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Neustart im Talar: Vom Kapitän zum Pastor

Der Fachkräftemangel macht auch vor dem Pfarramt nicht Halt. Die EKD setzt daher auf Quereinsteiger – egal ob Seemann oder Bauingenieurin.

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Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers rechnet in Zukunft mit rund 100 Renteneintritten von Pastorinnen und Pastoren – pro Jahr. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger könnten einen Teil der Ausfälle ersetzen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat dafür 2019 den „Master of Theological Studies“ eingeführt: sieben Semester inklusive Vorbereitungskurs.

Jonas Buja arbeitete vor dem Studium als nautischer Offizier auf Gas-Tankern und als Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs „Iuventa“. Jetzt studiert er Vollzeit Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Ulrike Meyer ist 53, Bauingenieurin, Sopranistin und Mutter zweier erwachsener Kinder. Im Frühjahr 2022 wurde sie zur Pastorin ordiniert.

„Voraussetzung für die Bewerbung um einen Studienplatz […] sind ein nicht-theologisches universitäres Studium und fünf Jahre einschlägige Berufserfahrung“, erläutert EKD-Hochschulreferentin Christiane de Vos. Bisher wählt die hannoversche Landeskirche maximal fünf Personen jährlich für den Master aus. Das reicht nicht, um die Nachwuchsprobleme zu lösen. Regionalbischof Stephan Schaede freut sich trotzdem über die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Sie bereicherten die Kirche mit ihren Lebenserfahrungen.

Link: „Vom Kapitän zum Pastor“ (evangelisch.de)

6 Kommentare

  1. Wunderbare Idee

    Ich finde das mit den Quereinsteigern eine wunderbare Idee – denn endlich hat mal jemand nachgedacht. Das ist besser als ewig am theologischen Personal und an denen zu sparen, die Multiplikatoren für den Glauben sind. Es wird wohl nirgends einen Pfarrer oder eine Pfarrerin geben, die nicht an das glaubt was sie später intensiv praktizieren soll. Solche unmenschlichen Kräfte haben die meisten Menschen, nicht hier was vorzugaukeln. Allerdings sind unterschiedliche Auffassungen über wenige wichtige theologische Fragen das normalste der Welt. Wenn alles auf Einheitlichkeit eingeschworen wäre, hätte ich starke Zweifel an einer solchen Aufrichtigkeit

  2. Ich schöpfe meine Kritik aus der Kenntnis des Neuen Testaments.
    Das „Christentum“ der in der EKD herrschenden modernen Theologie, in der offensichtlich auch die „Quereinsteiger“ intensiv geschult werden, speist sich – soweit ich sehe – aus Tradition, Psychlogie und staatlich gesicherter Finanzierung.
    Gemessen am Christentum des Neuen Testaments ist das im harmlosesten Fall eine spielerische Variante, in Wahrheit aber vermutlich etwas viel Schlimmeres …

  3. Für die undankbare Aufgabe, den Leuten Christentum vorzuspielen, werden sie mit staatlicher Hilfe ja dann wenigstens gut bezahlt …

    • Was für ein trauriger, galliger Kommentar!
      Es ist keine undankbare Aufgabe, sondern eine schöne Aufgabe und eine große Chance.
      Was Sie mit „Christentum vorspielen“ meine, erschließt sich mir auch nicht; wohl aber die hinter der Formulierung wirksame tiefe negative Grundeinstellung. Bedauerlich…

    • Sehr geehrter Ulrich, Ihre Worte im Klaretxt: Alle Pfarrerinnen und Pfarrer spielen das Christentum nur vor? Aber Sie haben es ergriffen? Verstehen wir das richtig? MfG, das JDE-Team

      • Es geht nicht darum, was ich ergriffen habe, sondern um den Maßstab mit dem man auch das aktuelle „Christentum“ beurteilen muss.
        Der Maßstab ist das Neue Testament in seiner Gesamtheit mit seinen vom Sohn Gottes gesetzten Anforderungen.
        Man kann dort auch nachlesen, was der Herr, Jesus, persönlich so über die Theologenzunft seiner zeit sagt.
        Die Parallelen zu heute sich manchmal erstaunlich, wenn man sich dem genauen Hinsehen nicht verweigert.
        Übrigens heißt das Wort für „Heuchler“ in der griechischen Sprache auch „Schauspieler“.

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