Stefan Gustavsson: „Kein Grund zur Skepsis!“

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Ist das Neue Testament ein Buch, das Geschichte glaubwürdig schildert, und Jesus eine historische Person oder besteht dessen Inhalt eher aus Geschichten der Mythologie und Sagen, an die die Christen gegen alle Vernunft glauben? Dieses Buch ist für Skeptiker geschrieben (skeptikos, griechisch = Suchender, Fragender), die etwas über die historische Wirklichkeit von Jesus von Nazareth herausfinden möchten. Gab es ihn wirklich? Welche zuverlässigen Quellen gibt es über ihn?

Im ersten Teil des Buches – Jesus und seine Kritiker –  lässt Autor Stefan Gustavsson, der Direktor von Apologia, dem Zentrum für christliche Apologetik (Rechtfertigung von christlichen Lehrsätzen) in Stockholm, die unterschiedlichsten Menschen zu Wort kommen mit den verschiedensten Auffassungen über Jesus. Thematisiert werden unter anderem Hypothesen wie „Es hat ihn nie gegeben“, „Er war ein Lügner“, „Er war ein böser Mensch“ oder „Er wurde von der Kirche verfälscht“.

Bibel im geschichtswissenschaftlichen Blick

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Geschichtswissenschaft im Allgemeinen und der Analyse antiker Quellentexte. Jetzt wird es richtig interessant. Denn Gustavsson betrachtet die Bibel als „Antike Texte“, die genauso behandelt und untersucht werden müssen wie andere Texte des Altertums, nämlich nach geschichtswissenschaftlichen Prinzipien und Kriterien. Er nennt die ältesten Quellen über Jesus und beschreibt den historischen Kontext.

Im dritten Kapitel fasst der Autor acht Argumente für die Glaubwürdigkeit der Evangelien zusammen, angefangen von Datierungen über Augenzeugenberichte bis hin zum zeitlichen Kontext. Das vierte und letzte Kapitel behandelt die Zuverlässigkeit der Abschriften, Fehler und Widersprüche.

Wissenschaftlich und konsequent

Dieses Buch ist hochinteressant. Es ist logisch aufgebaut, konsequent durchdacht, nachprüfbar, wissenschaftlich, unpolemisch, nüchtern. Es zeigt deutlich, dass viele Historiker an Texte, die in der Bibel stehen, andere Maßstäbe ansetzen, als an andere antike Texte, die keinen Eingang in die Bibel gefunden haben. Warum das so ist? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Weil die Bibel einfach nicht wahr sein kann. Wie sollte es möglich sein, dass Tote wieder lebendig werden? Aber wenn die gleichen Maßstäbe an die Bibel gelegt werden, wie an andere antike Texte, dann hat die Bibel eine Glaubwürdigkeit, die ihresgleichen sucht. Und Christen brauchen nicht ins Blaue hinein glauben, sondern haben die Möglichkeit, vieles nachzuprüfen.

Mir hat dieses Buch geholfen, in einer Zeit, in der alles relativiert wird, wieder klarer zu sehen. Die Evangelien sind Geschichtsbücher, sie beschreiben reale Vorkommnisse und sind glaubwürdig. Und zu diesem Ergebnis kommt der Autor, wenn er mit den gleichen Kriterien die biblischen Texte untersucht, mit denen auch andere (Platon, Homer, Caesar, Cicero, etc.) Texte untersucht werden. Jesus ist mir wieder näher gekommen. Das tut gut.

Von Brigitte Keune

Leseprobe (PDF)

Verlag: Neufeld Verlag
ISBN: 978-3-86256-150-6
Seitenzahl: 200
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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