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Existenz bedroht: „Christliche Kirchen im Nahen Osten brauchen Einheit“

Die Situation der Kirchen im Nahen Osten ist teilweise dramatisch. Viele Christen haben die Region verlassen, die Verbliebenen sorgen sich um ihre Sicherheit. Der Mittelöstliche Kirchenrat (MECC) hat nun zu mehr Einheit unter den Christen im Nahen Osten aufgerufen. Dies sei für die Kirchen überlebenswichtig.
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„Im Orient werden die Kirchen geeint sein oder sie werden nicht mehr sein“, betonte MECC-Generalsekretärin Souraya Bechealany in ihrer Eröffnungsansprache. Dies berichtet die katholische Nachrichtenagentur Asianews. Genau davor hatten die christlichen Patriarchen des Nahen Ostens schon Anfang der 90-er Jahre gewarnt. Passend dazu stand die Jahresversammlung des Rates im Kloster von Bqennaya im Libanon unter dem Motto „Vereint in Mission und Vision“.

Der MECC hatte zuvor zehn Jahre lang keine Versammlungen abgehalten. Das Treffen in Bqennaya solle nun ein Neuanfang sein, hieß es. Die Ökumene sei von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit des interreligiösen Dialogs und des christlichen Zeugnisses im Nahen Osten, unterstrich Bechealany, die an der römisch-katholischen „Sankt-Joseph-Universität“ in Beirut lehrt.

„Zahl der Christen drastisch zurückgegangen“

George Sabra, Präsident der evangelischen Hochschule „Near East School of Theology“, erinnerte daran, dass die Zahl der Christen im Nahen Osten in den letzten hundert Jahren drastisch zurückgegangen sei. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien 30 Prozent der Bewohner des Nahen Ostens Christen gewesen, heute nur noch rund fünf Prozent.

P. Gaby Hachem, Theologieprofessor an der Maronitisch-Katholischen Heilig-Geist-Universität Kaslik, unterstrich, es gehe darum, künftig gemeinsam darauf zu hören, „was der Heilige Geist den Kirchen sagt“. Der MECC brauche eine umfassende Vision, die über Fragen wie das gemeinsame Osterdatum hinausgehe.

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Der (orthodoxe) frühere libanesische Kulturminister Tarek Mitri, Direktor des Fares-Instituts an der American University in Beirut, verwies darauf, dass man trotz der Präsenz von Muslim-Brüdern und rückwärtsgewandten Salafisten die „ungeheure Mehrheit“ der „normalen Muslime“ nicht übersehen dürfe, die sich von der Gewalttätigkeit der Islamisten distanzieren und für die aus der jahrhundertealten Tradition des Miteinanders mit den christlichen Nachbarn die „Annahme des Anderen“ kein Problem ist. Die Kirchen müssten immer wieder auf den Aufbau moderner Staaten auf der Grundlage des gleichen Bürgerrechts für alle dringen. Keinesfalls sollten sich die Christen auf das „Spiel der Angst“ einlassen und diktatorische Regime als einzige Alternative zum Islamismus ansehen.

Link: Middle East Council of Churches

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