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Nicaragua: Regime schließt katholischen Radiosender

In Nicaragua geht die Regierung weiter gegen Medienhäuser vor: Nun wurde der katholische Sender Radio María geschlossen. Die Maßnahme verschärft die Spannung zwischen der Kirche und dem autoritären Regime.

Die nicaraguanische Regierung hat die Schließung von Radio María angeordnet. Zudem wird der Besitz des beliebten katholischen Radiosenders konfisziert, wie das staatliche Amtsblatt „La Gaceta“ am Dienstag (Ortszeit) berichtete. Nach Angaben des Innenministeriums habe der Sender keine aktuellen Finanzberichte vorgelegt und seinen Vorstand nicht erneuert.

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Martha Patricia Molina, Anwältin und Expertin für religiöse Angelegenheiten, bedauerte im Internetnetzwerk X (vormals Twitter) die «willkürliche» Schließung von Radio María und betonte, der seit 24 Jahren bestehende Radiosender habe ein «rein religiöses» Programm betrieben. Die Maßnahme vertieft die Spannungen zwischen der katholischen Kirche und dem autoritären Regime unter Präsident Daniel Ortega.

Weitere Nichtregierungsorganisationen sind betroffen

Die nicaraguanische Regierung entzog am selben Tag auch zwölf weiteren Nichtregierungsorganisationen die rechtliche Grundlage. Darunter befinden sich drei Vereine evangelischer Freikirchen und das Frauenkollektiv Masaya, das sich seit 30 Jahren gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung eingesetzt hat und in der Gesundheitsprävention tätig war.

Seit massiven Protesten im Frühjahr 2018 hat die Regierung von Präsident Ortega und dessen Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo zahlreiche Medienhäuser geschlossen und mehr als 3.600 Nichtregierungsorganisationen aufgelöst. Das Regime geht gezielt gegen Oppositionelle, zivilgesellschaftliche Organisationen und kritische Kirchenvertreter vor.

Forderung nach Freilassung politischer Gefangener

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte forderte Nicaragua auf, 25 politische Gefangene freizulassen. Zugleich müsse über den Verbleib von zwei weiteren Personen informiert werden, die seit ihrer Inhaftierung vermisst würden, heißt es in einer von dem Gerichtshof veröffentlichten Resolution. Unter den Gefangenen befinden sich unter anderem Journalisten, Lehrer, Künstler und Geschäftsleute. In den vergangenen Jahren hat die Regierung des mittelamerikanischen Landes auf Resolutionen und Anordnungen des Gerichtshofs nicht reagiert. Sie blieb auch Anhörungen fern.

Quelleepd

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1 Kommentar

  1. Die Katholische Kirche war/ist in Mittelamerika mustergültig

    Gerade die Katholische Kirche hatte Jahrzehntelang arme Menschen, nicht nur in Nicaragua sondern in ganz Mittelamerika, sehr unterstützt und gegen (eine faktische) Leibeigenschaft gekämpft. Oder mit eigens gegründeten Kaffeegenossenschaften, und im Rahmen der Dritte-Welt-Arbeit weltweit diese Produkte vermarkteten. Bischöfe sind dafür von Soldaten und/oder Rebellen gerne getötet worden, auch indem man oft mit panzerbrechenden Waffen auf Kirchen geschossen hat. Obwohl ich selbst evangelisch bin: Die evangelischen Christinnen und Christen wurden vielfach in Mittelamerika von Sekten vereinnahmt, die mit den Großgrundbesitzern kooperierten, um die (fast schon bestehende) gut funktionierende Untergrundarbeit einer Emanzipation der Menschen zu hintertreiben. Dahinter steckte nicht nur die Theologie der Befreiung, sondern auch die selbstverständlichen Notwendigkeit, die Sache mit der Nachfolge Jesu auch im gesellschaftlich-politischen Raum ernst zu nehmen. Damals – wenn ich nicht irre – waren auch prominente Nicarguaner praktiziertende Christen, dies muss sich also im Laufe der Jahrzehnte leider geändert haben. Jesus hätte an dieser Form von Katholizismus, etwa wie sie auch Papst Franziskus in seinem Heimatland praktizierte, seine helle Freude gehabt. Dies ist nach Europa wenig durchgedrungen – auch nicht die unrühmliche Rolle, die Kaffeeplanagen-Großbesitzer mit US-amerikanischen Unternehmungen eingegangen sind, während letztere den Urwald rodete, was damals schon eine große Umweltsünde war. Es musste Raum geschaffen werden für neue Plantagen, auch wenn dies Land Dörfern oder Privatpersonen gehörte. . Das fühlte sich an oftmals als Mafia und organisierte Unmenschlichkeit. Wobei die mittelamerikanischen Staaten – vielleicht mit der Ausnahme Costa Rica – eher als sogenannten Bananenrepubliken leider bezeichnet werden müssten, vielleicht heute noch. Damals haben wir 16 Tage diese Länder bereist, sind sehr gastfreundlichen aber meist armen Menschen begegnet, die abends in ihren Hütten zu Dutzenden unsere deutschen Fernsehkrimis genossen haben. Es gab die Bildzeitung zum lesen und Coca Cola überall zu trinken, das Trinkwasser war meist ungeniesbar.

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