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Gegen das Vergessen: Erste Holocaust-Professur in Deutschland gesichert

Die Finanzierung einer Professur zur Erforschung von Geschichte und Wirkung des Holocausts an der Frankfurter Goethe-Universität ist gesichert. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) sowie Vertreter der Hochschule und des Stiftungsrats des Fritz-Bauer-Instituts unterzeichneten am Montag in Wiesbaden eine entsprechende Vereinbarung.
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Danach soll die erste Professur in Deutschland, die sich ausschließlich mit dem Thema Holocaust befasst, nach einer internationalen Ausschreibung bis zum Jahr 2017 besetzt werden. Der Stelleninhaber wird zugleich Leiter des Fritz-Bauer-Instituts und dort Nachfolger von Raphael Gross, der an die Universität Leipzig gewechselt ist.

Rhein nannte die Einrichtung einer solchen Professur 70 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft in Deutschland überfällig. Den immer wieder geforderten Schlussstrich unter diese Zeit dürfe und werde es nicht geben. Zwar treffe die heutige Generation keine strafrechtliche Schuld für die Verbrechen der Nationalsozialisten. Sie müsse sich aber der Verantwortung dafür in Gegenwart und Zukunft stellen. Deshalb solle der zu berufende Professor für die Holocaust-Forschung nicht nur wissenschaftlich arbeiten, sondern zugleich stark in die Öffentlichkeit wirken. Vor allem die Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen des Holocausts bis in die Gegenwart gehöre zu seinen Aufgaben.

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Der Vizepräsident der Frankfurter Universität, Manfred Schubert-Zsilavecz, kündigte an, dass die Professur bei den Geschichtswissenschaften im Fachbereich Philosophie angesiedelt werde. Das Umfeld dafür sei in Frankfurt ideal, die Hochschule gehe als Bürgerstiftung ihrerseits mit auf jüdische Wurzeln zurück. Von der Professur sollten Impulse ausgehen, um mit Blick auf die Strukturen der NS-Herrschaft gegenwärtige Konflikte, Diskriminierung und Unterdrückung in der Welt besser zu verstehen.

Die ehemalige Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling nannte als Stiftungsratsvorsitzende des Fritz-Bauer-Instituts die Professur einen „Meilenstein gegen das Vergessen“. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zeigten, wie aktuell das Thema noch immer sei. Der Stelleninhaber werde daher gewiss nicht nur im Elfenbeinturm forschen. Auch sei eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Zentrum für Holocaust-Studien in München geplant.

Das Land Hessen fördert die neue Professur nach Angaben Rheins mit 150.000 Euro im Jahr. Das Geld fließe zusätzlich zu den 350.000 Euro für das Fritz-Bauer-Institut als Bildungs- und Forschungsstätte zum Nationalsozialismus von internationalem Rang. Dessen bisheriger Leiter Gross hatte an der Frankfurter Universität nur eine Gastprofessur inne.

Quelleepd

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