Papst Benedikt XVI. hat am Montag den bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Audienz empfangen. Im Mittelpunkt der 25 Minuten langen Begegnung in freundschaftlicher Atmosphäre habe die internationale und regionale Wirtschaftskonjunktur gestanden, teilte der Vatikan mit.
Im Anschluss traf Morales den Angaben zufolge mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dem vatikanischen «Außenminister» Dominique Mamberti zusammen. Beide Seiten betonten demnach die Notwendigkeit, das Bewusstsein für soziale und ökologische Fragen zu stärken.
Unter Umgehung des Protokolls trug Morales wie üblich keine Krawatte sondern eine Jacke im Anden-Stil. Der 50-jährige sozialistische Präsident indianischer Abstammung überreichte dem Papst zwei Holzstatuen von Andenbauern.
Seit Morales‘ Amtsantritt im Jahr 2006 kam es mehrfach zu Spannungen zwischen der bolivianischen Regierung und der katholischen Kirche. So bemühte sich die Regierung zunächst um eine verstärkte staatliche Kontrolle über katholischen Schulen. Zudem verlor der Katholizismus seit Annahme einer neuen Verfassung im vergangenen Jahr den Status der Staatsreligion.
