Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ kritisiert den Papst. Bei seinem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan habe er auf die prekäre Lage religiöser Minderheiten in der Türkei nicht aufmerksam gemacht.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich enttäuscht über den Türkei-Besuch von Papst Leo XIV. Bei seinem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe der Papst seine moralische Autorität nicht genutzt hat, um auf die prekäre Lage religiöser Minderheiten in der Türkei und der Region aufmerksam zu machen. Im Vorfeld hatte die GfbV den Papst in einem Brief aufgefordert, auf das Schicksal zweier 2013 entführter Bischöfe aus Aleppo hinzuweisen. Hinweise deuten auf eine Beteiligung radikaler Islamisten hin, die von der Türkei unterstützt wurden. „Der Vatikan als moralische Instanz hätte hier ein starkes Zeichen setzen müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Menschenrechtsorganisation ruft Kirchen und Regierungen dazu auf, sich stärker für verfolgte Christen einzusetzen. „Christen und religiöse Minderheiten weltweit sind einer massiven Bedrohung durch den radikalen politischen Islam ausgesetzt“, warnt Kamal Sido, Nahost-Referent der GfbV. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert eine teils „widersprüchliche Politik“ von Deutschland, der EU und den USA, die islamistische Akteure verharmlosen würden. Stattdessen brauche es eine neue Strategie zur Stärkung demokratischer Kräfte in der arabisch-islamischen Welt.

Der Vatikan betreibt Geheimdiplomatie und Hausaufgaben
Der neue Papst sowie der Vatikan generell haben nicht erst ab gestern immer Geheimdiplomatie betrieben und tragen diese Informationen nicht geschwätzig vor sich her, womit dies wertlos würde. Dies kann keiner wirklich beweisen, aber es entspricht durchaus einer gewissen Tradition. In den 1960er Jahren hat dies deutlich dazu beigetragen, dass in der Kubakrise kein Atomkrieg ausbrach. Vielleicht werden ja in den Jahrhunderten nach uns durchaus aus guten Gründen auch mal viel jüngere Päpste gewählt, die sich dann sogar zumuten, noch mutiger zu agieren und planbar auf längere Zeit durchaus mehr zu bewirken. Natürlich darf man tolerant berücksichtigen, dass der Mensch in Jesus – also der Menschensohn Jesus – eigentlich nichts wissen konnte wie wir als Menschen heute Kirchen betreiben, welche Lehren Theologen und Philosophen so vor sich hertragen, sowie all dies auch in einem modernen Weltbild berücksichtigen. Kirchen sind menschliche Erfindungen und doch dürfte Gott großes Interesse an seinen Geschöpfen haben, die mit der Liebe so umgehen wie man mit ihr umgehen muss, nämlich als die das ganze Universum umfassende gute Wirklichkeit Gottes. Die Welt ist so wie wir sie gestalten – im Guten und auch im Bösen – und wir haben hier Hausaufgaben zu tun, orientiert an der Lehre Jesu, der Bergpredigt und dann Gott zu lieben, den Nächsten und uns selbst. Keiner kann tiefer fallen als in Gottes Hand. Der Schöpfer aller Dinge ist Liebe und Barmherzigkeit pur und regiert das Universum nur mit den Mitteln der Liebe. Er lässt uns freie Hand, aber besitzt alle Macht. Unser Freier Wille bedeuten , dass jede und jeder von uns auch Verantwortung für alles besitzt, was er denkt und tut. Sonst wären wir Marionetten. Gott liebt mich mit meinen Fehlern und Ecken und ich bin ihm dankbar und versuche Vergebung zu leben, wie Kirchenpräsidenten sowie Päpste, oder das berühmte Lehnchen Müller und der bekannte Mann von der Straße. Oder eben auch nicht, obwohl Nichtchristen oft liebenswert sind.
