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Studie: Glaube beeinflusst Engagement für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit

„Hochreligiösen“ Christen in Deutschland sind soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit wichtig – das ist eins der Ergebnisse der wissenschaftlichen Ge-Na-Studie des Instituts empirica.

Sollten sich Christinnen und Christen gegen Armut, Ungleichheit oder den Klimawandel einsetzen? Das wollten der Dachverband christlicher Entwicklungsorganisationen „Interaction Schweiz“ und die CVJM-Hochschule mit der Ge-Na-Studie herausfinden. Die Ergebnisse wurden am Wochenende auf dem Fachtag „Glaube.Klima.Hoffnung.“ im Haus der Kirche in Kassel vorgestellt.

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Für die Studie arbeitete empirica mit dem Sinus-Institut zusammen. So ließ sich die Milieuorientierung der Befragten gut darlegen. Eins war den Verantwortlichen in diesem Zusammenhang besonders wichtig: „Wir haben keine ‚grüne christliche Hipster-Studie‘ gemacht“, betonte Studienleiter Professor Dr. Tobias Faix. „Genau das Gegenteil. Die eigentlich grünen Kernwähler, das sozial-ökologische Milieu, haben wir nicht erreicht. Dafür die eher konservativen und gut bürgerlichen Milieus.“ In Zahlen: 73,5 Prozent der Befragten waren „hochreligiös“ (religionssoziologisch: Menschen, bei denen der Glaube quasi im Zentrum der Persönlichkeit steht und sich auf die Persönlichkeit auswirkt), 26,5 Prozent „religiös“. Sie gehörten primär einer der Evangelischen Landeskirchen oder einer Freikirche an.

Soziale Gerechtigkeit

91,1 Prozent der befragten Hochreligiösen und Religiösen gab laut Studie an, dass ihnen soziale Gerechtigkeit wichtig sei, jedoch sagten lediglich 83 Prozent, dass sich ihre Einstellung auch in ihrem Verhalten widerspiegele. 73,2 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal mit ihrer Familie oder Freunden über soziale Gerechtigkeit gesprochen zu haben. Rund 76 Prozent haben aufgrund ihrer Einstellung auf den Kauf bestimmter Produkte verzichtet. Eine aktive Positionierung ist dagegen eher selten: Jeweils rund 12 Prozent haben sich in den sozialen Medien dazu positioniert oder an einer Demonstration dazu teilgenommen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Fast 80 Prozent der Befragten stimmten „eher“ oder „voll und ganz“ zu, dass sie eine tiefe Verbundenheit mit der Natur spüren. Ein Großteil hat eine positive Grundeinstellung gegenüber der Natur und stimmte für den Schutz der Natur. 64 Prozent zeigten sich überzeugt, dass Nachhaltigkeit im christlichen Glauben eine zentralere Rolle einnehmen sollte. Aber auch bei diesem Thema zeigt die Studie, dass Überzeugungen nur selten in aktives, gesellschaftliches Engagement münden.

Theologischer Anspruch

Aus Sicht der Initiatoren der Studie hielt die theologische Verortung der untersuchten Themen die größte Überraschung bereit. Ein Großteil der Befragten sieht einen „theologischen Anspruch“ an die Themen und stimmte zu, dass beides ein Kernanliegen der christlichen Botschaft sei und Kirche sich deshalb auch stärker dafür einsetzen sollte. „Wenn man die Menschen jedoch in einen Vergleich zwingt und sie fragt, was wirklich zentral für ihren Glauben ist, ist der diakonische Wert, also menschlicher Not durch liebevollen Dienst zu begegnen, am höchsten“, erläuterte Faix. Unter den Hochreligiösen fand dagegen die Evangeliumsverkündigung den größten Zuspruch. „Je religiöser und auch je freikirchlicher die Befragten waren, desto mehr Zustimmung fand die Aussage, dass soziale Gerechtigkeit zwar ein wichtiger Auftrag an Christinnen und Christen ist, sie aber die Verkündigung des Evangeliums für wichtiger erachten. Immerhin 37,8 Prozent stimmten dem eher oder voll und ganz zu.“ Aus dem Einsatz für das Evangelium folgt dann für viele der Einsatz für Nachhaltigkeit.

