Wolfgang Baake, langjähriger Geschäftsführer der Christlichen Medieninitiative pro, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 75 Jahren.
Der Theologe, Journalist und langjährige Geschäftsführer der Christlichen Medieninitiative pro, Wolfgang Baake, ist tot. Er erlag am späten Montagvormittag zwei Tage nach seinem 75. Geburtstag in Wetzlar einem langjährigen Herzleiden. Das teilte seine Familie mit.
Christoph Irion, heutiger Geschäftsführer der Christlichen Medieninitiative pro, würdigte Wolfgang Baake als „Pionier der christlichen Medienarbeit in Deutschland und leidenschaftlichen Kämpfer dafür, dass das Evangelium von Jesus Christus in der medialen Öffentlichkeit Gehör findet“. Baake habe sich außerdem wesentlich darum verdient gemacht, „dass junge Christen den beruflichen Weg in die Medien gefunden haben und gegangen sind“. Er sei ein „bemerkenswert begabter Netzwerker gewesen“. Damit habe er mehrere Generationen von Medienmachern, die Christen sind, vernetzt und deren Arbeit mitgeprägt.
Tagesschau, pro, Politikbeauftragter
Nach seinem Schulabschluss absolvierte Baake zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Automobilbranche. 1976 begann er an der heutigen Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg ein Theologiestudium. Danach war er als Pastor im vorbereitenden Dienst für sieben Gemeinden in Berlin tätig. Nach seinem zweiten Theologischen Examen im Juni 1982 absolvierte er ein Kurzvolontariat in der „Tagesschau“- und „Tagesthemen“-Redaktion des NDR in Hamburg.
Im Juli 1982 wurde er zum Geschäftsführer der damaligen „Konferenz Evangelikaler Publizisten“ berufen, die heutige Christliche Medieninitiative pro. Diese Aufgabe übte er bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2013 aus. Anschließend engagierte er sich für die Evangelische Allianz in Deutschland als Beauftragter am Sitz der Bundesregierung und des Bundestages. Außerdem war er unter anderem für die Spenderbetreuung der Freien Theologischen Hochschule in Gießen zuständig.
Lügenpresse + Donald Trump
In einem Interview anlässlich seines 70. Geburtstags sagte er, dass er in den vergangenen Jahren aufgrund der „Anbiederung“ US-Evangelikaler an Donald Trump eine „große Distanz“ zu ihnen entwickelt habe. Auch die „Lügenpresse“-Vorwürfe gegen den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und andere Medien wollte er so nicht stehen lassen: „Natürlich haben Medien immer mal wieder falsch berichtet. Aber pauschal zu urteilen, die Medien verbreiteten Lügen, das ist nicht wahr. […] Der Zuschauer soll sich kritisch mit der Berichterstattung auseinandersetzen. Aber die Medien pauschal zu verurteilen als ‚Lügenpresse‘? Das sollten Christen nicht tun.“
Wolfgang Baake war seit vielen Jahren gesundheitlich stark eingeschränkt. Er hinterlässt seine Ehefrau sowie die Familien seiner vier Kinder mit insgesamt zehn Enkeln.
