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Syrien: Christliches Leben kehrt in Hauptstadt-Vorort zurück

Die syrische Stadt Darayya war vor dem Krieg ein wichtiges, christliches Zentrum in der Hauptstadtregion von Damaskus. Nun kehren einige Familien wieder in den Ort zurück.

Laut dem katholischen Hilfswerk Kirche in Not können in Darayya, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, 15 Familien in ihre wiederaufgebauten Häuser zurückkehren. Kirche in Not unterstütze sie dabei. Einer von mehreren Überlieferungen zufolge soll sich die Bekehrung des Apostels Paulus in der Umgebung von Darayya zugetragen haben.

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„Vor dem Krieg lebten ungefähr 150 christliche Familien in Darayya. Nach dem Ende der Kämpfe konnten sie aber nicht mehr zurück, weil ihre Häuser dem Erdboden gleichgemacht wurden“, erklärt der Projektleiter der Zentrale von „Kirche in Not“ (ACN), Marco Mencaglia. Viele Christen seien deshalb nach Europa oder in die USA ausgewandert oder hätten sich in Nachbarstädten niedergelassen.

90 Prozent der Stadt in Schutt und Asche

Die Stadt am Rand von Damaskus gehörte zu den Hauptschauplätzen des Syrischen Bürgerkriegs. Vorher lebten lokalen Angaben zufolge um die 300 000 Einwohner in Darayya. Es war eine wohlhabende Gegend, vor allem dank einiger renommierter Möbelfabriken und der florierenden Landwirtschaft. Nach Kriegsausbruch wurde die Stadt zu einer Hochburg des Aufstands gegen das Assad-Regime. Regierungs- und Rebellentruppen lieferten sich erbitterte Kämpfe; einige Zeit stand die Stadt unter Kontrolle der „Brigade der Märtyrer des Islam“. Als 2016 ein Abkommen zwischen Regierung und Aufständischen zustande kam, war die Stadt zu 90 Prozent zerstört. „Diejenigen, deren Häuser nicht vollständig zerstört sind, sehnen sich sehr danach, zurückzukehren. Aber ihnen fehlt das Geld für die Reparaturen“, so Mencaglia.

Wiederaufbau einer Pfarrkirche

Georges Jbeil war einst Pfarrer in Darayya. Heute ist er Ökonom der melkitischen griechisch-katholischen Erzdiözese von Damaskus. Er freut sich, dass in der Stadt bald wieder christliches Gemeindeleben stattfinden kann: „Bereits 2022 hatten wir den Wiederaufbau der Pfarrkirche beendet in der Hoffnung, dass bald auch die Gemeindemitglieder zurückkehren können. Bis jetzt waren es nur wenige.“

Von den rund 1,5 Millionen syrischen Christen vor dem Bürgerkrieg leben Schätzungen zufolge heute noch weniger als 500 000 im Land, oft werden weit niedrigere Zahlen angegeben. Aufgrund der wirtschaftlichen und humanitären Misere setzt sich der Trend zur Auswanderung fort. „Kirche in Not“ versucht mit den Partnern vor Ort, den Fluchtursachen entgegenzuwirken und die christliche Präsenz in Syrien zu erhalten.

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