Abpfiff in Houston. Mit 7:1 hatte Deutschland sein WM-Auftaktspiel gegen Curaçao gewonnen. Während die Fans auf den Tribünen jubelten, kam es auf dem Rasen zu einer bemerkenswerten Gebetsrunde.
Felix Nmecha, der das 1:0 für Deutschland erzielt hatte, sein Teamkollege Jonathan Tah und mehrere Spieler aus Curaçao bildeten einen Kreis und beteten gemeinsam. „Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder“, sagte Nmecha später in einem Interview mit der ARD. „Da haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht […]“ Später kommentierte der BVB-Profi Szenen des Spiels in seinem Instagram-Kanal mit den Worten „Thank you Jesus“ („Danke, Jesus“).
„Ich finde es ein starkes Zeichen, wenn Spieler unterschiedlicher Mannschaften miteinander beten können und so ein Zeichen dafür setzen, dass es auch im Spiel Wichtigeres gibt als das Gegnersein“, sagte der Präses der Evangelische Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, dem Evangelischer Pressedienst (epd). Latzel ist auch Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Projektleiter der katholischen BVB-Gründerkirche in Dortmund, Stefan Magh, bezeichnete die Aktion als „sehr unterstützenswerte Geste“.
Nmecha macht seine christlichen Überzeugungen regelmäßig öffentlich. Bei der Ankunft des Mannschaftsbusses am Stadion trug der 25-Jährige eine Bibel in der Hand. Nach seinem Tor zum 1:0 für Deutschland kniete der BVB-Profi nieder, zeigte mit seiner rechten Hand Richtung Himmel und legte eine imaginäre Krone ab. Auch in der Mannschaft von Curaçao gibt es zahlreiche bekennende Christen.Im Vorfeld des Turniers kursierten Bilder aus dem Trainingslager, auf denen Spieler gemeinsam beten und singen.
In der Vergangenheit hatten Nmechas christlich geprägte Social-Media-Posts teils Kritik ausgelöst. Einige BVB-Anhänger warfen ihm 2023 vor, homophob und queerfeindlich zu sein. Nmecha wies entsprechende Vorwürfe zurück.
Im Netz gab es teils sehr unterschiedliche Rekationen auf die „Gebetsrunde“.

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18.06.2026 | 12:05 Uhr
Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft schlägt Curacao zum WM-Auftakt deutlich. Über eine Szene nach dem Spiel wird aber besonders gesprochen. Nun spricht Felix Nmecha erneut über seinen „Bibelkreis“.
Das ist ein wirklich berührender Moment. Sportlich. Und zusammen beten zeigt das tiefe Wissen, dass man nicht auf sich allein gestellt ist. Ich mag es sehr. Und die hässlichen Kommentare, die ich drunter lese sind einfach nur billig oder blöd. Danke für Team&Spirit https://t.co/W7wkaVCEzn
— Katrin Göring-Eckardt (@GoeringEckardt) June 15, 2026
Die Leute, die es so toll finden, dass #Nmecha gebetet hat: Wollen wir künftig, dass Teams aus islamischen Ländern oder die Moslems in unserem Team vor dem Spiel "Allahu Akhbar!" rufen? Religion ist Privatsache und soll es bleiben.
— Alan Posener (@APosener) June 16, 2026
UPDATE (18.6.): Gegenüber Sky Sport erklärte Nmecha, dass das gemeinsame Gebet nach dem Schlusspfiff abgesprochen war. „Ich kenne einen Spieler von Curacao: Kenji Gorré“, so Nmecha. „Schon vor dem Spiel hatten wir vereinbart, dass wir danach zusammenkommen wollen, unabhängig vom Ergebnis, um zu zeigen, dass wir Brüder in Christus sind und es im Leben mehr gibt als Fußball.“
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