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Evangelische Zeitung:

Kirchen-Knigge: 15 Regeln für den Gottesdienstbesuch

Aufstehen oder sitzenbleiben? Muss ich am Ausgang Geld spenden? Wer nicht so häufig einen Gottesdienst besucht, ist oft unsicher. Hier sind einige Tipps.

Zu Weihnachten sind die Gottesdienste in Deutschland oft voll. Unter den Besucherinnen und Besuchern sind dann auch Menschen, die sonst selten oder gar nicht in die Kirche gehen. Mirjam Rüscher hat deshalb für die Evangelische Zeitung einen „Kirchen-Knigge“ mit 15 Regeln verfasst. Der passt aufgrund der Vielfalt an Gottesdienstformen und kirchlichen Traditionen zwar nicht für jeden Gottesdienst, kann aber trotzdem hilfreich sein.

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Einige der „Regeln“ in Kurzform:

Ganz wichtig: Jeder darf Gottesdienste besuchen – auch Menschen, die keine Kirchenmitglieder sind (Regel 1). Einen Dresscode gibt es nicht (Regel 2), aber manche Besucher ziehen sich gerade zu Weihnachten gerne festlich an. Mitbringen muss niemand etwas (Regel 3), „außer sich selbst, seinen Gedanken und Gefühlen.“ In der Regel gibt es freie Platzwahl (Regel 6). Es kann allerdings sein, dass Plätze für Mitwirkende (z.B. einen Chor) reserviert sind.

Wie bete ich? Da gibt es keine Vorschriften (Regel 8). Manche falten die Hände oder senken den Kopf. Jeder kann das für sich entscheiden. Auch ist niemand gezwungen, Gebete wie das Vaterunser mitzusprechen – oder die Lieder und Choräle mitzusingen. Ein grundsätzlicher Tipp: das Handy ausschalten und nicht telefonieren (Regel 9). Beim Abendmahl werden Brot/Hostie und Wein/Traubensaft gereicht, oft mit den Worten „Christi Leib für Dich gegeben“ bzw. „Christi Blut für Dich vergossen“. Darauf kann man mit „Amen“ antworten (Regel 12).

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Am Ende des Gottesdienstes wird die „Kollekte“ gesammelt. Manchmal auch schon während des Gottesdienstes im sogenannten „Klingelbeutel, der durch die Reihen gereicht wird. In jedem Fall gilt: Man muss nichts geben, aber jede Spende ist willkommen (Regel 13).

Den kompletten „Kirchen-Knigge“ mit allen Regeln finden Sie auf der Homepage der Evangelischen Zeitung.

Weiterlesen: Den kleinen komischen Kirchen-Knigge finden Sie im Magazin der Citykirche Nürnberg.

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4 Kommentare

  1. Ich kannte so etwas bisher nur vom Judentum, wo z.b. der Berliner Synagogen-Survival Nichtjuden die Furcht vor Fehlern beim Besuch der Synagoge am Schabbat nehmen soll, weil ihnen einfach beim Judentum das Wissen fehlt

    Dass so was jetzt auch beim Christentum in Deutschland notwendig sein soll, ist schon überraschend und sollte Christen denken geben.

