Bettina Wendland (Hrsg.): „Das neue vegetarische FAMILY-Kochbuch“

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Dieses bunte Kochbuch präsentiert 120 von Family-Lesern empfohlene, fleischlose Gerichte. Die Auswahl der Rezepte ist gelungen und abwechslungsreich: von leichten Süppchen und Salaten bis zu üppigen Eintöpfen, vom Klassiker Milchreis (hier aber im Ofen zubereitet) bis zu exotischen Naan-Fladen und Linsen-Koftas. Es sind auch ein paar vegane Schmankerl aufgeführt. Wer jedoch nicht nur auf Fleisch- sondern auch auf Milchprodukte verzichten will oder einfach keinen Käse mag, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden.

Die vielen Rezepte punkten in erster Linie durch ihre Familienfreundlichkeit. Dies wird schon in den Zutatenlisten deutlich, auf denen man öfters mal Gemüse aus Dosen oder Gläsern findet. Hier steht kein hoher kulinarischer Anspruch im Vordergrund, sondern die sympathische Devise: Auf möglichst unkomplizierte Weise viele Bäuche vollkriegen. Mein eigener Praxistest hat die Alltagstauglichkeit der Rezepte bestätigt: Einiges konnte ich quasi aus dem Schrank nachkochen, andere Zutaten problemlos im Supermarkt finden.

Einfach, aber nicht schnell

Schade ist jedoch, dass keine übersichtlichen Angaben zur Zubereitungszeit auffindbar sind. Denn „einfach“ bedeutet nicht automatisch auch „schnell“. Etliches braucht seine Zeit zum Aufgehen, Schmoren oder Backen, was natürlich in der Menüplanung berücksichtigt werden muss. Sehr hilfreich ist hingegen das Register am Schluss, in dem die Rezepte nach (Gemüse-)Zutaten gegliedert sind. So wird der Koch schnell fündig, wo er zum Beispiel die labberig werdenden Möhren unterbringt.

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Ganz begeistert von der Idee, in kürzester Zeit einen Gemüsekuchen hinzuzaubern, habe ich mich als erstes an den herzhaften Mug Cake gemacht. Hier hat mir jedoch eine genaue Mengenangabe zum Salz gefehlt. Denn ein Kuchen kann ja nicht im Nachhinein noch abgeschmeckt werden. Solche kleinen Ungenauigkeiten haben sich leider hin und wieder auch in die Beschreibungen der Arbeitsschritte geschlichen. Wie groß beispielsweise Würfelchen sind oder wie klein ein kleiner Puffer ist, wird nicht beschrieben.

Neuer Schwung im Menüplan

Was mich außerdem während des Kochens gestört hat, wenn ich mal kurz etwas nachschauen wollte, war eine gewisse Unübersichtlichkeit. Die Seiten sind nicht einheitlich gestaltet, was beim reinen Durchblättern reizvoll sein kann, jedoch mit einem halben Blick zu den anbratenden Zwiebeln für leichte Verwirrung sorgt. Eine klare Aufteilung, in der ein Rezept auf einer Seite steht, würde ich vorziehen. Schade ist auch, dass es etliche Rezepte gibt, bei denen gänzlich auf ein Begleitfoto verzichtet wurde, was den „Oh, sieht das lecker aus“-Gesamteindruck mindert.

Aus diesen Gründen gibt es keine volle Sternchen-Zahl, aber dennoch eine herzliche Empfehlung für alle, die neuen Schwung in ihren Menüplan bringen wollen. Mein persönlicher Favorit: schnelle pinke Nudeln. Easy und ruckzuck auf dem Tisch, dazu kostengünstig, ungewohnt, raffiniert – und einfach lecker!

Von Karin Engel

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM
ISBN: 978-3-7893-9838-4
Seitenzahl: 94
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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