Ich glaube, die Kirche ist keine menschliche Erfindung, sie war im Glauben an Gott begründet durch Jesus, der menschlichen Struktur aus seinem Handeln an der Menschheit geschuldet. Im Aufbau all ihrer Möglichkeiten begriffen, lernt sie den Vater von Jesus immer besser kennen und lieben. Sie, die sich mit ihrem Ja zu Jesus auf seinen Vater eingelassen hat, sie macht in ihrer ganzen Fülle sein Herz verfügbar, sodass sich darin all das wiederfinden lässt, was Gott bereits ins Leben rief. Egal welcher Zeit es angehört und wer sich damit auseinandersetzt, die Kirche teilt es durch die Einheit von Gott in ihrem Bewusstsein mit Jesus. Sie kann gar nicht anders, als das zu tun, denn Gott verkörpert die Struktur, die sich aus seiner Einheit als ihr Lebensinhalt ergibt.
Lieber Bernd, Kirche ist erst dann eine wahre Institution, wenn ihre Handlungsfähigkeit aus Jesus resultiert, der sie der Identität seines Vaters schuldete.
Christsein exemplarisch leben
Liebe Roswitha, davon bin ich völlig überzeugt, dass Kirchen ihre Handlungsfähigkeit (und Glaubwürdigkeit) herstellen, wenn sie aus Jesus resultiert. Dies gilt dann gleichermaßen auch für uns selbst als Personen. Allerdings sind die Chöre vielstimmig, die unablässig Botschaften aller Arten und Formen formulieren und uns dann herauszuhören grenzt fast an Zumutung. In den 1970er Jahren wurde vernehmlich bewusst macht, dass wir Christinnen und Christen auf dem Jahrmarkt der Sinnangebote in Konkurrenz stehen und uns daher durchaus vernehmbar äußern sollten, um hier gehört zu werden. Es geht nie darum, die Denkweise und Denkrichtung anderer Menschen mies zu machen, also dagegen zu sein, sondern vor allem viel bessere Alternativen anzubieten. Heute wäre es auch Aufgabe, wieder Kerngemeinden zu reanimieren, Gemeinschaft herzustellen und als Kirche und Gemeinde eine zusätzliche Geh-Hin-Struktur aufzubauen und dort zu sein, wo Menschen ihre Freizeit verbringen, Urlaub machen, wohnen und arbeiten. Die Kirchen unserer Zukunft könnte jenseits einer Kirche der Kirchensteuer in Wohnzimmern und unzähligen Gruppen bestehen, in denen Menschen ökumenisch ihren Glauben leben. Dies war damalige Vision der Jesuiten. (Die Kurve zur Papstvisite in der Türkei ist dann aber zu eng, um thematisch dort zu landen). Allerdings müssen auch Christen/Kirchen in der Türkei so auftreten, nämlich als gute Alternativen zu der Alltäglichkeit.
auch wenn ich evangelisch bin,folge ich im Netz katholischen Seiten…dazu gehören sowohl für deutsche wie auch die österreichische Seite von Kirche in Not…Red Wednesday,die rote Beleuchtung von Kirchen weltweit,wir hauptsächlich von katholischen Seiten gemacht dazu zählen auch Kirchen in der Schweiz…..das ganze noch aufgewertet durch Predigten von Brüdern aus Ländern der Verfolgung wie z.B. der Bischof aus Nigeria…kritik an der gottlosen Politik in Deutschland und Europa ist sicher gerechtfertigt….Kritik dass sich die katholische Kirche nicht für die verfolgten Geschwister einsetzt,ist absolut nicht gerechtfertigt
Das die katholische Kirche regelmäßig auf das Schicksal der beiden Bischöfe hinweißt und zu den wenigen Institutionen gehört die das Schicksal von Minderheiten zur Sprache bringt, davon kann man ausgehen. Denn sie ist selber betroffen damit.
Deshalb kann ich diese „Enttäuschung“ nicht verstehen, im Gegenteil!
Dem kann ich mich so nur anschließen. Vielleicht noch ein kleiner Zusatz: „Nicht jeder Mensch erkennt im Papst einen Ansprechpartner auf Augenhöhe an, sodass es für ihn schwierig ist, seine Sichtweise in ihrer ganzen Dimension zum Tragen zu bringen. Das erfordert einen Menschen, der sich seiner Identität, durch die Katholische Kirche bewusst, auf andere Konfessionen einlässt, ohne dabei ihr Bekenntnis zu Jesus zu vergessen.“
Das heißt, es zeugt von unermesslichem Feingefühl, sich in seinen persönlichen Anforderungen an dem Gegenüber so weit zurückzunehmen, wie dies eben in der gegebenen Situation erforderlich ist. Wenn wir Christen eins gelernt haben sollten, so ist es die Nachhaltigkeit von Jesus, dem das Leben genommen wurde, das eigentlich ohne ihn keinen Wert hat. Wir haben an ihn oft das Vertrauen in uns selbst verloren und damit Stück für Stück seines Weges mit uns aufgegeben.
