Das Bistum Fulda trauert um Pfarrer Bruno Kant. Laut Vatikan galt er als ältester katholischer Priester weltweit – und übernahm noch mit über 100 Jahren seelsorgerliche Aufgaben.
Im Februar hatte Bruno Kant zu seinem 110. Geburtstag ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. erhalten – persönlich überbracht vom Bischof von Fulda, Michael Gerber. Am vergangenen Freitag starb Kant in seiner Wahlheimat Eichenzell-Löschenrod (Hessen). Kant wurde 1916 in Werblin (Regierungsbezirk Danzig) geboren. Er studierte Theologie und Philosophie. Ende des Zweiten Weltkriegs geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Anschließend nahm er sein Theologiestudium wieder auf und wurde 1950 in Fulda zum Priester geweiht.
Nach mehreren Kaplansstellen prägte er über drei Jahrzehnte als Pfarrer die Gemeinde in Petersberg-Marbach, heißt es in einer Würdigung des Bistums Fulda. Auch darüber hinaus habe er Verantwortung im Dekanat übernommen und sich in kirchlichen Verbänden engagiert. Im Ruhestand engagierte sich Kant weiter. Noch bis zu seinem 102. Lebensjahr habe er seelsorgliche Aufgaben in seiner Ortsgemeinde in Eichenzell-Löschenrod übernommen, heißt es. In Petersberg-Marbach trägt eine Straße seinen Namen; in Eichenzell-Löschenrod wurde der Platz an der Kirche zu seinen Ehren als „Pfr.-Bruno-Kant-Platz“ benannt. Bischof Gerber würdigte den Verstorbenen als Priester, dessen „Glaubenszeugnis und Dienst viele Menschen über Generationen hinweg geprägt haben“. Das Bistum blicke „mit großer Dankbarkeit“ auf sein Wirken zurück.
Wie das Bistum Fulda unter Berufung auf den Vatikan mitteilte, galt Kant als der weltweit älteste lebende katholische Priester. Seit November 2025 war Kant auch der älteste lebende Mann in Deutschland. In einem Interview mit dem Onlineportal katholisch.de hatte Kant bereits 2018 gesagt, er rechne „jeden Tag damit, dass der Herrgott mich holt“. Er sei bereit für die andere Welt. „Ich bin mir sicher, dass der Herrgott schon vor der Tür steht und auf mich wartet, um mich in seine Arme zu schließen.“
