Gottes Hilfe besteht nicht immer darin, schwierige Situationen sofort zu beenden, schreibt der Theologe Dr. Ulrich Wendel im Blog des Gebetsmagazins sela. Anhand von Psalm 41,4 („Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.“) macht er deutlich: Gott kann Menschen auch dann segnen, wenn sie weiterhin unter Krankheit, Mangel oder anderen Belastungen leiden.
Wendel weist darauf hin, dass viele Bibelübersetzungen den Vers als Heilungsverheißung verstehen. Der hebräische Grundtext lege jedoch nahe, dass nicht die Krankheit selbst verändert werde, sondern die Situation des Kranken. Gott schenke Kraft, Unterstützung und neue Perspektiven mitten in der Not. Der Mensch bleibe möglicherweise krank, erlebe seine Krankheit aber auf eine andere Weise, getragen von Gottes Gegenwart.
Daraus leitet Wendel eine erweiterte Erwartung an Gottes Wirken ab. Christen dürften zwar um Heilung beten, sollten Gottes Hilfe aber nicht darauf beschränken. Gottes Segen könne bereits in einer schwierigen Lebenslage erfahrbar werden. So könnten Menschen trotz Krankheit oder Mangel erleben, dass sie getragen, gestärkt und von Gottes Liebe umgeben sind.
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