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Syrien-Konflikt: Kirchen warnen vor Militärschlag

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Vor einem militärischen Eingreifen des Westens in Syrien warnen Kirchen im In- und Ausland. Bomben seien keine Lösung, sagten Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch.

 Der Friedensbeauftragte des EKD-Rates, Renke Brahms, und Auslandsbischof Martin Schindehütte kritisierten, dass schon während der laufenden UN-Untersuchung des Chemiewaffeneinsatzes im syrischen Bürgerkrieg die Vorbereitungen für eine militärische Intervention in ein entscheidendes Stadiums gingen. Auch wenn die schockierenden Bilder der getöteten Kinder einen unmittelbaren moralischen Impuls für eine starke Reaktion setzten, sei es deutlich, dass durch einen Militäreinsatz kein politisches Problem in und um Syrien gelöst werden könnte.

 Im Falle Syriens sehen Brahms und Schindehütte "wesentliche Voraussetzungen für eine legitime Intervention nicht gegeben". Weder liege ein UN-Mandat vor noch ein politisches Konzept noch eine Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen, die dem Frieden verpflichtet sind.

 "Ein Militärschlag ist keine Lösung", sagte der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann dem Evangelischen Pressedienst. Wer Gewalt einsetze, müsse über ein Konzept für die Zeit danach verfügen. Dies fehle jedoch. Zudem seien die Folgen eines Angriffs nicht absehbar. "Wir wissen nicht, wie das Regime von Baschar al-Assad reagieren wird. Er hat nichts zu verlieren."

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 Der Kosovo-Konflikt, in den die USA und westliche Verbündete 1999 ohne ein UN-Mandat eingriffen, dürfe kein Vorbild sein, mahnte der Militärbischof. "In die Konfliktlösung sollten auch China und Russland einbezogen werden."

 Der Münchner Erzbischof Marx sagte in Freising: "Mit Gewalt ist noch kein einziges Problem gelöst worden." Vielmehr führe sie zu "grauenhaften" Entwicklungen für die dort lebenden Menschen. Dabei erinnerte Marx an die Einsätze des Westens in Afghanistan und an den Irak-Krieg, die anders ausgegangen seien als erhofft. Der Erzbischof sieht vor allem Gefahren für das Leben der Christen in Syrien. "Sie werden unter die Räder kommen und das Land verlassen", befürchtet Marx.

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 Einen Tag vor Beratungen im britischen Unterhaus über einen Militärschlag gegen Syrien sagte Erzbischof Welby, die Abgeordneten müssten sich fragen, ob sie genug Fakten haben, bevor sie in dieser "heiklen und gefährlichen Situation" eine Entscheidung treffen. "Die Regierung und die Amerikaner haben Informationen, die niemand sonst sieht – ich denke aber dennoch, wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht eine vorschnelle Entscheidung treffen." Zwischen "nichts tun" und einem absoluten Regimewechsel gebe es "zahlreiche Zwischenschritte", gab Welby zu bedenken. Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche Weltgemeinschaft sagte weiter, die Christen in der Region hätten große Angst vor dem, was auf sie zukomme.

 Der griechisch-katholische Patriarch von Antiochien, Gregor III. Laham, verurteilte die Pläne für eine Militär-Intervention in Syrien in scharfer Form. "Der geplante Angriff der Vereinigten Staaten ist ein krimineller Akt", sagte das Oberhaupt der melkitischen Kirche, wie der katholische Nachrichtendienst Asianews in Rom berichtete. Wenn die westlichen Länder zum Aufbau einer Demokratie in Syrien beitragen wollten, müssten sie für Versöhnung und Dialog zwischen Christen und Muslimen sorgen anstatt für Waffen.

 Der Weltkirchenrat appellierte an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, Verhandlungen zum Ende des Blutvergießens anzustreben. Generalsekretär Olav Fykse Tveit verurteilte in Genf den mutmaßlichen Einsatz von Giftgas im Raum Damaskus scharf. "Genug ist genug", unterstrich Tveit.

(Quelle: epd)

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