empathie und Zärtlichkeit gerne lebte. Da unterschied er sich zutiefst von den Tyrannen dieser Welt, die Macht ausüben und die Völker unterdrücken, wie es im Matthäusevangelium steht. (Sie stürzen über sich nach meiner Meinung letztendlich selbst). Advent heißt auf die Erlösung zu warten. Weihnachten feiern wir als Liebesfest.

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