Der christliche Liedermacher, Komponist, Produzent und Bildhauer Siegfried Fietz feierte am Pfingstmontag seinen 80. Geburtstag. Kaum jemand hat die christliche Musikszene in Deutschland so geprägt wie er. An Ruhestand denkt er noch lange nicht.
Fietz gilt als einer der prägenden Pioniere der modernen christlichen Musik und des „Neuen Geistlichen Liedes“ im deutschsprachigen Raum. Bekannt wurde er vor allem durch seine Vertonung von Dietrich Bonhoeffers Text Von guten Mächten wunderbar geborgen. Daneben gehören Lieder wie „Gottes guter Segen sei mit euch“ und „Manchmal brauchst du einen Engel“ zu den geistlichen Evergreens vieler Gemeinden.
Geboren wurde Fietz am 25. Mai 1946. Er wuchs im Siegerland in einer christlichen Familie auf. Heute lebt und arbeitet er in Greifenstein-Allendorf in Mittelhessen. Schon als Kind erwachte sein Interesse für Musik. Er spielte Geige, später Klavier und Orgel. Bevor er hauptberuflicher Musiker wurde, absolvierte Fietz eine Lehre als Schlosser und Kaufmann. Außerdem legte er ein Kirchenmusikexamen ab. Parallel arbeitete er bereits als 20-Jähriger als Musikproduzent beim christlichen Verlag Hermann Schulte Wetzlar. Von 1986 bis 1996 moderierte Fietz im Hessischen Rundfunk die Sendung „Lieder zwischen Himmel und Erde“, die zeitweise bis zu 150.000 Hörerinnen und Hörer erreichte.
1974 gründete Fietz gemeinsam mit seiner Frau den Musikverlag Abakus, der bis heute als Familienunternehmen in Greifenstein-Allendorf beheimatet ist. Mehr als 4.500 Lieder stammen laut GEMA aus seiner Feder. Rund 250 Tonträger hat er im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht, viele davon mit Chor- und Gemeindeliedern, andere als Pop-Oratorien (Paulus, David, Petrus, Maria und Martin Luther) oder Kinderproduktionen. Ein besonderes Projekt war die „Weltraumsinfonie“, die Fietz gemeinsam mit dem Apollo-Astronauten James Irwin entwickelte. Außerdem arbeitete er unter anderem zusammen mit Edwin Hawkins, Johannes Jourdan, Clemens Bittlinger, Dieter Falk, Coretta Scott King und Petula Clark.
An Ruhestand denkt der 80-Jährige noch nicht. Fietz gibt weiter regelmäßig Konzerte, viele davon mit seinem Sohn Oliver. Seinen Geburtstag begeht er mit einem Konzert mit musikalischen Gästen in seinem Skulpturenpark in Allendorf.
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