„Wir brauchen Gott“ – Rita Süssmuth verstorben

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Parlamentspräsidentin Julia Klöckner würdigte sie als eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik.

Rita Süssmuth ist tot. Die frühere CDU-Bundesministerin für Familie und Gesundheit und Bundestagspräsidentin verstarb am 1. Februar im Alter von 88 Jahren. „Ihr Elan und ihre Beharrlichkeit haben zahllose Menschen in Deutschland beeindruckt – und auch inspiriert“, würdigte die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Verstorbene in einem Nachruf. „Im Namen des Deutschen Bundestages verneige ich mich vor einer politischen Ausnahmeerscheinung.“

Rita Süssmuth wurde am 17. Februar 1937 in Wuppertal geboren und wuchs in einem christlich-katholisch geprägten Elternhaus auf. Nach ihrem Abitur studierte sie Philologie und Pädagogik an den Universitäten Münster, Tübingen und Paris. Sie promovierte 1964 und arbeitete später als Professorin für Erziehungswissenschaft an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen und der Ruhr-Universität Bochum. 1985 berief Bundeskanzler Helmut Kohl Süssmuth zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Am 25. November 1988 wurde sie zur Präsidentin des Deutschen Bundestages gewählt, ein Amt, das sie bis 1998 ausübte. Bestimmende Themen ihres politischen Wirkens waren Bildung, Migration, europäische Zusammenarbeit und Geschlechtergerechtigkeit. Ihre Positionen vertrat sie energisch, auch gegen konservative Stimmen innerhalb ihrer eigenen Partei.

In einem Interview mit dem Onlineportal domradio sagte Süssmuth 2011, der christliche Glaube habe eine „zentrale Rolle“ bei ihrem politischen Engagement gespielt. Sie wundere sich, dass die Christen trotz einer „so starken Glaubensbotschaft“ oft ängstlich und zaudernd seien. Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte Süssmuth 2013: „Glaube ist für mich eine wichtige Kraft, ganz wichtige.“ Die Krise der Kirche sei eine Krise der Kirche selbst, nicht des Glaubens. Zur Bedeutung der Bibel befragt, betonte Süssmuth, dass sie in den Bildern sowie „verborgenen und offenen Botschaften“ des Neuen Testaments erkenne, dass „Jesus immer auch für die am Rande da“ war. Noch im vergangenen Jahr sprach sie in einem Interview mit dem ZEIT-Magazin über ihren Glauben und bekannte: „Manchmal, wenn ich enttäuscht bin, denke ich: Du bist ja gar nicht da. Aber ich baue auf diesen Glauben. Das gibt Kraft.“ (dawi)

Quellen: domradio, Deutschlandfunk, Wikipedia, ZEIT-Magazin, Leben jetzt, Deutscher Bundestag

NEWS & Impulse

NEWSLETTER

BLICKPUNKT - unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

2 Kommentare

    • Frauen gebrauchen Führungsstärke anders

      Beeindruckend, vor allem hat sie sich hier von Kohl nicht entmachten lassen und das neue Amt als Bundestagspräsidentin für ihre guten Werte und Normen extrem nutzen können. Die Plan von Helmut Kohl ging nicht auf. Kohl war zwar für Außenstehende und einfachere Mitarbeiter die Freundlichkeit in Person, aber wer nur den Anschein erweckte er/sie kratze an seiner Macht, den konnte er schnell ausboten. Aber Frau Süssmuth hatte dagegen mehr jene kreative Intelligenz. Mir scheint generell, dass Frauen in der Politik Macht anders benutzen, sie gebrauchen Intuition und nicht jene Macht von Körperlichkeit und Kopfhöhe (Kohl überragte fast alle), sondern eher gute emotionale Stärke. Aber hier kommen männliche Machtmenschen meist mit ihren Instinkten schlecht an. So war auch Angela Merkel in der Art wie sie ihren Stuhl verteidigte, eher auf die Strategie angewiesen, dass männlichen Gegenparts erst die Diskussionen abschließen und selbst eigenständig den Sack zuzubinden. Dies ersparte sehr viel Diskussion und Konfrontation, andererseits aber eher Vorwürfe, man sei zu antriebs- und ideenlos. Dabei war dies eine gute Methode. Die Art fast wie Mutti zu sein, zu dominieren, ohne dabei mit den Füßen zu scharren. Wenn Frauen in der Politik und Staatsämter mehr Macht hätten auch wie Süssmuth oder Merkel, ebenso global, wäre unsere Welt besser aufgestellt. Frauen haben seit einer Million Jahre die Höhle und später die Hütte
      verwaltet und sind – dies meine ich nicht antiemanzipatorisch – eher mit solcherart Instinkten ausgerüstet. Der Mann als Jäger und Sammler war ein schneller Körpersprinter, bringt eher seine Körperlichkeit ein, in der Politik heißt dies im Zweifel mehr poltern, lautere und zugespitztere Reden und auch Populismus und nicht die sanftere Gewalt unwiderlegbarer Argumente. Dies kann der Wettkampf linker und rechter Gehirnhälften sein.
      Da war Frau Süssmuth dem guten alten Helmut Kohl und CDU-Degen deutlich gewachsen, denn Professoren leben oft mit guter Kommunikation.

WAS KANNST DU ZUM GESPRÄCH BEITRAGEN?

Bitte gib hier deinen Kommentar ein
Bitte gib hier deinen Namen ein

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?