Kirchliche Jugendgruppen, die in einem Wettbewerb gegeneinander antreten? Eine Sieg-Prämie von 10.000 Euro? Die Rede ist von „Das Trio“. Erfinder Peter Lehmann erzählt, welche Wellen das neue Format geschlagen hat.
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Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Wettbewerb für die aktivste Jugendarbeit ins Leben zu rufen?

Peter Lehmann: Es ist aus einer persönlichen Not entstanden. Ich war lange Zeit nur Namenschrist. Ich bin zwar in einer Gemeinde groß geworden, bin aber nur sehr unregelmäßig hingegangen und hatte nie ein persönliches Verhältnis zu Jesus. Als ich mich dann bekehrt und ein persönliches Leben mit Jesus bekommen hatte, hatte ich eine Freude und Begeisterung in meinem Leben, die ich vorher noch nie gespürt hatte. Und das wollte ich Jugendlichen gerne weitergeben. Ich wollte Jugendliche finden, die dasselbe erlebt haben wie ich, ein Video über sie drehen und ein Interview mit ihnen machen. Ich hab viel darüber geredet und ein guter Ratgeber von mir, mein Onkel, sagte zu mir: »Mach daraus einen Wettbewerb. Dann wird das Ganze ein bisschen spannender.«

Mit einer der ersten Schritte war es, Sponsoren für ein Preisgeld zu finden. Wie haben Sie es geschafft, die Sponsoren zu überzeugen?

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Das ging eigentlich ziemlich gut. Es war auch echt Gnade, dass das so gut geklappt hat. Ich dachte erst an ein Preisgeld von 1.000 Euro und das hat sich schnell gesteigert.

Wie haben überhaupt die ersten Leute reagiert, als Sie ihnen von dem Wettbewerb erzählt haben?

Ich hab durch die Bank weg Unterstützung bekommen. Die einzige Kritik war, warum wir mit Geld locken. Mein Hauptanliegen ist, aktives Christentum zu fördern. Dadurch, dass ich Jugendliche zeige, die einen lebendigen Glauben haben, inspiriere ich andere und ermutige sie. Dass am Ende daraus ein Wettbewerb geworden ist, empfinde ich als Bonus.

Viele Monate lang sind Sie von Jugendgruppe zu Jugendgruppe gereist. Was war besonders positiv, was war besonders herausfordernd?

Herausfordernd war natürlich das Zeitmanagement und dass man jedes Wochenende weg war von zu Hause. Aber überall, wo ich hingekommen bin, hab ich mich wohlgefühlt. Die Leute haben mich gesegnet und gut aufgenommen. Besonders positiv waren Rückmeldungen, dass Leute zur Gemeinde gefunden haben. Mich haben zum Beispiel Pastoren angerufen und gesagt: »Unsere Jugend ist gewachsen, weil unsere Jugendlichen sich trauen, das Video zu streuen.« Die sind mit dem Video rausgegangen und haben gesagt: »Wir brauchen ’nen Like, guck dir mal an, was wir so machen.« Das ist natürlich eine ganz andere Basis als zu sagen: »Ich würd dich gerne einladen, komm mal zu uns in den Gottesdienst, Jesus will da dein Leben verändern.«

Junge Frauen genießen die Gemeinschaft
Motiv-Foto: Unsplash, Priscilla Du Preez

Wie haben Sie Ihre eigene Jugendarbeit erlebt?

Die war richtig gut. Ich bin auch gerne zur Gemeinde gegangen, das Problem, das ich hatte, war, dass ich keinen Zugang zum Glauben gefunden hab. Mir hat das Feuer gefehlt. Aber die Jugendarbeit bei mir in der Gemeinde war top, und ich trage heute noch die Frucht davon.

Was sollen die Teens durch den Wettbewerb lernen? Was wünschen Sie sich für die Jugendgruppen vor Ort?

Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen konkret mit in die Mitarbeit genommen werden und dass die Leiter sich nicht zurückziehen, sondern dass sie der jüngeren Generation zeigen, dass das beste Leben, das man leben kann, ein Leben mit Jesus ist. Sie sollen sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein; wenn man die Jugendarbeit nicht fördert, geht sie den Bach runter. Das andere Anliegen ist, dass die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden wächst. Dass nicht jede Gemeinde nur auf sich schaut und wie sie ihre Sachen am besten durchkriegt, sondern dass man guckt, welche Gemeinden sind um uns herum und wo kann man zusammenarbeiten?

Sie haben sich unter anderem für Ulrich Parzany als Verkündiger im Finale entschieden – er ist jetzt nicht gerade ein Jungspund. Warum ist er der Richtige?

Ich hab mir schon oft Predigten von ihm angehört und auch sein Buch gelesen und mag seine Ansichten. Zum anderen habe ich meinen geistlichen Mentor gefragt und der meinte, es wäre nicht verkehrt, neben den Jüngeren auch jemanden von den Alten dabei zu haben. Deshalb hab ich einfach mal angerufen, ihm von der Idee erzählt und ihn ehrlich gefragt: Glaubst du, du erreichst die Jugendlichen noch? Er meinte, er weiß, dass er alt ist, aber das Feuer sei noch dasselbe und er hätte richtig Lust darauf.

Wird es noch mal einen solchen Wettbewerb geben? Werden Sie auf irgendeine Art und Weise die Jugendarbeit in Deutschland weiter prägen?

Wir haben ein paar Ideen, aber noch nichts Konkretes. Wir werden auf jeden Fall unseren YouTube-Kanal weiterführen, aber wie haben wir noch nicht entschieden.

Die Fragen stellte Hella Thorn, Chefredakteurin der Zeitschrift TEENSMAG.


Das Interview ist zuerst in der TEENSMAG, dem Jugendmagazin des SCM Bundes-Verlags, erschienen.

Das Finale fand bereits im Juni in Frankfurt statt. Weitere Infos zum Wettbewerb und Videoporträts der verschiedenen Jugendarbeiten gibt es unter www.dastrio.de