Die Ergebnisse der Studie stützen nicht die Annahme, dass das Bibelverständnis und die unterschiedlichen Bibelauslegungen Auswirkungen auf das eigene sozial-gerechte oder nachhaltige Verhalten haben. Ein Großteil der Befragten gab an, dass die Bibel für den Glauben eine wichtige Quelle ist – unabhängig davon, wie hoch das Engagement im Bereich Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit tatsächlich ist.

Im Bereich der Schöpfungsspiritualität bestätigten sich vorausgegangene Hypothesen. „Je wichtiger Christinnen und Christen Schöpfungsspiritualität ist, desto nachhaltiger verhalten sie sich auch“, erklärte Anna-Lena Moselewski, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der CVJM-Hochschule und zweite Verantwortliche für die Studie. „Diejenigen, die sich stärker für Schöpfungsspiritualität einsetzen, sind in diesen Bereichen auch gesellschaftlich aktiver. Die Schöpfungsspiritualität dient sozusagen als Brücke für den sozial-ökologischen Wandel.“

Keine Gegensätze: Evangelisation, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit

In seiner Analyse plädierte Dr. Matthias Stracke-Bartholmai, Bildungsreferent für Kirche und Jugend bei der Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK), dafür, die Verbindung von Evangelisation, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit stärker zu thematisieren: „Die Klimakrise wird die Lebensbedingungen von Menschen, Pflanzen und Tieren verschlechtern und soziale Ungerechtigkeit sowie Armut weltweit verschärfen.“ Vor diesem Hintergrund rief der Theologe dazu auf, neu zu fragen, was es bedeutet, der ganzen Schöpfung den Anbruch des Reichs Gottes zu bezeugen. Prof. Dr. Tobias Künkler (Institutsleiter empirica) sagte: „Die Studie hat gezeigt, dass die gesellschaftlichen Polarisierungen nicht so groß sind, wie angenommen. Es ist eher eine kleine, laute Minderheit, die wahrgenommen wird, aber keine Spaltung der Mitte. Und das macht mir am meisten Hoffnung.“

Die komplette Studie sowie eine Zusammenfassung der Ergebnisse können auf der Website Glaube.Klima.Hoffnung. angesehen und heruntergeladen werden.

Für die Studie wurden nach Angaben von empirica über 2.500 evangelische, katholische und freikirchliche Christinnen und Christen ab 14 Jahren in der Schweiz und in Deutschland befragt (1.574 Deutschland, 782 deutsche Schweiz, 205 französische Schweiz). Hiervon waren ca. 75 Prozent „hochreligiös“. Der Anteil der Männer und Frauen war ausgeglichen, das Durchschnittsalter lag bei 46 Jahren. Es handelt sich um eine Gelegenheitsstichprobe aus religiös Motivierten (Zielgruppen-Umfrage).

9 Kommentare

  1. Die christlichen Kritiker von ökologischen Verhalten können beruhigt sein:

    > Aber auch bei diesem Thema zeigt die Studie, dass Überzeugungen nur selten in aktives, gesellschaftliches Engagement münden.

    Viele haben zwar diese Meinung, aber Folgen hat das eher weniger.

    Traurig, aber wohl wahr.

    • Moin Chey (bzw „der anderer Jörg“, oder?)

      Aktives, gesellschaftliches Engagement fuer oekologisches Verhalten heisst fuer mich:
      – Ausgewogenheit der Nutzung von erneuerbaren, atomaren und fossilen Energien bewerben (wir sind schon ungesund bei zuviel Erneuerbaren angelangt)
      – Parteien waehlen, die fuer Atomkraft sind und gegen ein Uebermass von Windraedern und Solarparks.
      – keine Parteien waehlen, die an der Abschaffung von modernen, sicheren AKWs in D beteiligt waren.
      – Atomkraft als CO2-freie Energieform, die grundlastfaehig ist und keine drastischen Netzausbauten benoetigt – auch auf christl. Blogs – verteidigen.
      – die CO2-Frage wird grosstechnisch entschieden werden (Kernkraft, Carbon-Capture-Storage, Erneuerbare NUR als Ergaenzung). Nicht im Alltags-Klein-Klein von Heizung runterschalten, E-Auto-Fahren mit Kohlestrom, Waermepumpen-Einbau in Altbauten, Verbote und Vorschriften, Lastenfahrraedern, Jutetaschen und andere Symbol-Handlungen …

      Das oft beworbenen persoenl. Energiespar-Klein-Klein entspricht m.E. einem modernen Ablasshandel (Schuld & Suehne) in der Klimareligion.
      Nicht Bange machen lassen: In Christus sind wir frei davon!

