Die Evangelische Hochschule Darmstadt und die CVJM-Hochschule Kassel schließen sich zur Evangelischen Hochschule Hessen zusammen. Geplant ist die Fusion zum Sommersemester 2026.
Ein „vorzeitiges Weihnachtsgeschenk“ hatte das hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) für den heutigen Mittwoch angekündigt: Wissenschaftsminister Timon Gremmels verkündete zusammen mit Prof. Dr. Beate Hoffmann (Bischöfin der EKKW), Ulrike Scherf (stellvertr. Kirchenpräsidentin EKHN) sowie mit Prof. Dr. Uwe Becker (Evangelische Hochschule Darmstadt) und Prof. Dr. Tobias Faix (CVJM-Hochschule) die Gründung einer neuen Evangelischen Hochschule Hessen. Sie soll durch den Zusammenschluss der Evangelischen Hochschule Darmstadt und die CVJM-Hochschule Kassel entstehen und im Sommersemester 2026 ihren Betrieb aufnehmen.
Das Kabinett habe dem Abschluss des dafür nötigen Vertrags zwischen dem Land Hessen und den evangelischen Kirchen zugestimmt. Ende der Woche solle der Beschluss schriftlich vorliegen, heißt es in einer Pressemitteilung der CVJM Hochschule. Im Anschluss an den erfolgten Kabinettsbeschluss wird das Zustimmungsgesetz in den Landtag eingebracht. Träger der neuen Hochschule sind die beiden evangelischen Landeskirchen Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau sowie der CVJM Deutschland. Der Vertrag muss anschließend vom Land und den Kirchen noch unterzeichnet werden.
Dauerhafte Perspektive
„Ich freue mich, dass es gelungen ist, eine dauerhafte Perspektive für die Evangelische Hochschule Hessen zu entwickeln“, so Wissenschaftsminister Gremmels. „Wir brauchen dringend Fachkräfte in der Sozialen Arbeit, der Gesundheit sowie in Erziehung und Bildung.“ Die Evangelische Hochschule Darmstadt und die CVJM-Hochschule spielten schon jetzt eine „wesentliche Rolle“ bei der Ausbildung junger Menschen in diesen Bereichen. Gremmels weiter: „Mit ihrem christlichen Profil arbeiten sie werteorientiert und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Inklusion und Solidarität.“ Der jetzt beschlossene Vertrag gebe finanzielle Sicherheit, schöpfe das Potenzial in Lehre und Forschung aus und ermögliche der Hochschule mehr Autonomie. „Zudem ist der Ausbau des Standortes in Schwalmstadt-Treysa ein wichtiger Impuls für die Bildungslandschaft in Nordhessen und den ländlichen Raum.“
Gemäß dem Vertrag wird die Evangelische Hochschule Hessen künftig mindestens 1.250 kostenlose Studienplätze in der Regelstudienzeit in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheitsberufe, Erziehung und Bildung anbieten. Das Land Hessen wird seinen Beitrag zur Evangelischen Hochschule Hessen ab 2028 von rund fünf Millionen Euro auf rund 7,2 Millionen Euro jährlich aufstocken. Die jährlichen Zuwendungen der Vertragspartner werden in den Folgejahren ähnlich den Zuwendungen an die staatlichen Hochschulen angepasst.
Stärken und Besonderheiten
„Durch diese Verbindung bündeln wir unsere Zukunftskraft zu einer gemeinsamen Vision mit evangelischer Prägung, in der Studieren, Leben und Gemeinschaft selbstverständlich zusammengehören“, sagte CVJM-Hoschulrektor Tobias Faix. Beide Hochschulen hätten sich erfolgreich auf dem Markt etabliert und teilten starke Profile in der Sozialen Arbeit sowie der Gemeinde- und Religionspädagogik. Zugleich bringe jede der beiden Hochschule ihre jeweiligen Stärken und Besonderheiten ein. Uwe Becker, Präsident der Evangelischen Hochschule Darmstadt, sprach von einer „Strahlkraft“ über Hessen hinaus. „Wir verbinden wissenschaftliche Stärke im Sozialsektor mit profilierter Orientierung für Studierende, aber auch für Kirche, Politik und Gesellschaft.“
