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UN-Experten warnen vor Verfolgung von Christen in Nigeria

Morde, Entführungen, Zwangskonversionen: Christen in Nigeria sind laut den Vereinten Nationen massiv von Gewalt betroffen. Besonders Frauen und Kinder geraten zunehmend ins Visier.

Die Vereinten Nationen haben auf die dramatische Lage von Christen und anderen religiösen Minderheiten in Nigeria hingewiesen, wie das christliche Hilfswerk Open Doors berichtet. Die UN-Experten nannten konkrete Beispiele wie Morde, Entführungen, sexuelle Gewalt, Zwangskonversionen und Zwangsehen sowie Verschleppungen. Laut den Vereinten Nationen zeige sich ein „Muster von Gewalt und Verfolgung“, von dem Christinnen und Christen in einigen nördlichen Bundesstaaten „unverhältnismäßig stark betroffen“ seien. Besonders Frauen und Mädchen gerieten immer wieder in den Fokus der Angriffe.

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So seien Mitte Mai fast 100 Menschen entführt worden, darunter Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Kleinkinder. Im Januar 2026 hatten Bewaffnete 177 Gottesdienstbesucher verschleppt. In Teilen des Nordens gilt zudem die Scharia, obwohl Nigeria offiziell ein säkularer Staat ist.

Nigeria liegt auf Platz 7 des Weltverfolgungsindex von Open Doors. 72 Prozent aller weltweit wegen ihres Glaubens getöteten Christen stammen aus dem Land, sagt das Hilfswerk. Open-Doors-Leiter Markus Rode erklärte: „Wir sind dankbar, dass sich die UN des Themas angenommen hat.“ Zugleich fordert er mehr politisches Engagement: „Viele haben alles verloren, sind traumatisiert und haben keine Perspektiven. Das darf uns nicht kalt lassen!“

Nigeria ist gespalten zwischen einem mehrheitlich muslimischen Norden und einem überwiegend christlichen Süden. Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Dörfer und Kirchen. Die Behörden weisen Vorwürfe zurück, Christen würden gezielt verfolgt. Unter den Opfern sind auch Muslime. Die Gewaltlage ist auch nach Einschätzung von Open Doors „komplex“. In Nigeria herrscht ein Kampf um Weideplätze, Rohstoffe, Geld und Macht – dazu kommen religiöse Konflikte.

Open Doors ist ein internationales überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das sich in rund 70 Ländern der Welt für Christinnen und Christen einsetzt, die aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder verfolgt werden.

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