Mehr als 50 christliche und muslimische Führungspersonen in Nigeria haben eine gemeinsame Friedenserklärung unterzeichnet. Die Initiative soll religiöse Spannungen abbauen, stößt aber auch auf Skepsis.
Nach Jahren von Misstrauen und religiösen Konflikten setzen christliche und muslimische Leiter in Nigeria ein gemeinsames Zeichen. Mehr als 50 christliche und muslimische Führungspersönlichkeiten haben in Abuja ein interreligiöses Friedensabkommen unterzeichnet, berichtet „International Christian Concern“ (ICC). Ziel der Vereinbarung sei es, religiöse Spannungen abzubauen, Hassrede entgegenzutreten und die Zusammenarbeit zwischen den beiden größten Religionsgemeinschaften des Landes zu stärken.
Bei der Unterzeichnung am 12. August sprach demnach der Generalsekretär der Muslim World League, Mohammad Al-Issa, von der Chance, „ein neues Kapitel aufzuschlagen“. Vertreter beider Religionen betonten, dass Zusammenarbeit nicht bedeute, die eigenen Glaubensüberzeugungen aufzugeben. Zudem soll ein neues Gremium geschaffen werden, das den Austausch zwischen christlichen und muslimischen Leitern in Nigeria dauerhaft fördert.
Das Abkommen wird als wichtiges Signal gewertet, löst jedoch nicht die grundlegenden Probleme des Landes. Seit Jahren leiden zahlreiche Regionen Nigerias unter islamistischem Terror, Entführungen und teils gewaltsam ausgetragenen sozialen und wirtschaftlichen Konflikten. Christliche Gemeinden, aber auch Muslime, sind Opfer extremistischer Gewalt geworden. Beobachter betonen deshalb, dass neben dem Dialog weiterhin wirksame Sicherheitsmaßnahmen und der Schutz der Religionsfreiheit notwendig bleiben.
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