Der württembergische Altbischof Gerhard Maier ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er wollte ein „Bischof für alle, nicht ein Bischof für alles“ sein.
Der ehemalige württembergische Bischof Gerhard Maier ist tot. Er starb am 4. April im Alter von 88 Jahren, wie die Evangelische Landeskirche in Württemberg am Dienstag mitteilte. Der promovierte Theologe amtierte von 2001 bis 2005 als Bischof.
In dieser Zeit gab er den Anstoß, einen Grundkonsens darüber zu suchen, was Evangelischsein heute bedeutet. Ergebnis dieser Diskussion wurde das 2005 erstmals aufgelegte Impulspapier „Daran glauben wir“. Sein Bischofsamt hatte er angetreten unter dem Leitgedanken, „Bischof für alle, nicht ein Bischof für alles“ zu sein.
Prägende Zeit am Bengel-Haus
Der in Ulm geborene Maier studierte Jura und Theologie in Tübingen. Er war Pfarrer in Baiersbronn bei Freudenstadt und anschließend Studienleiter und Rektor des theologisch konservativen Albrecht-Bengel-Studienhauses in Tübingen. Dort prägte er „eine ganze Generation junger Theologinnen und Theologen“, heißt es in einem Nachruf der ChristusBewegung Lebendige Gemeinde. Und weiter: „Der württembergische Pietismus verneigt sich vor einem seiner bedeutendsten Lehrer.“
1995 wurde Maier Regionalbischof von Ulm. Zu seinen Ehrenämtern gehörten der Vorsitz der Deutschen Indianer Pionier Mission und die Mitgliedschaft in der Leitung des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes.
Gegner der historisch-kritischen Bibelauslegung
Als Gastprofessor lehrte Maier an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Heverlee/Leuven in Belgien und an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel in Riehen in der Schweiz. Zeit seines Lebens lehnte er die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung ab.
Maier war Herausgeber der Edition C-Kommentare zur Bibel und verfasste zahlreiche Bände der Wuppertaler Studienbibel. Später war er Mitherausgeber der „Historisch-theologischen Auslegung“ (HTA).
Auch im Ruhestand meldete sich Gerhard Maier zu Wort. So veröffentlichte er mit sieben weiteren Altbischöfen einen Protestbrief gegen das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschlossene Pfarrdienstgesetz zum Umgang mit Homosexualität. Maier verbrachte den Ruhestand in Tübingen mit seiner Frau Gudrun, mit der er vier Söhne hatte.
Buchtipp:
„Ursprünglich sollte Gott gar nicht vorkommen“ – Die Autobiografie von Gerhard Maier. -> Leseprobe (PDF)
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er war ein großer Gottesmann,treu im WORT im HERRN JESUS.Seine Bibelkenntnisse,seine Predigten waren erfüllt vom HEILIGEN GEIST…einer dieser Nachfolger und Prediger die wir heute Mittlerweile fast vergeblich in der EKD,in der Landeskirche Württemberg suchen
sein Sohn ist ganz sicher in seine Fußstapfen getreten…Der Trost und SEGEN des HERRN JESUS allen,die ihn jetzt vermissen….heim gegangen…das Ziel aller JESUS Nachfolger
🌈🙏🔥🙌❤️
Nun ist er im Himmel bei Seinem Herrn und Heiland Jesus Christus. Ich trauere um ihn. Sein Buch „Das Ende der historisch-kritischen Methode“ habe ich förmlich verschlungen und verinnerlicht. Dieser Weckruf war fällig und hat Bedeutung für alle Zeiten! 1976 hielt er an der STH Basel eine Vorlesung über den Johanneischen Kreis. Als Student dort war ich tief beeindruckt über seine fachliche Bibeltreue, seine ruhige Art, seine Liebe zu Jesus und über sein Gründungsprojekt Albrecht-Bengel-Haus (ABH) in Tübingen. Danach entschied ich mich, mein Studium in ABH mit Fakultät 1976-77 fort zu setzen. Ich hatte einen grossen geistlichen Gewinn von den Lehrangeboten aller Dozenten des ABH, zu denen auch Gerhard Maier führend gehörte. Ich spürte seine Leidenschaft, die Echtheit, die Autografie, die Einheit, die Inspiration, die heilsgeschichtlichen Linien der biblischen Bücher überzeugend zu begründen. Und er konnte die bibelkritischen Theorien so herrlich demaskieren und widerlegen. Zuletzt hatte er in meiner Evk. Richtungsgemeinde (Ev.-Luth.Frauenkirchen gemeinde) Memmingen die Predigt gehalten. Er war es, der mir die Sicht gab, dass es möglich ist und Sinn macht, in einer verweltlichten, woken, linksgrünen, weithin vom Wort Gottes abgefallenen Landeskirche dennoch und bewusst ein bibeltreuer und missionarischer, evangelikaler Pfarrer zu werden und zu bleiben trotz aller Anfeindungen und Denunziationen. Er war mir ein geistlicher Vater und ein prägendes Vorbild. Ich habe ihm unendlich viel zu verdanken. Vielen Dank Dir, lieber Gerhard, lieber Bruder im HERRN! Du bist mir nur voraus gegangen! „Gedenkt an Eure Lehrer, die Euch das Wort Gottes gesagt haben! Ihre Vollendung schauet an und folgt ihrem Glauben nach!“ (Hebr.13,7)
Gerhard Maier konnte nicht nur schwäbisch, er konnte auch biblisch ! Man könnte sagen einer der letzten Mohikaner des Pietismus. Diese Sorte Theologen stirbt langsam aus, es kommt nicht viel vergleichbares nach.
In Freikirchen ist Bibeltreue ja noch häufiger anzutreffen, in volkskirchlichen Kreisen schon eher eine Seltenheit.
Das ist bedauernswert, Gerhard Maier überzeugte auch als Persönlichkeit, ein väterlicher frommer Mann. RIP !