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Landesbischof Meister: AfD-Positionen am Evangelium messen

Der leitende VELKD-Bischof Ralf Meister kritisiert zentrale Positionen der AfD. Diese seien mit seinem christlichen Werteverständnis nicht vereinbar.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, hat sich ablehnend zu zentralen politischen Positionen der AfD geäußert. «Jeder Christ, jede Christin sollte die AfD an der Botschaft des Evangeliums messen», sagte der hannoversche Landesbischof am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen. Für seine eigene Person betonte er: «Ich kann zentrale Positionen der AfD nicht mit meinen christlichen Werten in Einklang bringen. Insofern ist sie für mich nicht wählbar.»

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Als mit dem christlichen Glauben unvereinbar bezeichnete er insbesondere Positionen der Partei zu einer möglichen «Remigration» von Menschen mit Migrationshintergrund, zu queeren Menschen und zur Inklusion von Menschen mit Behinderung. «Jede Person verfügt nach christlichem Menschenbild ebenso wie nach unserem Grundgesetz über den gleichen Wert und eine unverlierbare Würde», betonte der Theologe. «Deshalb halte ich manche Vorschläge der AfD für gefährlich.»

Der Bischof verwies zugleich auf eine gemeinsame Erklärung der evangelischen Bischöfe und leitenden kirchlichen Repräsentanten in Niedersachsen und Bremen zu Menschenwürde und Demokratie. In der Stellungnahme vom 5. Mai warnen die Autorinnen und Autoren explizit vor «antidemokratischen Tendenzen» und benennen dabei auch ausdrücklich die AfD. Politischen Streit um den richtigen Weg und kontroverse Auseinandersetzungen hält der Landesbischof durchaus für angebracht. «Eine lebendige Demokratie hält es aus, dass verschiedene, auch sehr kritische Stimmen, zu Wort kommen», sagte er mit Blick auf die AfD.

Im Gespräch bleiben

Allerdings dürfe dabei der politische Rahmen nicht zerstört werden: «Die Grenze ist erreicht, wenn sich die Freiheit der politischen Meinungsäußerung gegen die demokratische Grundordnung selbst richtet und etwa die Unabhängigkeit der Verfassungsorgane oder tragender Institutionen systematisch beschädigt werden.»

Meister warb dafür, im Gespräch mit Anhängern und Sympathisanten der AfD zu bleiben. «Demokratie lebt davon, dass Menschen im Gespräch sind und um Kompromisse ringen», sagte er. «Mit Menschen, die abweichende Meinungen vertreten, sollte das Gespräch immer möglich bleiben.» Allerdings sieht der Landesbischof dabei auch rote Linien: «Es gibt Haltungen, die sich durch diskriminierende Wortwahl und erniedrigende oder verletzende Positionen selbst disqualifizieren.»

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