Die gute Nachricht ist, Jesus lebt für uns und nicht von uns, sodass unser Vertrauen in ihn immer besser investiert ist, als in Zweifeln am Menschen.
Meine Wahrnehmung von Erdogan in den letzten Jahren ist die: wir haben es hier mit einem Islamisten zu tun!
Dazu träumt er von einer Auferstehung des Osmanischen Reichs, mit der Türkei als die führende Macht im arabischen Raum. Israel dagegen sollte am besten von der Landkarte verschwinden. Natürlich muss man auch mit diesem Mann reden und versuchen ihm Zugeständnisse abzuringen, was vermutlich mit viel monetären Zuwendungen verbunden ist. Aber er braucht ja auch den Westen um seine Geschäfte zu machen, so kann unter Umständen eine winwin Situation entstehen. Was den Papst betrifft: es ist leider so, dass die führenden Köpfe der organisierten Christenheit wenig Selbstbewusstsein zeigen, gerne biedern sie sich an und umgarnen den Islam was ein großer Fehler ist.
Da beruft man sich gern auf die Gemeinsamkeiten der monotheistischen Religionen, mir drängen sich eher die Gegensätze auf, insbesondere mit dem Islam. Die Türkei war in den Anfängen die Keimzelle des Christentums, man sieht was daraus geworden ist.
An wem orientieren Sie sich in Ihrer Wahrnehmung, um sie in Einklang mit der Identität zu bringen, der gegenüber Sie Ihre Aussagen treffen?
Anders formuliert erkenne ich in Ihrem Text keine Diskussionsgrundlage, die sich nicht aus Ihrem persönlichen Verständnis zu einer bestimmten Konfession ergibt. Dem Erwachsenen aus dem Nichts, dem ich, nach ihrer Auffassung, bereits etwas entgegensetzen kann, nach meiner Auffassung jedoch zunächst das abgewinnen muss, was mich verkörpert, bevor ich es mit dem konfrontiere, was sich daraus bis dato ergeben hat. Das heißt, ich muss zunächst mit dem Herz leben, das sich bis zur Geburt an mir erfüllt, bevor ich es nach seiner Geburt aus dem Kontext der Gegenwart in den Konsens mit Gott bringen kann. Was daraus erwächst, davon habe ich in seiner ganzen Fülle noch gar keine Vorstellung, deshalb bleibe ich damit bei Jesus und dem Namen, den mir meine Eltern für das Herz gaben, das damit als Mensch bereits verbunden ist.
Damit will ich sagen, wenn Sie eine Auffassung vertreten, die nicht mit anderen Auffassungen übereinstimmt, so ist das vollkommen legitim, denn Sie sind ein Mensch und Menschen haben ihre jeweils eigenen Erfahrungsschätze. Vorstellungen, die sich daraus entwickeln und Fragen, die sich daraus ergeben, sollten aber nicht als persönliche Errungenschaften abgetan werden. Diese persönlichen Geschichten bereichern das Miteinander und machen uns Menschen zu einem Volk, das sich im Austausch über seine Erfahrungen in Einklang mit ihren Werten bringen kann. Dies auf Konfessionen herunterzubrechen, das heißt nichts anders, als einen Bezug zu der Zeit herstellen zu können, zu der wir unseren jeweiligen Beitrag leisten konnten. Erst in Verbindung miteinander werden Menschen an dem Austausch wachsen, der ihnen durch ihre gemeinsamen Werte möglich ist. Im Einverständnis darüber herrscht, was der Menschheit eine Geburt bedeutet, aus der Gott als ihr Vater erzeugt, was seiner Einheit geschuldet ist.
Ich war erst einmal in der Türkei, es war unsere Hochzeitsreise, und ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so unwohl gefühlt, wie dort.