      LG Joerg v NRW

  2. Den kompletten Fragenkatalog der Studie konnte ich im Internet nicht mehr finden, aber in der ausfuehrlichen Besprechung stehen etliche der Orginalfragen/-antwortmoeglichkeiten bei der Auswertung:
    https://ge-na-studie.net/wp-content/uploads/2024/04/Glaube.Klima_.Hoffnung.-Forschungsbericht-zur-Ge-Na-Studie.pdf?utm_id=3

    Hier ein paar Auszuege ab S.92 folgende:

    „M19: Gemeinde und Nachhaltigkeit – Verbrauch und Konsum, N=769
    – Es wird versucht, den Energieverbrauch (Heizung, Elektrizität) der Gemeindegebäude zu reduzieren.
    – Die Gemeindebesucher und -besucherinnen werden angeregt, auf das Auto zu verzichten.

    M26: Schuld an Klimaveränderung, N=782
    – Wir sollten nicht so sehr an Wissenschaft und Technik glauben, denn dadurch sind die Probleme mit dem Klima erst entstanden.
    – Die christliche Religion hat eine Mitschuld an den entstandenen Umweltproblemen, weil sie dafür lange Zeit kein Verständnis hatte.

    M27: Sündenverständnis, N=782
    – Sich nicht nachhaltig zu verhalten, ist für mich eine Sünde.
    – Der menschengemachte Klimawandel ist eine Sünde aller Menschen.
    – Ich habe Gott schon mal für nicht-nachhaltiges Verhalten von mir um Vergebung gebeten.“

    Die (besonderen?) Grundannahmen bei der Befragung kommen schon etwas tendenzioes rueber, oder?

    Man kann mit der Art und Weise, wie man fragt und welche Grundannahmen dahinter stillschweigend als „gegeben“ gesetzt werden, ganz schoen „stubsen“? 😂

    LG Joerg v NRW

    • Haben wir den Knall nicht gehört ??

      Natürlich lieber Joerg kann man (oder sollte man) auch für nichtnachhaltiges Verhalten um Vergebung bitten. Die Sache wird nur scheinheilig, wenn wir alles wofür wir beten dann nicht tun. Das Gegenstück zu den 10 Geboten (also was jeder bzw. jedem Menschen verboten ist), kann nur die Bergpredigt sein, die eher ein aktives Wirken möchte. Im Idealfall sind die persönlichen Werte und dazu unser Tun die Rückseite unserer Gebete: Ein alter Spruch der Klöster lautete: „Bete und arbeite“! Ich denke schon, wir alle sollten daran arbeiten zwei Dinge zu unterscheiden und daraus unsere Handlungen ableiten: 1) Zu ändern was in und an uns sowie in unserer Umgebung bzw. Welt auch zu ändern ist. 2) Nicht etwas ändern zu wollen, was nach menschlichem Ermessen völlig unwahrscheinlich möglich wäre. Ich würde hier aber konkret vorschlagen, diese Unterscheidbarkeiten in unseren persönlichen Handlungsmöglichkeiten vorzunehmen. Ideale wie die Ächtung des Krieges, die Liebe und der Neue Himmel und die Neue Erde sollten wir nicht für unmöglich oder für zu schwierig einschätzen. Eben weil sie teilweise gute Prophetien sind und damit auf einer Möglichkeitsebene liegen, von Gott und wir als seine unmittelbar Beauftragten. Genauso wie die schlimmen Katastrophen in der Offenbarung des Johannes als böse Prophetien . Weder die gute noch die böse Voraussage ist absolut determiniert, und stände damit auch nicht unverrückbar auf einem Fahrplan des Himmels, aber sie sollen uns sehr warnen. Ich denke, da ist die nachdenkliche Geschichte von Ninive als ein gutes Beispiel. Für unsere immer sich noch beängstigend beschleunigende Klimakatastrophe und jenes Desaster, wenn die politische Opposition die Klimarbeit fast nur Knüppel zwischen die Beine wirf, sind ein Skandal. Da braucht es ein noch größeres Wunder, wie einst in Ninive. Oder wir haben den Knall nicht gehört??!! Dazu hat Klaus Henning unter dem Titel „die Zukunft findet statt“, aus der Sicht eines Ingenieures 1979 ein gutes Buch geschrieben, was damals große Beachtung fand und im christlichen Aussaat-Verlag in Wuppertal erschien. Ob es noch verlegt wird, scheint eher fraglich. Aber seine Deutungen zur Offenbarung sind einsichtig und realitätsnah. Nur der Klimawandel war ihm damals noch nicht geläufig. Es ging um die Kriege und vorallem die Atombomben, was einem doch sehr bekannt vorkommen müsste. Schon 1970 wurde davor gewarnt, dass vielleicht bald Kriege nicht nur wegen der Rohstoffe geführt würden, sondern auch um Wasser. Was derzeit an Klimaveränderung und nachfolgenden Katastrophen in Amerika geschieht (höllische Hitze und im Winter extreme Kältewerte und Schneefälle), kann doch niemand ernsthaft übersehen. Wieviel Scheunentore soll der Himmel noch auf die Erde werfen, dass wir vom Klagemodus in einen Krisenmodus kommen?