    Aber wenn es notwendig ist, ist es gut, dass es gemacht wird

  2. Thema ist (nicht ??) frei von Glaubens- und Theologiefragen

    Es gibt wirklich kaum eine Regel für den Gottesdienstbesuch. Ich kann mich nur daran erinnern, dass in meinen 50 Jahren als normales kirchliches Bodenpersonal einmal irrwitzig am Heiligabend einen sehr großen Hund mitbrachte, der aber auf der Empore sich braver wie unserer der Kinder hinlegte. Manche die meinten, dies müsse im Kirchenvorstand besprochen werden, stand logisch dem entgegen, dass dies wahrscheinlich in den nächsten 5 Jahrzehnten nicht mehr passiert und daraus eine unsinnige Regel zu machen überflüssig wäre. Ansonsten ist logisch, dass Menschen die selten oder nie Kirchen betreten, ebenso fremdeln. Leider merkte man dies – schon seit langem – weil an Konfirmationen die Menschen in den Bänken einfach die Lieder niemals mitsingen können. Vor langer Zeit haben wir in meiner Heimatkirchengemeinde daher die lange Konfirmation zeitlich entzerrt, das gemeinsame Abendmahl der Eltern mit den Kindern fand dann vorher (oder nachher) an einem anderen Tag statt. Dies hatte vorher die Nebenwirkung, dass nicht wenige der Gottesdienstbesucher/innen sich die überlange Zeit verkürzte Raucherpausen machten. Ein eher ungläubiger freundlicher Mensch machte den Vorschlag, da draußen doch Würstchen zu braten. Kirchenferne Menschen gab und gibt es immer und die können sich genauso wenig bei uns adhoc wohlwühlen wie wir selbst, wenn wir bei einer uns fremden Religion in einem Tempel aufhalten.

    Es hat mich schon anlässlich der ersten Israelreise 1975 desillusioniert, dass die dortige deutsch-israelische Reiseleiterin und Mitglied einer liberalen jüdischen Gemeinde uns berichtete, dass ähnlich wie in Deutschland nur etwa drei Prozent jüdischer Menschen ihren Glauben exemplarisch leben. Auch dort gab und gibt es die vielen Einjährigen, die 1-2 mal pro Jahr zu hohen Festtagen in die Synagoge kommen. Das kommt mir sehr bekannt vor. Das Weihnachtsoratorium ist fast immer ausverkauft, eben auch eine sehr gute Form der Verkündigung des Evangeliums. Aber der normale Sonntagsgottesdienst hat leider oft dem Odem von endloser Wiederholung des Immergleichen (er könnte oft lebendiger sein) und es mag auch ein wenig daran liegen, dass dort nur wir Alten vor dem Altar sitzen in der unübersehbaren Schar eines Dutzend. Wenn es so dabei bleibt und die Kerngemeinden verschwinden, dann sind Überlegungen allerdings dringlich, unsere Kirchen und Versammlungen an Haupt und Gliedern geistlich und organisatorisch zu reformieren. Dann muss zu einer ausschließlichen Komm-Struktur, eine Geh-Hin-Struktur stattfinden. Hin zu den Menschen an den Hecken und Zäunen und notfalls ist dann der Sonntagsgottesdienst in der kleinen Kneipe in unserer Straße. Oder wir lassen ihn einfach nur ausfallen um zu provozieren. Vermutlich wird dies harsch kritisiert, vor allem von jenen, die dort nie hingehen. Oder Krokodilstränen erzeugen, weil ihre nicht mehr genutzte Kirche leider zugemacht wird. Übriges: In meiner neuen Heimat, einer Mittelstadt mit 100.000 Einwohner, wurden nach Kriegsende mindestens zweimal mehr Kirchen gebaut als es vorher gab. Der Deutsche Michel ist entsetzt, dass sie leider auch gähnend leer sind.

  3. Regeln ist typisch deutsch … Vielmehr gilt es zu verstehen, was unser geliebter HERR wirklich unter echtem GOTTESdienst versteht. … !!! Zusammen irgendwo, regelmäßig einmal pro Woche einen „geistlichen Vortrag“ anhören, bestenfalls noch einmal pro Woche Bibelstunde. Wenn die rechte Haltung dahinter steht ok. Wirkliche Gemeinschaft ist bestenfalls in den Bibelstunden möglich. Am besten kann man nur im Alltag erkennen in wem CHRISTUS wirklich lebt … Bei frommen Veranstalungen kann man sich prima anpassen. Im Alltag kann sich keiner wirklich verstellen. Da allein wird deutlich ob unser alter Mensch uns noch bestimmt oder ob CHRISTUS wirklich unser HERR ist. Daher zeigt der Alltag am besten ob wir verstan-den haben, was der HERR unter echten GOTTESDIENST versteht ….

    • Du findest auch immer ein Haar in der Suppe. Besonders bei anderen Christen. Freu Dich doch, dass hier ein paar praktische Tipps für Kirchenferne gegeben werden. Ein grund weniger für diese Personengruppe, Gottesdienste zu meiden! 😎

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