Der frühere Fußball-Nationalspieler Cacau hat dem SWR ein sehr persönliches Interview gegeben. Darin spricht er über seinen christlichen Glauben – und wie er seinem Vater vergeben konnte.
Cacau, früherer Fußball-Nationalspieler und VfB-Stürmer, hat viele Höhen erlebt – Meistertitel, WM-Tore, Jubel. Doch für den 44-Jährigen ist etwas anderes entscheidend: sein Glaube. „Mit 16 habe ich mich bewusst für den christlichen Glauben entschieden. Dieser Entschluss hat mein Leben komplett verändert“, sagt er. „Ich weiß, Gott ist bei mir – unabhängig von den Umständen. Das gibt mir innere Stabilität, auch in Krisenzeiten“, sagte er in einem Interview mit dem SWR. „Alles, was ich habe, kommt von Gott.“
Schon als Profi bekannte sich Cacau öffentlich zu seinem Glauben. Nach Toren zeigte er stets mit beiden Zeigefingern Richtung Himmel, unter dem Trikot trug er T-Shirts mit christlichen Botschaften. „Nur mit meinen Kräften allein hätte ich das alles nicht geschafft. Mir war wichtig, zu zeigen, woher meine Kraft kommt.“ Spott von Mitspielern? Fehlanzeige. „Es war echt und authentisch. Deshalb habe ich Respekt erfahren.“
Cacau wuchs in Brasilien in ärmlichen Verhältnissen auf, sein Vater war alkoholkrank. Gewalt war Teil seiner Kindheit. Trotzdem konnte er vergeben. „Mir wurde klar, dass auch ich nicht frei von Fehlern bin. Mir wurde von Gott vergeben. Das gab mir die Kraft, meinem Vater zu vergeben.“ Diese Entscheidung hätten neue Wege geöffnet: „Meine Kinder konnten ihren Opa kennenlernen, ohne mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden.“
Das komplette Interview.

Vergebung ist wichtig
Der frühere Fußball-Nationalspieler Cacau hat dem SWR ein sehr persönliches Interview gegeben. Darin spricht er über seinen christlichen Glauben – und wie er seinem Vater vergeben konnte. Ich kann es nicht belegen, aber ich habe das Empfinden, dass ein Praktizieren der Vergebung auch unter Christinnen und Christen ein wenig aus der Mode kam. Die Vergebung ist eine Reaktion auf die eigene Vergebung, die Gott uns am Kreuz fundamental zukommen ließ, denn dort trug Jesus die Sünde der Welt – wohlgemerkt ERFOLGREICH. Unsere Antwort ist keine Reaktion, die so etwas wie Bezahlung sein könnte, sondern für meinen unverdienten Freisprach darf meine Antwort nur Dankbarkeit sein und daraus abgeleitet mein Bemühen, mich auch den eigenen Idealen nach Möglichkeit anzunähern. Aber dann anderen ebenso zu vergeben. In der Summe ist dies sodann auch, diese Vergebung täglich zu leben. Vergebung ist kein Scheinfrieden, nicht nur privater Waffenstillstand, sondern mag möglichst auch bedeuten, nicht mehr vorhandene oder misslungene Beziehungen neu zu beginnen. Der wahre Frieden ist immer Schluss-Strich. Das betreffende Thema ist also dann beendet. Was aber eigenes Verschulden betrifft, kann dies mit Sicht auf mich selbst nicht Vergessen sein. Vergessen darf ich und wir nicht, sonst lernen wir nicht aus den Fehlern sowie falschen Haltungen. Die Reaktion ist so einfach wie logisch: Wenn hier das Kind sich am Ofen die Hände verbrannte, wird es ihn nicht mehr anfassen. Wenn ich bestimmte schwierige Themen nicht verdauen kann, muss ich die Hände davon lassen. Es gilt die gute Lebensregel: Dinge zu ändern die zu ändern sind und Dinge nicht zu verändern, die nicht zu verändern sind. Wenn Menschen keine Versöhnung wollen, kann man niemand dazu zwingen, also jeder darf es akzeptieren. Aber die allerbeste Regel ist, so wie Gott es hoffentlich tut, nie über einem Menschen endgültig den Stab brechen. Das machte Gott nicht im Gleichnis mit dem Verlorenen Sohn sowie mit den Verlorenen Schaf. Das verlorene Schaf rettete er sogar völlig ohne dessen Hilferuf, Umkehr und Rückkehr, er legte es einfach liebevoll auf die Schultern und trug es heim. Vielleicht hat letzteres Gleichnis einfach mit dem Umstand zu tun, dass Gott die Entscheidung der freien Gnade fällt.