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Wallfahrt im Irak: Gelebte Frömmigkeit

REF.ch:

Können Christen etwas von einer muslimischen Wallfahrt lernen? Theologieprofessorin Christine Schliesser hat Anregungen für die Kirche in der Schweiz mitgenommen.

Rund 20 Millionen Schiiten machen sich jedes Jahr zur Arba’in-Wallfahrt auf den Weg nach Kerbala im Irak. Die Schweizer Theologieprofessorin Christine Schliesser wurde eingeladen, reiste mit und war besonders von der gelebten Frömmigkeit der Menschen beeindruckt, wie sie dem Portal REF.ch jetzt in einem Interview erzählt hat. Menschen liefen kilometerweit durch die Wüste, andere versorgten Pilger kostenlos mit Essen, Schlafplätzen oder medizinischer Hilfe. Besonders die große Gastfreundschaft beeindruckte die Theologin. „Die Leute dort geben oft nicht aus ihrem Überfluss“, sagt Schliesser. „Der Glaube darf sie etwas kosten, körperlich und finanziell.“

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Für die Theologin war nicht nur die Opferbereitschaft bemerkenswert, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen über ihren Glauben sprechen. Ein junger Mann habe ihr innerhalb weniger Minuten erklärt, warum sein Glaube für ihn wichtig sei. Diese Sprachfähigkeit wünsche sie sich auch für die Kirche in der Schweiz. Zudem beeindruckte sie, dass die riesige Wallfahrt weitgehend von Freiwilligen getragen wird. Viele Gruppen bereiten sich das ganze Jahr darauf vor, Pilger kostenlos zu versorgen.

>>> das komplette Interview mit Christine Schliesser

Die Arba’in-Wallfahrt gilt als größte der Welt. Die Teilnehmer wandern dabei bei Temperaturen von bis zu 50 Grad durch die Wüste. Christine Schliesser, Titularprofessorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich, nahm auf Einladung des Kerbala Zentrums für Studium und Forschung im Husain-Schrein an der Wallfahrt teil. Der Iran nutzt die Wallfahrt, um seinen gesellschaftlich-kulturellen und politischen Einfluss im Irak auszubauen. Kritik an Israel und den USA ist während der Wallfahrt präsent.

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