      • Moin Bernd,

        es reicht voellig, wenn DU den Knall hoeren kannst 😉

        Ich bin schon sooo abgestumpft von den vielen Knallen, hab schon Tinitus davon 😂

        Dein Wissens-Fundus (deine Buchzitate) scheint noch stark in den 80er Jahren des letzten Jahrhunders verhaftet zu sein?

        Es gibt uebrigens dauernd Weltuntergangspropheten, schon immer …

        Falls Du dich weiterbilden willst: zB Youtubes vom EIKE (EIKE – Europäisches Institut für Klima und Energie) hoeren/schauen.

        zB Paul R. Ehrlich, der absurdeste Weltuntergangsprophet – Klimawissen, kurz & bündig (7 min 36 sec, extra kurz fuer Dich).
        https://www.youtube.com/watch?v=MwnjND1mz64

        Schoenen Abend
        LG Joerg

  3. „Keine Gegensätze: Evangelisation, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.“
    Aber was ist die Kernkompetenz der an Christus Gläubigen? Mt. 16,26 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne (alle Ungerechtigkeit und Ausbeutung abschaffen könnte) und nähme doch Schaden an seiner Seele? – Evangelisation ist vertikale Komponente: Gott – Mensch, die beiden anderen Themen sind horizontal, rein immanent. Letztere können auch Menschen ohne Gott bearbeiten. Rechtfertigung des Menschen kennen nur wir Christen. Mich bekümmert es, dass die Evangelische Landeskirche sich mit Elan auf die Themen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit stürzt (Pfarrer sollten lt. einem wieder kassierten Beschluss mit Tempo 100 auf der Autobahn dahinschleichen) und das Thema Rechtfertigung und Heiligung auf kleinerer Flamme kocht. Auch wenn ich Müll vermeide, zu 90% mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs bin und jeden Mitmenschen als Geschöpf Gottes sehe, meine zentrale Aufgabe ist Gott die Ehre zu geben.

