Einen Seelsorgetermin so einfach buchen wie einen Besuch beim Friseur? Das ist in Berlin jetzt möglich. Kostenlos und konfessionsübergreifend.
Auf der Webseite seelsorge.berlin können Ratsuchende aus ganz Berlin Seelsorgetermine buchen – persönlich, per Telefon, per Zoom oder als Spaziergang. Rund 20 Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg stehen bereit. Das Angebot ist kostenlos und steht allen Menschen in Berlin offen – unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit. Die Idee entstand aus einer Beschäftigung mit dem Thema Einsamkeit, erklärt die stellvertretende Superintendentin Juliane Göwecke im Gespräch mit dem midi-Magazin.
Was die Nutzerinnen und Nutzer besonders schätzen: Sie müssen sich nicht am Telefon erklären, warum sie ein Gespräch suchen. „Einige sagen, dass sie schon lange über ein Seelsorgegespräch nachgedacht haben und seelsorge.berlin dann den entscheidenden Impuls gegeben hat“, berichtet Pfarrer Alexander Höner. Andere wählen gezielt, mit welcher Person sie sprechen möchten. Alle Seelsorgerinnen und Seelsorger haben ein persönliches Profil auf der Webseite. Superintendent Michael Raddatz zieht nach zwei Monaten ein klares Fazit: „Wir erreichen Menschen, die wir sonst nicht erreicht hätten.“
Bewusst setzt das Projekt auf ausgebildete Seelsorgende mit Erfahrung, heißt es. In der zweiten Jahreshälfte will das Team diskutieren, ob der Kreis der Mitwirkenden erweitert wird. Auch die Öffentlichkeitsarbeit soll wachsen: Neben Instagram und Kiezzeitungen sind Banner an Bauzäunen geplant.
midi ist die Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie.
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