Sightseeing im Kölner Dom kostet in Zukunft Eintritt. Wer betet oder den Gottesdienst besucht, muss nicht zahlen.
Der Kölner Dom führt ein Eintrittsgeld für Touristen ein. Das Domkapitel habe entschieden, dass touristische Besucherinnen und Besucher ab dem zweiten Halbjahr 2026 eine Abgabe zahlen sollen, wie Dompropst Guido Assmann am Donnerstag in Köln ankündigte. Der genaue Betrag soll noch festgelegt werden. Mit dem Geld soll die Finanzlage der Kathedrale stabilisiert werden. „Wir haben lange diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Assmann. Der Eintritt für Menschen, die Gottesdienste besuchen oder zum Beten in den Dom kommen, bleibe weiterhin frei.
Bisher ist der Zutritt in die zum Weltkulturerbe gehörende Kathedrale grundsätzlich kostenfrei. Lediglich für den Eintritt zur Domschatzkammer und den Aufstieg in den Turm müssen Besucherinnen und Besucher zahlen.
Rücklagen „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht
Der Dom hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Defizite verzeichnet. Sach- und Personalkosten waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Rücklagen seien „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Er ist für den Wirtschaftsplan der Kathedrale zuständig. Der Dom gehört nicht dem Erzbistum Köln. Die Hohe Domkirche zu Köln ist eine selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts.
2024 hatte der Kölner Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Der größte Anteil stammte mit rund einem Drittel vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, der den Erhalt des Doms fördert. Weitere Mittel kamen etwa vom Land NRW und der Stadt Köln, dem Erzbistum sowie aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer.

Es kommt ja nur darauf an, was es kosten soll.
Kultur muss erschwinglich bleiben.
Die jetzigen Preise:
Schatzkammer 7 Eur, Turmbesteigung 6 Eur, Kombi 12 Eur, Familienkarte 30 Eur.
Man wird daraus evtl. ein Ticket für alles machen.
So ganz günstig wird es also wohl nicht
Wir sind ein reiches Land, heißt es, wen kümmern da solche Kosten ?
Die Kirchensteuer war zwar für viele Christen ein Grund, die Kirche zu verlassen, aber das lag mehr am berechnenden und kalkulierenden Wesen, als an irgendeiner tatsächlichen Notwendigkeit.
Wir sind in der Tat eines der reichsten Länder der Welt. Was aber ja nicht bedeutet, dass alle Menschen hier reich sind.
Und ich glaube nicht, dass irgendein Mensch wegen der Kirchensteuer aus der Kirche austritt. Man tritt aus, wenn man nicht mehr an das glaubt, was die Kirche vertritt. Die Überraschung ist eher, wie viele es dennoch nicht machen. Denn warum soll man etwas durch Mitgliedschaft und auch Geld unterstützen, wenn man es nicht glaubt.
Insofern ist Kirchensteuer nicht der Grund für den Austritt sondern das Sparen eine Folge einer Überzeugungsänderung.
“ Wir sind in der Tat eines der reichsten Länder der Welt. Was aber ja nicht bedeutet, dass alle Menschen hier reich sind. “
Danke, dass du daran erinnerst, denn man könnte in der Tat davon ausgehen, wenn man meinen Kommentar liest, dass ich
alle Menschen meine. Allerdings muss man nicht “ reich sein “ , um dennoch ein gutes Leben zu führen.
“ Und ich glaube nicht, dass irgendein Mensch wegen der Kirchensteuer aus der Kirche austritt. “
In dem Falle glaubst du etwas, dass nicht stimmt.
“ Man tritt aus, wenn man nicht mehr an das glaubt, was die Kirche vertritt. “
Man tritt in die Kirche auch nicht ein, wie in einen Verein, oder eine Organisation , o.ä. und unterschreibt einen verpflichtenden Vertrag.,
Das unterscheidet den Glauben von einer gewöhnlichen Interessengemeinschaft, Man tritt auch nicht automatisch aus, wie aus einer Partei, weil die Politik dieser Partei sich geändert hat, oder man selbst seine eigenen Ansichten geändert hat. Der Glaube betrifft, kurz gefasst, den ganzen Menschen, und funktioniert nicht nach den Regeln der Welt, was nicht bedeutet, dass man tatsächlich die Kirche nicht mehr unterstützen will, weil man darüber seine Ansichten geändert hat,
Kluge Menschen allerdings drehen ihre Ansichten nicht wie ein Fähnchen im Wind,, das tun eher diejenigen, die leicht beeinflussbar sind. Religiöse Werte misst man nicht in Geld, aber natürlich kann niemand ohne Geld leben, das ist selbstverständlich.
“ Insofern ist Kirchensteuer nicht der Grund für den Austritt sondern das Sparen eine Folge einer Überzeugungsänderung. “
Das ist eine Milchmädchenrechnung.
An sich sehe ich darin kein grundsätzliches Problem, wobei ich freiwillige Spenden besser finden würde (vielleicht auch mal etwas moderner mit Kreditkartenmöglichkeit).
Aber wie will man mit dem Touristen umgehen, der sich auch mal hinsetzen und vielleicht sogar etwas betet?
Wenn ich mir in einer Stadt eine Kirche anschaue, setze ich mich auf eine Kirchenbank, möglichst etwas hinten und lasse das alles auf mich wirken. Wird da in Köln dann jemand kommen und schauen, ob ich auch bete?
Kultur ist nirgends teuer
Hallo Chey: Es wird nichts so heißt gekocht, wie es serviert wird. Immerhin ist der Dom groß und beten sowie Gottesdienste besuchen weltweit stets kostenfrei. Zu Gabrielle gerne noch der Hinweis, dass solche Eintritte in (Kultur-)Denkmäler so gut wie immer marginal sind. Leider benötigen diese großen kulturellen Gebäude, wie Dome und Kathedralen, oft große Firmen die sie hunderte Jahre permanent instand halten müssen. Schon in meiner kleinen heimatlichen Kirche kostete 1980 bereits ein halbes neu eingedecktes Dach über 300.000 Deutsche Mark, eine Orgel heute mehr als eine Million Euro. Aber sie hält auch Jahrhunderte. Für große aber nicht riesige Kirchen hatte man vor 50 Jahren, wenn keine Bänke, dann meist allerschwerste Stühle angeschafft. So dass heute eine Mannschaft fällig ist, um vor und nach einem Konzert oder einem besonderen Anlass Gestühl umzustellen, Vorausdenkende sind zu allen Zeiten rar. In der Ev. Kirche werden schon seit 1960 keine Kirchtürme gebaut. Das war damals mutig.
> Kultur ist nirgends teuer
Wann warst du zuletzt mal im Theater oder Oper?
Die jetzigen Preise im Kölner Dom, wenn man Schatz und Turm besichtigen will, finde ich auch nicht gerade niedrig (Familienkarte 30 Eur, Einzelkombi 12 Eur). An den Preisen wird man sich wohl orientieren.
Niemand geht davon aus, dass Instandhaltung von Gebäuden, insbesondere von Kulturdenkmälern, kein Kostenfaktor ist., im Gegenteil.
Ich spreche aber die Engstirnigkeit und den kalkulierenden Rechner im Kopf der Verantwortlichen an, und gebe zu bedenken, dass Sinn und Zweck solcher Aktionen nur dann das Budget überschreitet, wenn man vergißt oder übersieht, dass es kein Prestigeobjekt, sondern ein Zeugnis christlicher Kultur ist.