    • Gott liebt jeden Menschen der je auf Erden lebte

      Lieber Ekkehard: Leider bedienen auch Sie Narrative – das sind also erzählte Geschichten, die so n i c h t stimmen. Wenn mein Gott auch das unendliche Universum erschuf, trotzdem als kleines Kind vor 2000 Jahren in diesen kleinen Planeten geboren wurde, und am Kreuz starb: Dann ist dies für alles was existiert von großer Bedeutung. Unsere Welt, die Schöpfung Gottes, ist sein Wohnzimmer. Für Nachhaltigkeit und Bewahrung dieser Schöpfung einzutreten -also gegen die unsägliche Atombombe, die Kriege die ausdrücklich Gottes Willen widersprechen und nicht zuletzt ebenso gegen die Klimaerhitzung sich zu engagieren – bleiben damit unsere christlichen Aufgaben. Wir sollten doch den Garten Eden bewahren – oder nicht? Genauso wie Jesus auch sagte, das Reich Gottes sei nicht (nur) etwas was da kommt, sondern es ist „in uns“! Ich würde nicht die Bergpredigt gegen die Evangelisation aufrechnen, oder die Liebe gegen die Hoffnung und den Glauben. Genauer ist es sogar umgekehrt: Ohne unsere sichtbare Liebe (zu Gott und den Menschen) ist alles nichts. Die horizontalen Aufgaben sind nicht selbstverständlich auch, aber nicht alleine in Zuständigkeit jener Menschen, die an Gott und Jesus als Messias nicht glauben können. Ich hoffe, es wird Sie nicht schockieren: Ich glaube dass auch Nichtchristen, die es bewusst nicht Christen wollen/können/möchten, gute Werte vertreten. Der Barmherzige Samariter, der im Gleichnis benannt wird weil er nicht wegschaute sondern handelte, ist ein gutes Beispiel dafür, dass gute und konstruktives Handeln in diesem Leben ein Wert an sich sind. Denn der Samariter gehörte zu jener damaligen jüdischen Richtung, die man eigentlich als Ungläubigkeit angesehen hatte. Immer aber begegnete Jesus jedem Menschen mit Achtsamkeit und Liebe und es ist nicht bekannt, dass er vorher von ihm ein (jüdisches) Glaubensbekenntnis abverlangte. Jedem Menschen, dem wir auf Erden begegnen, ist ein Mensch, den Gott so liebt als sei er der Einzige: Weil er Schöpfer von allem ist. Und weil Jesus für jeden Menschen, der je auf Erden lebte, auch am Kreuz gestorben ist. Das Kreuz sollte eigentlich ein Ärgernis sein auch darüber, dass er dort nicht hingerichtet wurde für die Guten dieser Erde, sondern alle. Zur Freisprechung von ihrer Sünde. Und übrigens: Gott ist nicht wie wir – sonst sähen wir leider a l t aus. Ausserdem würde der Himmel sehr leer bleiben, wenn nur ganz wenige Leute, die sich für absolut fromm halten, dort ihre reservierten Sitze haben. Meines Wissen starb Jesus für die Erlösung der gesamten Schöpfung und aller Kreaturen. Die Bergpredigt ist somit auch Gottes Wort und Wille, genauso wie die ganze Bibel.

  4. ich lese hier von theologisch, religiös, hochreligiös…….was ich nicht lese ist JESUS CHRISTUS und Beziehung.
    ohne JESUS überhaupt nur zu erwähnen fehlt mit Sicherheit das wichtigste überhaupt.
    es fehlt am miteinander der Familie ganz massiv
    möglicherweise steht das in der Studie an anderer Stelle,ansonsten bringt das ganze nicht viel.

    • Toleranz ist auch eine christliche Tugend

      Lieber Thomas: Nicht hinter jeder Formulierung muss Unglaube – oder zumindest Inkonsequenz – stecken. Gut wird in der Studie beschrieben, dass insbesondere evangelikale freikirchliche Gläubige die Verkündigung des Evangelium als frohe Botschaft priorisieren und Menschen mit einer anderen Frömmigkeitstradition auch der Einsatz für die irdische Schöpfung für wichtig halten. Wohlgemerkt: Es wird nur anders priorisiert. Ich denke, man muss nicht nur damit leben, das Christinnen und Christen unterschiedlich sind, sondern es ist gut so. Jeder sieht die Welt durch seine Brille und jede/r kann durchaus auch eine jeweils andere Sicht haben. Wir sehen ja die Wahrheit nach Paulus nur wie in einem dunklen Spiegel und erst im Himmel werden wir alles über die Geheimnisse der Schöpfung wissen und auch über unsere Fehlhaltungen und falsche Annahmen. Die Einheit in der Vielfalt für gut zu halten ist die bessere Haltung, weil sie nicht nur die vielen Kirchen, Konfessionen und religiöse Traditionen erklärt, sondern weil Gott es so will. Er dürfte auch wollen, dass wir die Bibel auslegen, wozu auch Evangelikale einst eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, dass Gotteswort immer Gotteswort durch Menschenwort ist. Wenn Gott eine allesumfassende Wirklichkeit ist, dann hat er auch die Heilige Schrift gewollt, auch wenn wir Menschen entschieden haben, welche Schriften in den Kanon der Bibel aufgenommen werden.Nur das Buch Mormon und der Koran fielen angeblich vom Himmel. Es wäre gut, wenn wir unsere Vielfältigkeit als Stärke bezeichnen und nicht als Schwäche. Die Gräben in der Christenheit sind tief, wenn wir Unterschiede als Mangel empfinden. Toleranz ist auch eine christliche Tugend.

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